Ein neues Kapitel für Zweitakt-Hard-Enduro
Die Rieju MR PRO 300i 2026 richtet sich an Fahrer, die technische Auffahrten, wurzelige Hänge und rutschige Waldpassagen suchen. Mit 103,5 kg Trockengewicht, einem 298-ccm-Zweitakter und einer Ausstattung auf hohem Niveau positioniert sie sich im Hard-Enduro-Segment.

Herzstück ist der in Spanien entwickelte Zweitakt-Einzylinder mit TFI-Einspritzung (Throttle-Body Fuel Injection). Rieju kombiniert das Zweitakt-Gefühl mit moderner Einspritztechnik: Zwei Bosch-Injektoren – einer für niedrige, einer für hohe Drehzahlen – bieten ein Ansprechverhalten ähnlich einem Vergaser, aber mit Präzision und Effizienz. Das ergibt einen Motor mit Punch aus dem unteren Bereich, sauberer Gasannahme und kontrollierbarer Leistung.

Motorcharakter und Fahrmodi für jedes Gelände
Die Rieju MR PRO 300i 2026 bietet drei Power-Modi – Race, Forest und Wet –, die die Leistungsentfaltung anpassen. Im Race-Modus gibt der Motor maximale Power für Wettbewerbe oder schnelle Runden mit Grip. Forest balanciert Leistung und Kontrolle für wechselnde Untergründe. Wet sorgt für sanfte Abgabe bei matschigen oder nassen Bedingungen.

Eine elektronisch gesteuerte Auslasssteuerung passt sich Drehzahl und Gasstellung an, für berechenbare Leistung. Eine gegenläufige Ausgleichswelle reduziert Vibrationen, was Komfort und Präzision verbessert.
Die Faszination der TFI-Zweitakttechnik
Der Zweitakt-Layout mit TFI-Einspritzung behält spontanes Hochdrehen und direkten Antrieb, ergänzt durch feinere Dosierung und homogene Leistungsentfaltung. In technischen Sektionen lässt sich die Leistung präzise übertragen.


Eine neue, im Ölbad laufende Mehrscheiben-Diaphragma-Kupplung ist leichter und feinfühliger, was Handkraft spart und Ermüdung reduziert. Eine E-Start-Anlage und flüssigkeitsgekühlte Auslegung mit Lüfter sorgen für Zuverlässigkeit in langsamen Sektionen.
Fahrwerk und Chassis für ernsthaftes Hard Enduro
Das Chassis basiert auf einem Chrom-Molybdän-Stahl-Rahmen mit abnehmbarem Aluminium-Heckrahmen und Schwinge. Der Radstand beträgt 1475 mm, die Bodenfreiheit 320 mm und die Sitzhöhe 949 mm, ausgelegt auf schweres Gelände.


Das Fahrwerk nutzt KYB-Komponenten: Vorn eine 48-mm-Upside-Down-Gabel mit geschlossenem Cartridge-System, einstellbar in Zug- und Druckstufe, mit DLC-Finish für besseres Ansprechverhalten. Hinten ein voll einstellbarer Monoshock mit progressiver Umlenkung.
Ergonomie und Komponenten mit Racing-Anspruch
Der Sitz hat Grippstreifen für Halt. Am Cockpit ist ein Renthal Fatbar 802-Lenker mit Renthal-Griffen und Polisport-Handguards.
Excel-Felgen (1,6×21 vorn, 2,15×18 hinten) mit Michelin Enduro Medium-Reifen (90/90-21 vorn, 140/80-18 hinten) bieten Stabilität und Traktion. Nissin-Bremsen mit 260-mm-Scheibe vorn und 220-mm hinten sorgen für dosierbare Bremsleistung.

Praxisnutzen für Enduro-Fans und ambitionierte Hard-Enduristen
Mit 9,8 Litern Tankvolumen eignet sie sich für lange Touren. Das niedrige Trockengewicht und die kompakte Bauweise (2145 × 810 × 1235 mm) erleichtern Manöver im Gelände. Die Kombination aus Motor, Fahrwerk und Ergonomie bietet Präzision in schwerem Gelände und Vielseitigkeit auf Enduro-Runden. Der Preis beträgt 10.790,00 Euro zuzüglich 240 Euro Liefernebenkosten.
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Für wen ist die Rieju MR PRO 300i 2026 wirklich gemacht – und für wen eher nicht?
Die MR PRO 300i ist für sportliche Hard-Enduro-Fahrer, die technische Auffahrten und verblockte Passagen suchen. Die hohe Sitzhöhe, große Bodenfreiheit und das leichte Gewicht helfen im schweren Gelände. Für gemütliche Touren oder weniger anspruchsvolles Fahren könnte ein anderes Modell passender sein.
2) Was bringt die TFI-Einspritzung beim Zweitakter in der Praxis – spürt man das wirklich im Gelände?
Ja, besonders bei Traktion und Dosierbarkeit. Die Einspritzung bietet saubere Gasannahme, weniger abruptes Verhalten und homogene Leistung auf rutschigem Untergrund oder in Trial-Sektionen, was Fehler reduziert.
3) Wie nutzt man die drei Fahrmodi (Race, Forest, Wet) sinnvoll, statt nur „den stärksten“ zu fahren?
Die Modi passen zu Grip-Level und Zielen. Race für maximalen Vortrieb bei gutem Grip, Forest für wechselnde Bedingungen, Wet für glatte Untergründe, um Berechenbarkeit zu gewährleisten.


