Elektro und Offroad – für manche klingt das noch immer nach Widerspruch. Die Rieju e-Tango zeigt, wie gut diese Kombination funktionieren kann, wenn man sie konsequent umsetzt. Das kompakte Bike wurde von Anfang an als 100 % elektrisches Offroad-Motorrad konzipiert und verbindet die Handlichkeit eines E-Bikes mit der Performance einer Enduro. Für alle, die gern abseits befestigter Straßen unterwegs sind, aber keine Lust auf Lärm und Abgase haben, könnte diese Maschine interessant sein.

Rieju e-Tango: Elektro-Enduro zwischen E-Bike und Motorrad
Die e-Tango ist seit 2024 als erstes elektrisches Offroad-Modell von Rieju verfügbar. Sie wird in zwei Versionen angeboten: einer homologierten L1e-Mopedvariante mit 4,0 kW Leistung und auf 45 km/h begrenzter Höchstgeschwindigkeit sowie einer nicht homologierten Offroad-Version mit 5,0 kW Dauerleistung und bis zu 75 km/h Topspeed. Damit eignet sie sich sowohl für den legalen Einsatz im Straßenverkehr als auch für reinen Offroad-Einsatz auf Privatgeländen oder Strecken.
Zusätzlich gibt es die e-Tango als Enduro und Supermoto (SM). Die Enduro-Version hat große Offroad-Räder und eine Sitzhöhe von 860 mm für Bodenfreiheit und Bewegungsfreiheit. Die SM-Variante mit 17-Zoll-Rädern und tieferer Sitzhöhe von 835 mm bietet mehr Agilität auf Asphalt und hartem Untergrund.
Elektromotor mit sattem Drehmoment für Singletrails
Herzstück der Rieju e-Tango ist ein bürstenloser PMSM-Elektromotor mit 74 V Systemspannung. In der Offroad-Version liefert er 5,0 kW Nennleistung und bis zu 10,5 kW Spitzenleistung, mit einem Drehmoment von bis zu 305 Nm. Die homologierte Version erreicht 242 Nm. Das sorgt für spontanen Antrieb in engen Trails oder steilen Passagen, ohne Kupplung oder Drehzahllöcher.

Faszinierendes Feature: Drei Fahrmodi für jede Offroad-Laune
Die drei Fahrmodi – Turtle, Rabbit und Rocket – sind über das LCD-Display wählbar. Turtle priorisiert Reichweite mit sanfter Leistungsabgabe, geeignet für längere Touren oder rutschige Abschnitte. Rabbit bietet einen Ausgleich zwischen Reichweite und Power für gemischte Strecken. Rocket gibt volle Leistung frei für intensive, kurze Sessions.

Akku und Reichweite: Wechselakku für flexible Offroad-Tage
Der herausnehmbare Lithium-Ionen-Akku hat 3,1 kWh Kapazität und ist IP67-zertifiziert gegen Staub und Wasser. Die Reichweite beträgt bis zu 65 km, in der homologierten Version bis zu 80 km unter optimalen Bedingungen. Laden dauert rund vier Stunden, und der Akku kann im Bike oder extern geladen werden. Ein Zweitakku hilft bei längeren Einsätzen, ohne den Aufwand von Benzin oder Gemisch.

Fahrwerk und Bremsen: Motocross-Gene im Elektro-Gewand
Das Chassis basiert auf einem Stahl-Perimeterrahmen. Vorne gibt es eine einstellbare Upside-down-Gabel mit 200 mm Federweg, hinten ein einstellbares Mono-Federbein. Das Setup ist für Offroad ausgelegt, mit Reserven für Sprünge und unebenen Untergrund.

Hydraulische Bremsen mit Vierkolbenzangen und 210-mm-Scheiben sorgen für starke, dosierbare Verzögerung, was in engen oder steilen Passagen hilft.

Gewicht, Ergonomie und Räder: Handlichkeit als Schlüssel
Mit 78 kg in der Offroad-Variante und 73 kg in der homologierten ist die e-Tango leichter als viele Verbrenner-Enduros. Das macht sie handlich auf engen Wegen und reduziert Ermüdung. Die Enduro rollt auf 19-/18-Zoll-Rädern, die SM auf 17-Zoll-Rädern für mehr Wendigkeit. CNC-Fußrasten bieten Grip im Stehen.

Sicherheit, Licht und Alltagstauglichkeit
Ein magnetischer Schlüssel dient als Wegfahrsperre und deaktiviert den Motor bei Stürzen. Die LED-Frontleuchte hilft in der Dämmerung. Mit 340 mm Bodenfreiheit und 1.330 mm Radstand kombiniert sie Kletterfähigkeit mit Stabilität für spielerisches Offroad-Fahren.


Preis und Fazit zur Rieju e-Tango
Die Enduro-Version kostet 4.800,00 €, die Supermoto 4.900,00 €, jeweils inklusive Mehrwertsteuer plus 200 € Lieferkosten. Das positioniert sie als Alternative zu Einsteiger-Enduros mit Verbrennungsmotor.
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Welche Version der Rieju e-Tango passt zu mir: L1e (homologiert) oder Offroad?
Die homologierte L1e-Version eignet sich für den Straßenverkehr mit 4,0 kW und 45 km/h Limit. Die Offroad-Version ist für Privatgelände mit 5,0 kW und bis zu 75 km/h gedacht.
2) Wie alltagstauglich ist der Akku – und reicht die Reichweite wirklich für einen Offroad-Tag?
Der 3,1-kWh-Akku ist IP67-geschützt und herausnehmbar. Reichweite bis 65 km (80 km homologiert), abhängig von Bedingungen. Für typische Sessions reicht es oft, ein Zweitakku minimiert Ladezeiten.
3) Was bringen die drei Fahrmodi (Turtle, Rabbit, Rocket) im Gelände konkret?
Turtle für Reichweite und Kontrolle auf rutschigem Grund. Rabbit für ausgewogene Nutzung. Rocket für maximale Power in intensiven Passagen.


