Bonnell 805: Elektro-Offroad mit Racing-Genen

Moderne Bonnell 805 E-Dirtbike in silberner Farbe auf schwarzem Hintergrund, Offroad-Bereifung, Aluminumrahmen und sportliches Design sichtbar
Kompaktes elektrisches Offroad-Motorrad Bonnell 805 mit Aluminium-Chassis und großem Federweg (Foto: chargedcycleworks.com)

Ein neuer Spieler in der E-Dirtbike-Szene

Mit der Bonnell 805 schickt sich ein neues Elektro-Offroadbike an, die Lücke zwischen spielerischem Fun-Bike und ernsthaftem Sportgerät zu schließen. Das kompakte Motorrad ist Teil der 2026er E-Moto-Linie des Herstellers und wurde Anfang 2026 auf der AIME Expo vorgestellt. Die Zielrichtung ist klar: ein kleines, präzise zu fahrendes Dirtbike, das genug Reserven für harte Offroad-Einsätze mitbringt, ohne die Verspieltheit zu verlieren, die viele bei klassischen Verbrenner-Minis schätzen.

Aktuell läuft die 805 noch durch ein intensives Testprogramm. Das passt ins Bild, denn die Kombination aus kräftigem E-Antrieb, geringem Gewicht und umfangreicher Elektronik verlangt nach sauberer Abstimmung. Wer Motocross- oder Enduro-Strecken kennt, weiß: Ein Bike dieser Klasse muss nicht nur schnell, sondern vor allem haltbar sein – Sprünge, Rillen, harte Landungen und ständige Lastwechsel gehören schließlich zum Alltag.

Kompaktes Leichtgewicht mit ernstzunehmender Leistung

Die technischen Eckdaten zeigen, dass die Bonnell 805 kein Spielzeug ist. Mit einem Spitzenwert von 42 kW liegt sie auf einem Leistungsniveau, das man sonst eher aus der Mittelklasse kennt. In Verbindung mit einem Gewicht von lediglich 96 kg ergibt sich ein Leistungsgewicht, das auf engen Cross-Strecken und in verwinkelten Enduro-Sektionen viel Raum für Fahrspaß lässt. Das Bike zielt damit klar auf Fahrerinnen und Fahrer, die gern aktiv mit dem Motorrad arbeiten und vom Chassis ein direktes Feedback erwarten.

Der Radstand von 1340 mm positioniert die 805 im Bereich agiler Offroad-Bikes. In Kombination mit 245 mm Federweg vorne wie hinten ist ausreichend Reserve vorhanden, um auf Pumptracks, MX-Strecken oder technischem Singletrail die Grenzen auszuloten. Die Federwege liegen auf einem Niveau, das für ambitioniertes Fahren taugt, ohne das Motorrad unnötig in die Höhe zu treiben – wichtig für alle, die sich ein leicht kontrollierbares Bike mit guter Bodenhaftung wünschen.

Elektrischer Antrieb mit zwei Batterieoptionen

Beim Energiespeicher setzt Bonnell auf ein zweistufiges Konzept. Serienmäßig ist eine 3,9-kWh-Batterie an Bord, die als Core Battery bezeichnet wird. Sie deckt den typischen Offroad-Einsatz ab: Trainingsläufe, kurze Renneinsätze, Freeride-Runden auf der Hausstrecke. Für all diejenigen, die noch mehr Reserven verlangen, ist optional eine 4,7-kWh-Race-Batterie vorgesehen. Diese Aftermarket-Lösung zielt klar auf Racing- und Langstrecken-Fans, die längere Turns ohne Ladepause planen.

Der Antrieb erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von über 130 km/h. Für ein Dirtbike dieser Größe ist das mehr als ausreichend und unterstreicht, dass die 805 auch auf schnellen Streckenabschnitten und weiten Auffahrten nicht so schnell die Luft ausgeht. Interessant ist das Zusammenspiel aus Rekuperation, elektronischer Kupplungsfunktion und Traktionskontrolle, mit denen sich der Charakter des Bikes variieren lässt – vom spielerischen Drift-Gerät bis hin zur effizienten Rundenzeiten-Maschine.

Chassis: Aluminium, geschmiedet und auf Agilität getrimmt

Der Rahmen der Bonnell 805 besteht aus geschmiedetem Aluminium. Das soll hohe Steifigkeit mit einem niedrigen Gewicht kombinieren und gleichzeitig die Robustheit bieten, die Offroad-Fahrer erwarten. Härtere Einschläge, Crashes im tiefen Sand oder der unvermeidliche Bodenkontakt mit Steinen gehören zum Alltag eines Dirtbikes. Ein stabiler Aluminiumrahmen ist daher nicht nur ein technisches, sondern vor allem ein praktisches Argument.

Passend dazu kommen Bonnell Forged Bremsen zum Einsatz. Geschmiedete Komponenten sind im harten Gelände besonders interessant, weil sie Materialfestigkeit und Dosierbarkeit vereinen sollen. Ergänzt wird das Paket durch eine 428er-Kette – ein Format, das im Offroad-Bereich weit verbreitet ist und ausreichend Reserven für das Drehmoment des E-Motors bietet. So entsteht ein Antriebsstrang, der auf Belastung ausgelegt ist und gleichzeitig gut auf gängige Ersatz- und Tuningteile abgestimmt bleibt.

Elektronik und Fahrmodi: Feintuning für jede Strecke

Für ein modernes E-Dirtbike ist die Elektronik längst mehr als ein nettes Extra. Die Bonnell 805 setzt auf fünf konfigurierbare Fahrmodi plus einen Rückwärtsgang. Diese Ride Modes erlauben es, Motorcharakteristik, Leistungsabgabe und Traktionskontrolle auf verschiedene Bedingungen und Vorlieben zuzuschneiden – von rutschigen Waldpassagen bis zu griffigen MX-Strecken. Gerade Fahrerinnen und Fahrer, die zwischen Enduro- und Motocross-Umgebungen wechseln, profitieren davon, die Charakteristik per Knopfdruck anpassen zu können.

Joy-Con-Controller und Lenkergriff der Bonnell 805 E-Dirtbike im Detail
Detailaufnahme des Joy-Con-Controllers zur Steuerung der Elektronik an der Bonnell 805 (Foto: chargedcycleworks.com)

Ein besonderes Augenmerk verdient das Zusammenspiel aus Rekuperation, elektronischer Kupplung, TC, Boost und Wheelie-Funktion. Rekuperation kann im Gelände als einstellbare Motorbremse genutzt werden, die das Bike beim Anbremsen stabilisiert und gleichzeitig Energie zurückgewinnt. Die elektronische Kupplung ermöglicht feinfühligere Kontrolle beim Anfahren oder in technischen Sektionen, während die Traktionskontrolle beim Beschleunigen auf losem Untergrund für berechenbare Haftung sorgt. Boost und Wheelie-Programme adressieren die sportlich verspielte Seite – etwa beim Herausbeschleunigen aus Kurven oder auf Funtracks.

Pulse Control System: Datenzentrale am Lenker

Als faszinierendes Feature fällt das Pulse Control System auf. Es bündelt Leistung, Daten und Steuerfunktionen direkt am Cockpit und macht die 805 zu einem vernetzten Sportgerät. Drei Display-Layouts stehen zur Verfügung, ergänzt um eine integrierte Rundenzeituhr. Wer regelmäßig auf der gleichen Strecke unterwegs ist, kann seine Fortschritte so direkt am Bike ablesen und Fahrstil oder Fahrmodi gezielt anpassen.

Cockpit der Bonnell 805 mit zentralem Display und Steuerungseinheit auf einem Offroad-Weg
Das digitale Pulse Control System der Bonnell 805 ermöglicht die Steuerung von Fahrmodi und Telemetrie direkt am Lenker. (Foto: chargedcycleworks.com)

Über den Joy-Con-Controller lassen sich Displayoptionen, Fahrmodi und Gaskennlinie steuern. Diese kleine Bedieneinheit ist ein entscheidendes Detail, weil sie den Fahrer nicht mit verschachtelten Menüs nerven soll, sondern schnelle Anpassungen im laufenden Betrieb ermöglicht. Ob die Traktionskontrolle für eine schlammige Sektion reduziert, der Gasgriff aggressiver eingestellt oder die Anzeige auf relevante Telemetrie umgeschaltet wird – all das lässt sich am Lenker erledigen, ohne den Spielfluss zu unterbrechen.

App-Anbindung und Ausblick auf den Marktstart

Abgerundet wird das Konzept durch die Einbindung in die Bonnell App. Damit eröffnen sich Funktionen wie Auslesen von Fahrdaten, Feintuning von Parametern oder Diagnosemöglichkeiten. Für sportlich orientierte E-Motorrad-Fans ist die Kopplung mit dem Smartphone ein Werkzeug, um das Potenzial des Bikes auszureizen und Wartung sowie Setup im Blick zu behalten.

Die Bonnell 805 soll im zweiten Quartal 2026 offiziell auf den Markt kommen. Bis dahin laufen noch Tests, um das Zusammenspiel aus 42-kW-Antrieb, 96-kg-Leichtbau und komplexer Elektronik zu verfeinern. Klar ist schon jetzt: Das Bike richtet sich an Offroad-Fans, die ein leichtes, agiles Elektromotorrad mit ernsthaften sportlichen Ambitionen suchen und Wert auf eine moderne, datenbasierte Herangehensweise an ihr Hobby legen.

Bilder: Hersteller

FAQ

1) Für wen ist die Bonnell 805 gedacht – Einsteiger oder erfahrene Offroad-Fahrer?

Die Bonnell 805 ist klar auf sportlich orientierte Fahrerinnen und Fahrer zugeschnitten, wirkt aber nicht wie ein reines Profi-Bike. Das geringe Gewicht von 96 kg und der agile Radstand helfen auch weniger erfahrenen Offroad-Fans, das Motorrad präzise zu kontrollieren, etwa in engen Kurven oder technischen Passagen. Gleichzeitig zeigen 42 kW Spitzenleistung, 245 mm Federweg und die auf Robustheit ausgelegte Bauweise, dass die 805 harte Einsätze verkraften soll. Wer Einsteiger ist, profitiert vor allem von den Fahrmodi und der Traktionskontrolle, um Leistung schrittweise freizuschalten.

2) Welche Batterie sollte man wählen: Core (3,9 kWh) oder Race (4,7 kWh)?

Die Core Battery mit 3,9 kWh passt, wenn du hauptsächlich typische Offroad-Sessions fährst: Trainingsläufe, kürzere Turns auf MX-Strecken oder Freeride-Runden, bei denen du zwischendurch laden kannst. Die optionale 4,7-kWh-Race-Batterie richtet sich an alle, die längere Fahrzeiten ohne Pause planen oder im Racing-Kontext konstanter durchfahren möchten. Wichtig ist: Mehr Kapazität bedeutet in der Praxis vor allem mehr Reserve für lange Turns und weniger Stress beim Energiemanagement. Wer regelmäßig „bis zum Ende“ fährt, wird die Race-Option eher zu schätzen wissen.

3) Was bringt die viele Elektronik im Gelände wirklich – und lenkt sie nicht ab?

Die Elektronik der Bonnell 805 ist nicht nur Spielerei, sondern soll die Fahrbarkeit und Anpassung an wechselnde Untergründe verbessern. Fünf konfigurierbare Fahrmodi plus Rückwärtsgang erlauben, Leistungsabgabe und Traktionskontrolle an Schlamm, Sand, Hardpack oder enge Singletrails anzupassen. Rekuperation kann wie eine einstellbare Motorbremse wirken und Stabilität beim Anbremsen bringen, während elektronische Kupplung und TC die Kontrolle in langsamen, technischen Sektionen erleichtern. Damit das nicht ablenkt, bündelt das Pulse Control System die Bedienung am Lenker, inklusive schnell wechselbarer Display-Layouts und Rundenzeituhr.