BMW R GS Custom Bike wird zur Wüstenkönigin

Seitenansicht einer umgebauten BMW R1100GS, genannt Bavarian Queen, mit auffälliger Verkleidung und Rallye-Ausstattung im Freien
Die Bavarian Queen: Reiseenduro-Umbau auf GS-Basis mit Rallye-Elementen (Foto: africanqueens.de)

Die Bavarian Queen ist kein Motorrad für die Vitrine. Dieser Umbau auf Basis von BMW R1100GS, R1150GS oder R1200GS richtet sich an Fahrer, die Reiseenduro nicht als Schlagwort verstehen, sondern als Haltung. Die bekannte GS-Plattform bleibt in ihrem Wesen erhalten, wird aber in Richtung Rallye, Langstrecke und Gelände weiterentwickelt. Sie setzt auf durchdachte Eingriffe, die aus einer bewährten Reiseenduro ein spezialisierteres Werkzeug machen.

Besonderes Gewicht legt der Umbau auf die Verbesserung der Touren- und Reisetauglichkeit. Die einteilige GFK-Verkleidung im Rallye-Look reduziert das Gewicht und verbessert den Windschutz. Zusammen mit der passenden Verkleidungsscheibe samt optimierter Abrisskante ergibt sich ein Paket, das auch größeren Fahrern eine vergleichsweise verwirbelungsarme Sitzposition ermöglichen soll. Gerade auf langen Etappen ist das mehr als ein Komfortdetail.

Cockpit mit digitalem IMO 100R Tripmaster und Navigationszubehör einer umgebauten BMW GS, Rallye-typisch
Detailansicht des IMO 100R Rallye-Tripmasters im Cockpit-Umbau der BMW GS ‚Bavarian Queen‘ (Foto: africanqueens.de)

Eine GS, die auf Strecke denkt

Im Kern bleibt die Bavarian Queen dem klassischen GS-Gedanken treu: große Distanzen, wechselnde Untergründe, robuste Technik. Sie knüpft an die Linie der großen Boxer-GS an und interpretiert sie auf eine zweckorientierte Weise.

Im Datenblatt der Version auf R1100GS-Basis stehen 59 kW beziehungsweise 80 PS bei 6750 U/min sowie 97 Nm bei 5250 U/min. Dazu kommen Luft-/Ölkühlung, elektronische Einspritzung, Fünfganggetriebe und Kardanantrieb. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 195 km/h. Das sind Werte für eine Reiseenduro, die auch dann noch entspannt wirkt, wenn der Asphalt längst aufhört, perfekt zu sein.

Der große Atem dieser Maschine

Das auffälligste Merkmal ist die Kombination aus 41-l-Polyamidtank und spezieller Sitzbank mit Wildlederbezug. Gemeinsam machen sie aus der GS eine Maschine für lange Etappen. Reichweite verändert den Charakter eines Motorrads. Wer nicht bei jeder Etappe sofort an die nächste Tankstelle denken muss, fährt anders. Dazu passt die Sitzbank, die sportlich wirkt und zugleich Komfort verspricht. Auf langen Reisetagen ist genau diese Mischung entscheidend.

Tankt detail der Bavarian Queen auf BMW-GS-Basis mit schwarz-weißer Rennflagge und BMW-Logo
Nahaufnahme des Tanks der Bavarian Queen, einer umgebauten BMW-GS mit individuellem Rallye-Look und Schriftzug (Foto: africanqueens.de)

Rallye-Gene statt bloßer Kulisse

Im Bereich Motor gehören ein Luft-Ansaugstutzen namens Sport-Charger, Chip-TuneUp und K&N-Luftfilter zum Konzept. Diese Kombination soll zu einer spürbaren Leistungssteigerung führen. Wegen des starken Ansauggeräuschs empfiehlt sich der Charger eher für den sportlichen Einsatz. Der Einbau soll einfach sein und bei 4-Ventil-GS-Modellen keine Änderungen erfordern.

Hinzu kommt der AQ-Sportendtopf. Er soll den Boxer optisch und akustisch aufwerten, vor allem aber Gewicht sparen und eine freiere Leistungsentfaltung unterstützen. Die Maschine bleibt Reiseboxer, wirkt aber entschlossener und ein Stück direkter.

Sicherheit für den rauen Einsatz

Eine Besonderheit ist der Neigungsschalter. Dieser aus dem Rennsport bekannte Quecksilber-Schalter unterbricht die Zündung, wenn das Motorrad am Boden liegt. Interessant ist zudem, dass das System direkt in den originalen Kabelbaum eingesteckt wird.

Fahrwerk für Wege, die härter werden

Beim Fahrwerk setzt der Umbau auf Komponenten, die man an einer ernst gemeinten Reiseenduro sehen will. Vorn arbeitet der Telelever, optional ergänzt durch ein Öhlins-Federbein; hinten ist ebenfalls ein optionales Öhlins-Federbein vorgesehen, inklusive Zug- und Druckstufenverstellung sowie Federvorspannung per Handrad. Dazu kommen ein Geländeumbau mit 21-Zoll-Alufelge vorn, ein Alu-Lenker mit Erhöhungen, Acerbis-Handprotektoren und Rallye-Fußrasten. Größeres Vorderrad, stabile Ergonomie, bessere Kontrolle im Stehen: So wird aus einer schweren Reiseenduro ein Motorrad, das auch auf losem Untergrund glaubwürdig bleibt.

Nahaufnahme eines robusten Aluminium-Motorschutzes an einer BMW GS, geeignet für Rallye und Gelände
4 mm starker Aluminium-Motorschutz an einer umgebauten BMW GS (Foto: africanqueens.de)

Geschützt wird der Unterbau von einem 4 mm starken Rallye-Motorschutz aus Aluminium. Die Bremsanlage mit Doppelscheibe vorn, Einzelscheibe hinten und Stahlflexleitungen passt dazu. Die Bereifung ist vorne mit 90/90-21, hinten mit 150/70-17 angegeben. Der Radstand beträgt 1509 mm. Leer wiegt die Maschine 213 kg, fahrfertig 243 kg, das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 450 kg.

Individuell bis in den Lack

Charakter hat die Bavarian Queen auch deshalb, weil sie sich nicht als starres Serienprodukt versteht. Der Umbau setzt sich aus mehreren Teile-Kits zusammen und kann Schritt für Schritt auf dem Motorrad des Kunden aufgebaut werden. Damit lässt sich die Maschine gezielt an unterschiedliche Anforderungen anpassen. Selbst die Effekt-Lackierungen werden individuell gestaltet oder nach Kundenvorgabe ausgeführt.

Unterm Strich ist die Bavarian Queen eine GS für Menschen, die in Reichweite, Windschutz, Geländetauglichkeit und Langstreckenkomfort keinen Widerspruch sehen. Sie verbindet die robuste Basis der großen Boxer-Enduros mit gezielten Rallye-Zutaten. Einen Preis nennt die vorliegende Beschreibung nicht.

Bilder: Hersteller