Die TM MX 300 ES FI 2T spricht eine Zielgruppe an, die kräftige Zweitakt-Power mit moderner Technik verbinden möchte. In der Szene gilt ein 300er-Zweitakter als ideale Wahl für ambitionierte Motocross- und Hardenduro-Fahrer, die viel Drehmoment aus dem Keller und ein vergleichsweise niedriges Gewicht schätzen. Genau hier setzt dieses Modell an: ein 293,2 cm³ großer Zweitaktmotor mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung, kombiniert mit einem Alurahmen und hochwertigen Federelementen – ein Paket, das klar auf den sportlichen Einsatz ausgerichtet ist.

Fuel Injection im Zweitakt: Charakter der TM MX 300 ES FI 2T
Der Fokus der TM MX 300 ES FI 2T liegt auf dem Motor. Der flüssigkeitsgekühlte Zweitakter mit 72 mm Bohrung und 72 mm Hub bildet die technische Basis eines Motors, der in den letzten Jahren konsequent weiterentwickelt wurde. Die Umstellung auf die Version mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung zielt auf eine gleichmäßigere Leistungsentfaltung und eine präzisere Dosierbarkeit des Gases ab – ein Vorteil auf rutschigen, ausgefahrenen MX-Strecken oder in wurzeligen Enduro-Passagen.
Herzstück des Systems sind das eMoticom-Steuergerät (ECU) und die hauseigene TM-Moto-Drosselklappe. Zusammen steuern sie nicht nur die Einspritzmenge, sondern auch die Charakteristik, mit der der 300er anschiebt. Fahrer, die von einem Vergasermodell kommen, werden die stabilere Laufkultur und die bessere Anpassung an wechselnde Bedingungen (Temperatur, Höhenlage, Untergrund) spüren. Das Aggregat nutzt eine Mehrscheiben-Ölbadkupplung und ist mit einem serienmäßigen 5-Gang-Getriebe ausgestattet; wer feiner staffeln möchte, kann auf ein optionales 6-Gang-Getriebe setzen – interessant vor allem für Fahrer, die zwischen Motocross- und Enduroeinsatz pendeln.
Elektrischer Start und Getriebeoption: Alltag auf der Strecke
Ein Detail, das im harten Offroad-Alltag schnell zum Segen wird, ist der E-Start. Die TM MX 300 ES FI 2T kommt serienmäßig mit elektrischem Anlasser und zeigt damit klar, dass der Fokus auf Praxistauglichkeit liegt. In tiefen Rillen oder nach einem Umfaller im Steilstück erspart der Knopfdruck viel Stress und Kraft. Wer ein klassischeres Setup bevorzugt oder maximale Einfachheit sucht, kann optional einen Kickstarter wählen, etwa für den harten Enduroeinsatz fernab der heimischen Strecke.

Im Einsatz bedeutet der 300er-Zweitakter eine Kombination aus sattem Drehmoment und lebendigem Ansprechverhalten. Gerade technisch versierte Fahrer schätzen diese Mischung, weil sie mit Standgas und etwas Kupplungsspiel vieles fahren können, wofür auf einem 250er-Viertakter bereits ein kräftiger Gasstoß nötig wäre. Gleichzeitig bleibt der Charakter sportlich; wer das Gas aufzieht, bekommt das typische, drehfreudige Zweitakt-Feeling – nur eben mit der kontrollierteren Note einer Einspritzanlage.
Aluminium-Deltabox-Rahmen und Fahrwerk für den Sporteinsatz
Das Chassis der TM MX 300 ES FI 2T ist auf ernsthaften Offroadsport zugeschnitten. Der selbstvergütende Aluminium-Deltabox-Rahmen in Einholm-Bauweise verbindet extrudierte und geschmiedete Elemente und verfolgt damit ein klares Ziel: hohe Stabilität bei möglichst geringem Gewicht. Mit 95 kg (ohne Kraftstoff) bleibt die Maschine im für 300er-Zweitakter attraktiven Bereich – ein Faktor, der sich vor allem im schnellen Richtungswechsel, beim Scrub über Kanten und beim Ansetzen zum Whip bemerkbar macht.
Vorn arbeitet eine 48-mm-Upside-down-Gabel von Kayaba, hinten übernimmt ein TM-Racing-Federbein die Arbeit am Heck. Beide Komponenten sind auf ein sportliches Fahrprofil ausgelegt und bieten mit 310 mm Federweg vorn und 300 mm hinten genügend Reserven für harte Landungen und grobe Wellen. Die Sitzhöhe von 98,5 cm ist motocross-typisch und richtet sich an Fahrer, die mit hohen Motorrädern vertraut sind und deren Fokus auf Stehposition und aktivem Fahren liegt. Die minimale Bodenfreiheit von 36 cm eröffnet Reserven bei hohen Spurrillen, Baumstämmen oder tiefen Kanten.
Bremsen, Ergonomie und Details für den Rennbetrieb
Ein Sportgerät in dieser Leistungsklasse steht und fällt mit der Bremsanlage. Vorn verzögert eine 270-mm-Bremsscheibe, angesteuert von Brembo-Hauptbremszylinder und Brembo-Bremssattel. Hinten arbeitet eine 240-mm-Scheibe mit Komponenten von Nissin. Diese Kombination aus zwei renommierten Bremsspezialisten zielt auf eine klar definierte Abstufung: bissige, aber fein dosierbare Frontbremse und eine gut kontrollierbare Hinterradbremse, mit der sich das Bike beim Anbremsen anstellen lässt, ohne zu überbremsen.

Zum MX-Setup passen die klassischen Radgrößen von 21 Zoll vorn und 19 Zoll hinten, die den Einsatz aktueller Motocross-Reifen erlauben. Die Kette stammt von RK (Typ 520 MXU) und rundet das Paket an sportlich orientierten Anbauteilen ab. Der Serientank fasst 9 l, optional ist ein 12-l-Tank erhältlich – interessant für Langstrecken-Enduros oder Trainings, bei denen lange Turns gefahren werden. Zusammen mit der relativ schmalen Silhouette und der hohen Sitzbank ergibt sich eine Ergonomie, die schnelle Gewichtsverlagerungen zwischen Vorder- und Hinterrad erleichtert.
Gemeinsame Plattform mit Enduro und die Rolle im TM-Programm
Die 300er-Zweitaktplattform nimmt im Programm von TM Racing eine zentrale Rolle ein. Seit Produktionsbeginn um 2020 hat diese Baureihe mehrere Evolutionsstufen durchlaufen. Die Motorbasis wird nicht nur in der MX-Variante genutzt, sondern dient auch den entsprechenden EN-Enduromodellen – inklusive identischem Rahmen. Für Fahrer, die sowohl Motocross als auch Enduro im Blick haben, bietet diese gemeinsame Architektur Vorteile: Die Rückmeldungen aus beiden Disziplinen fließen in die Weiterentwicklung ein, und Fahrwerksanpassungen lassen sich disziplinübergreifend übertragen.
Neben der Einspritzversion MX 300 ES FI 2T existiert mit der MX 300 ES 2T weiterhin eine Variante mit Vergaser. Damit deckt der Hersteller jene ab, die am klassischen Vergaser festhalten wollen, und jene, die die Vorteile der Einspritzung suchen. Die hier beschriebene Version positioniert sich damit als moderne Interpretation des 300er-Zweitakts: weniger kompromisslos roh als ein traditioneller Vergaser-Crosser, aber immer noch mit dem direkten, linearen Antritt, den viele Zweitakt-Fans schätzen. Für Fahrer, die auf modernen MX- oder Endurostrecken unterwegs sind und Wert auf präzise Abstimmung legen, ist die TM MX 300 ES FI 2T eine der Optionen im 300er-Segment.
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Für wen lohnt sich die TM MX 300 ES FI 2T besonders – Motocross, Hardenduro oder beides?
Die MX 300 ES FI 2T richtet sich vor allem an sportlich orientierte Fahrer, die ein sehr drehmomentstarkes Zweitakt-Bike möchten, aber dabei moderne Kontrolle erwarten. Auf Motocross-Strecken spielt sie ihre Stärke aus, wenn aus Kurven heraus Traktion und dosierbarer Schub gefragt sind. Gleichzeitig passt das Konzept auch zu Hardenduro- und Enduro-Fahrern, weil das kräftige Drehmoment „von unten“ technische Passagen erleichtert. Wer zwischen MX-Training und Enduro-Ausfahrten wechselt, profitiert zusätzlich von der gemeinsamen Plattform mit den EN-Modellen.
2) Was bringt die elektronische Einspritzung (FI) im Vergleich zum Vergaser im echten Fahrbetrieb?
Die Einspritzung zielt weniger auf „mehr Spitzenleistung“ als auf bessere Fahrbarkeit. Durch ECU (eMoticom) und die TM-Moto-Drosselklappe wird die Kraftstoffmenge präzise geregelt, wodurch die Leistungsentfaltung gleichmäßiger und das Ansprechverhalten kontrollierter wirkt. Das hilft besonders auf rutschigen, ausgefahrenen Strecken, in Wurzelpassagen oder bei wechselnden Bedingungen wie Temperatur- und Höhenunterschieden. Für Umsteiger vom Vergaser fühlt sich der Motor oft stabiler an und lässt sich feiner dosieren, was Ermüdung reduziert und Fehler verzeiht.
3) Welche Ausstattungsdetails machen im Renn- und Trainingsalltag den größten Unterschied?
Im Alltag auf der Strecke sind es oft drei Punkte: E-Start, Fahrwerk und Bremsen. Der elektrische Starter spart nach Abwürgen oder Umfaller Kraft und Zeit – besonders in tiefen Spurrillen oder steilen Abschnitten. Das sportlich ausgelegte Kayaba-Fahrwerk vorn und das TM-Racing-Federbein hinten liefern mit viel Federweg Reserven für harte Landungen und schnelle Wellenpassagen. Dazu kommt eine starke, gut dosierbare Bremskombination (Brembo vorn, Nissin hinten), die präzises Anbremsen ermöglicht. Optional erweitern 6-Gang-Getriebe oder 12‑Liter-Tank den Einsatzbereich.


