Kompaktes Adventure-Bike zwischen Alltag und Offroad
Die KTM 790 Adventure kehrt 2026 als typische Vertreterin der mittleren Adventure-Klasse zurück und zielt auf Fahrerinnen und Fahrer, die ein handliches Motorrad für lange Touren, Schotterpassagen und leichte Offroad-Einsätze suchen. Mit ihrem 799-cm³-Paralleltwin, moderner Elektronik und einem alltagstauglichen Fahrwerk positioniert sie sich zwischen reinen Reiseenduros und kompromisslosen Rallye-Bikes. Gerade für Enduro- und Motocross-Fans, die auch mal auf Asphalt an- und abreisen müssen, bietet diese Maschine einen Kompromiss.

Der Zweizylinder leistet 95 PS und stellt 87 Nm Drehmoment bereit – Werte, die in der Praxis wichtiger sind als nackte Spitzenleistung. In Verbindung mit dem 6-Gang-Getriebe und Kettenantrieb (520er X-Ring) entsteht ein Antrieb, der sowohl auf engen Waldwegen als auch auf der Autobahn Reserven hat. Dank Bosch-Motormanagement mit Ride-by-Wire spricht der Motor feinfühlig an, was beim Fahren im Stehen und beim dosierten Gasgeben auf losem Untergrund hilft.
Motor, Elektronik und Fahrmodi im Adventure-Einsatz
Der flüssigkeitsgekühlte 2-Zylinder-4-Takt-Motor mit Wasser-Öl-Wärmetauscher ist auf Langlebigkeit und konstante Performance ausgelegt. Die Einhaltung moderner Emissionsvorgaben zeigt sich unter anderem an den CO₂-Emissionen von 100 g/km sowie der Edelstahlanlage mit zwei Schalldämpfern. Bei Touren mit wechselnden Temperaturen sorgt das Thermomanagement dafür, dass der Motor im Arbeitsfenster bleibt. Die Serviceintervalle von 15.000 km kommen Vielfahrern entgegen.

Zu den Kernstücken der Technik gehört die Bosch-EMS mit Ride-by-Wire. Sie bildet die Basis für die verschiedenen Fahr- und Traktionskontrollmodi. Die KTM Motorcycle Traction Control (MTC) arbeitet mit einer 6D-IMU, die Schräglage, Nick- und Gierbewegungen erfasst. Das ergibt ein abgestimmtes Regelverhalten, das auf Schotter genauso wichtig ist wie auf feuchter Landstraße. Für sportlich orientierte Offroad-Fahrer ist die Möglichkeit, das Vorderrad kontrolliert anzuheben oder das Heck minimal quersliden zu lassen, ein Spaßfaktor – und genau hier greift die Abstimmung der MTC ein, ohne das Fahren steril zu machen.
Faszinierendes Feature: Offroad-ABS mit 6D-IMU
Besonders interessant für den Gelände-Einsatz ist das Bosch 9.3 MP Kurven-ABS mit 6D-Sensorik. Im straßenorientierten Modus verhindert es das Blockieren der Räder auch in Schräglage – ein Sicherheitsnetz bei langen Anfahrten oder beim Pendeln. In den Offroad- und Rallye-Modi schaltet das System das ABS am Hinterrad automatisch ab, während das Vorderrad weiterhin überwacht wird. Diese Funktion ermöglicht es, mit dem Hinterrad aktiv zu verzögern und das Motorrad in Kurveneingängen leicht quergestellt zu werden, ohne das Risiko eines unkontrollierten Blockierens des Vorderrads einzugehen.

Gerade wer von Motocross kommt, findet in dieser Kombination aus Assistenz und Freiraum einen Kompromiss. Auf losem Untergrund bleibt das Bike stabil, während sich Bremsdrifts und saubere Linien fahren lassen. Das Offroad-ABS macht aus einem Reisesystem eine Offroad-Plattform. Für lange Abfahrten mit Gepäck oder Sozius bietet es zusätzliche Sicherheit, ohne die Dynamik zu kastrieren.
Fahrwerk, Geometrie und Offroad-Potenzial
Das Fahrwerk setzt auf eine 43-mm-WP-APEX-Upside-down-Gabel mit 200 mm Federweg vorn. Die Split-Dämpfung für Zug- und Druckstufe erlaubt eine gezielte Abstimmung, je nach Einsatz. Hinten übernimmt ein WP-APEX-Monoshock mit ebenfalls 200 mm Federweg die Arbeit. Die Geometrie mit einem Lenkkopfwinkel von 64,1 Grad, 107,8 mm Nachlauf und einem Radstand von 1.509 mm (± 15 mm) kombiniert Stabilität bei Tempo mit Agilität in engen Kehren.

Die 21-Zoll-Vorderrad/18-Zoll-Hinterrad-Kombination mit schlauchlosen Speichenfelgen (2,50 x 21 vorn, 4,50 x 18 hinten) richtet sich an Fahrer, die ins Gelände wollen. In Verbindung mit 233 mm Bodenfreiheit und einem Gewicht (ohne Kraftstoff) von 203 kg ergibt sich ein Motorrad, das für mehrtägige Offroad-Trips mit Gepäck eine stabile Basis liefert. Auf schnellen Feldwegen liegt die KTM satt, und in ruppigen Passagen hilft der lange Federweg, Schläge zu entschärfen.
Ergonomie, Ausstattung und Alltagstauglichkeit
Das Chassis basiert auf einem pulverbeschichteten Chrom-Molybdän-Stahlrahmen, in den der Motor als mittragendes Element integriert ist. Der Heckrahmen als Gitterrohrkonstruktion aus demselben Material bringt Steifigkeit bei überschaubarem Gewicht. Die Zweiteiler-Sitzbank erlaubt eine klare Trennung von Fahrer- und Soziusbereich, und die optionale einteilige Rallye-Sitzbank richtet sich an alle, die bevorzugt im Stehen fahren oder im Gelände mehr Bewegungsfreiheit suchen. Die Sitzhöhe lässt sich zwischen 840 und 860 mm variieren.

Die Tankseitenteile wurden breiter gestaltet, um die Bewegungsfreiheit beim Fahren im Stehen zu verbessern und gleichzeitig den Sitzbezug vor Abrieb zu schützen. Die niedrige Frontkotflügel-Lösung reduziert Wasser- und Schlammspritzer auf der Straße, während der höhere Rallye-Windschild auf langen Etappen Windschutz liefert. Das 20-l-Tankvolumen ermöglicht Touren mit ordentlicher Reichweite.
TFT-Display, Konnektivität und Garantie
Im Cockpit wartet ein 5-Zoll-TFT-Display mit vollfarbiger Darstellung und optisch gebondetem Glas, das Spiegelungen reduziert und die Ablesbarkeit verbessert. Die grafische Benutzeroberfläche ist klar strukturiert, was den Zugriff auf Fahrmodi und Assistenzsysteme auch mit Handschuhen erleichtert. Optional ist eine Connectivity Unit für die Bluetooth-Integration erhältlich. Musiksteuerung, Telefonie, Navigation und KTM-Assistenzfunktionen lassen sich so direkt über das Motorrad nutzen.

Für Langstreckenfahrer interessant ist die erweiterte Herstellergarantie von bis zu vier Jahren, sofern die Inspektionen beim autorisierten Fachhändler erfolgen und das Motorrad ab dem 3. Februar 2025 verkauft wurde.
Die KTM 790 Adventure des Modelljahrs 2026 steht mit einem Listenpreis von 12.499 Euro beim Händler, inklusive 20 Prozent Mehrwertsteuer und Nova, zuzüglich 300 Euro für Transport und Übergabe.
Bilder: Hersteller


