Kraft aus 1.350 cm³: Wenn Reiseenduro Superbike spielt
Wer bei großen Reiseenduros nur an gemütliches Kilometerfressen denkt, wird von der KTM 1390 Super Adventure S überrascht. Dieses Motorrad richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer, die lange Touren lieben, aber auf Adrenalin nicht verzichten wollen. Mit ihrem 75°-V‑Zweizylinder und 1.350 cm³ Hubraum tritt sie das Erbe der 1290er-Baureihe an – und legt in allen wichtigen Kennzahlen nach.

Der flüssigkeitsgekühlte Zweizylinder leistet 173 PS und stemmt 145 Nm Drehmoment. Für eine Reiseenduro dieser Größenordnung ist das ein Statement, das sich vor reinrassigen Sportmaschinen nicht verstecken muss. Trotzdem bleibt die 1390 Super Adventure S alltagstauglich. Sie erfüllt die Euro‑5+‑Norm, wird über ein 6‑Gang-Getriebe geschaltet und verlangt erst nach 60.000 km nach einer Ventilspielkontrolle. Für Vielfahrer ist das ein Plus in Sachen Unterhaltskosten.
Spannend ist die Camshift-Technologie im Zylinderkopf. Zwei Nockenprofile regeln die Ventilhubhöhe abhängig von der Drehzahl. Bei niedrigen Drehzahlen sorgt ein Profil für Effizienz und sauberen Lauf, bei höheren Drehzahlen wechselt es zu einem mit größerem Hub. Im Fahralltag bedeutet das: kultivierter Schub untenrum und mehr Power oben – ein Charakter, der zu einer sportlichen Reiseenduro passt.
Elektronische Helfer: Fahrmodi, Radar und große TFT-Anzeige
Die 1390 Super Adventure S ist mehr als ein klassisches Adventure-Bike mit großem Motor. Wer moderne Elektronik schätzt, findet hier ein umfassendes Paket. Herzstück des Cockpits ist ein 8‑Zoll‑TFT-Display im Hochformat. Es ist optisch gebondet, mit Anti-Glare-, Anti-Fingerprint- und Anti-Reflex-Beschichtung für gute Ablesbarkeit bei Sonne, Regen oder Schmutz.

Zur Serienausstattung gehören Fahrmodi wie RAIN, STREET, SPORT, OFFROAD und ein konfigurierbarer CUSTOM-Modus. Optional gibt es einen RALLY-Modus für ambitionierte Offroad-Ausflüge. Die Abstimmung von Gasannahme, Traktionskontrolle und anderen Systemen lässt sich an Wetter, Untergrund und Fahrstil anpassen. Dazu kommen Traktionskontrolle, Stabilitätskontrolle, wählbare ABS-Varianten, Reifendruckkontrolle, Tempomat, Keyless-System und KTM Connect für Smartphone-Integration.
Eine Besonderheit ist das optionale Front-Radarsystem, das bei längeren Etappen auf Autobahn oder Schnellstraßen hilft. Es ermöglicht entspannteres Reisen, ohne den sportlichen Charakter zu mindern. Das Keyless-System „KTM RACE ON“ mit Anti-Relay-Attack-Technik reduziert Diebstahlrisiken und erlaubt das Ent- und Verriegeln von Tankdeckel und optionalen Koffern.
Fahrwerk und Bremsen: Semi-aktive Kontrolle auf 19/17-Zoll-Rädern
Beim Fahrwerk setzt die 1390 Super Adventure S auf ein WP-SAT-System mit semi-aktiver Funktion. Vorn arbeitet eine 48‑mm-Upside‑Down-Gabel, hinten ein Monofederbein, beide mit 220 mm Federweg. Die Through-Rod-Technologie reduziert Reibung und verbessert das Ansprechverhalten. Die Dämpfung wird elektronisch geregelt und kann über Modi wie COMFORT, STREET, SPORT und RAIN variiert werden; optional gibt es ein Suspension-Pro-Paket für mehr Feinabstimmung.

Auf der Radseite fährt die KTM eine typische Adventure-Kombination mit 19‑Zoll-Vorderrad und 17‑Zoll-Hinterrad. Montiert sind Dunlop Meridian mit „Ice-Ax“-Profil, das bei Nässe und leichten Offroad-Passagen überzeugt. Die Mischbereifung in 120/70 R19 vorn und 170/60 R17 hinten verbindet Stabilität auf Asphalt mit Traktion abseits befestigter Wege.
Beim Verzögern setzt KTM auf eine überarbeitete Brembo-Anlage. Vorn arbeiten zwei radial montierte 4‑Kolben-Sättel an 320‑mm-Scheiben, hinten eine 2‑Kolben-Bremse mit 267‑mm-Scheibe. Neue Handpumpen und Beläge sorgen für mehr Biss. Bei 227 kg Gewicht (ohne Kraftstoff) bzw. 244 kg vollgetankt (23‑Liter‑Tank) ist eine kräftige Bremse essenziell, besonders in Bergen oder bei sportlicher Fahrt.
Ergonomie, Windschutz und Alltagstauglichkeit auf langen Etappen
In Sachen Ergonomie ist die 1390 Super Adventure S reiseorientiert. Der Lenker ist ein breiter, konifizierter Aluminiumlenker auf einer überarbeiteten Gabelbrücke. Er ist verstellbar und gummigelagert, um Vibrationen zu dämpfen. Verstärkte Handprotektoren schützen Hände und Hebel. Brems- und Kupplungshebel, Ganghebel, Lenkerposition, Sitzhöhe und Windschild lassen sich anpassen.

Die Sitzhöhe liegt bei 847 mm und kann optional auf 867 mm angehoben werden. Mit 223 mm Bodenfreiheit ergibt sich eine langstreckentaugliche Ergonomie, die beim Rangieren handhabbar bleibt. Die Rastenaufnahmen sind um 8 mm abgesenkt und 10 mm nach außen gerückt, was den Kniewinkel vergrößert und den Stand verbessert – nützlich auf Schotter oder schlechten Straßen.
Der Windschild bietet einen Verstellweg von 70 mm und wurde im Windkanal optimiert für bessere Entlastung und geringere Geräusche. Dazu kommt eine neue LED-Frontleuchte mit Kurvenlichtern für besseres Lichtbild bei Nacht.
Rahmen, Kühlung, Garantie – der praktische Unterbau
Der Rahmen besteht aus einem pulverbeschichteten Gitterrohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl mit Aluminiumschwinge. Der Lenkkopfwinkel liegt bei 65,3°, der Nachlauf bei 110 mm, der Radstand bei 1.558 mm. Diese Geometrie zielt auf Stabilität bei Tempo und Gepäck.

Das Thermomanagement umfasst neue Lüfter, verbesserte Ventilsitze und Luftkanäle, die warme Luft an den Knien vorbei leiten – hilfreich im Stau oder bei Hitze.
Mit 23 Litern Tankvolumen und CO₂-Emissionen von 139,5 g/km sind lange Etappen ohne Stopp machbar. Die Werksgarantie beträgt bis zu vier Jahren für Maschinen ab dem 3. Februar 2025, bei Einhaltung der Wartungen.
Optionale Features wie Quickshifter+, Suspension Pro, Hill Hold Control, Rally-Modus und Front-Radar erlauben Anpassungen je nach Einsatz.
Der Listenpreis beträgt 20.999,00 € inklusive 19 % Mehrwertsteuer zuzüglich 495 € Überführungskosten.
Bilder: Hersteller


