Ducati Desmo 250 MX: Ducatis neue 250er zündet im Dreck

Mit der Ducati Desmo 250 MX 2027 erweitert Ducati seine Motocross-Modelle. Die Maschine ist mit 249,7 cm³ Hubraum, 44,5 PS bei 12.500 U/min, 28,3 Nm bei 8.800 U/min und einem fahrfertigen Gewicht ohne Kraftstoff von 103 kg ausgelegt. Dazu kommen ein Showa-Fahrwerk, Brembo-/Galfer-Bremsen und eine Motocross-untypische Elektronik.

Ducatis neue Desmo 250 MX Weltpremiere (Foto: ducati.com/de)

Die Desmo 250 MX ist auf den Einsatz zwischen Startgatter, Anlieger und Wellblechpiste ausgerichtet. Sie setzt auf Rundenzeiten, Traktion und Kontrolle.

Ein Motor, der das Thema Drehzahl neu aufzieht

Das Herzstück ist ein neu entwickelter flüssigkeitsgekühlter Einzylindermotor mit vier Ventilen, hydraulischem Spanner, Halbtrockensumpf und desmodromischer Steuerung. Titan-Einlassventile, Stahl-Auslassventile und die Ventilsteuerung ermöglichen Drehzahlen von bis zu 15.000 U/min.

Ducati Einzylinder 4-Takt Motor (Foto: ducati.com/de)

Wenn jede Kurve ein Gangspiel wird

Die hohe Drehfreude soll jeden Gang maximal ausnutzen lassen. Damit sind spätes Schalten und längeres Ziehen möglich. Die Drehmomentkurve soll über das gesamte Drehzahlband ausgewogen sein. Die technischen Daten nennen eine Bohrung von 81 mm, einen Hub von 48,4 mm und eine Verdichtung von 14,5:1. Die Keihin-Einspritzung arbeitet mit einer 44-mm-Mikuni-Drosselklappe. Der Auspuff besteht aus einem Stahl-Schalldämpfer mit Aluminium-Außenhülle und einem Stahl-Krümmer mit Resonator.

Fahrwerk und Chassis für saubere Linien

Ducati verwendet einen Aluminium-Rahmen aus Guss-, Schmiede- und Pressteilen. Vorn arbeitet eine voll einstellbare Showa-Upside-Down-Gabel mit 49 mm Standrohrdurchmesser und Kashima-Beschichtung, hinten ein voll einstellbares Showa-Federbein. Der Federweg beträgt 310 mm vorn und 301 mm hinten. Gabel und Federbein sind eigens für dieses Modell entwickelte Dämpfungskomponenten.

Leicht, schlank, auf Angriff gebürstet

Der Radstand beträgt 1.499 mm, der Lenkkopfwinkel 26,9 Grad und der Nachlauf 116 mm. Die Sitzhöhe liegt bei 970 mm. Der Tank fasst 7,2 l. Die Maschine ist als Einsitzer ausgelegt.

Sportlich schlanke Linienführung machen die Ducati Desmo 250 MX aus (Foto: ducati.com/de)

Bremsen, Reifen und die Kunst der Kontrolle

Vorn verzögert eine 260-mm-Galfer-Bremsscheibe mit einem Brembo-Zweikolben-Schwimmsattel, hinten eine 240-mm-Galfer-Scheibe mit einem Brembo-Einkolben-Schwimmsattel. Die Räder sind Takasago-Excel-Speichenräder in 1,6 x 21 Zoll vorn und 2,15 x 19 Zoll hinten. Montiert sind vorn Pirelli Scorpion XC Mid Soft in 80/100-R21 und hinten Pirelli Scorpion MX32 Mid Soft in 100/90-R19.

Grip, der auf schnelle Richtungswechsel zielt

Der Hinterreifen im Format 100/90-19 soll Grip und agiles Handling bei Richtungswechseln und schnellem Einlenken bieten.

Elektronik und Wartung mit ungewöhnlicher Tiefe

Serienmäßig sind zwei Riding Modes und drei Stufen Ducati Traction Control an Bord. Dazu kommen Engine Brake Control und Ducati Fall Detection. Eine Software berechnet Wartungsintervalle anhand der tatsächlichen Motorbelastung und erstellt einen dynamischen Verschleißindex. Laut Ducati können sich Wartungsintervalle dadurch um bis zu 33 Prozent verlängern.

Ducati Desmo 250 MX Weltpremiere (Foto: ducati.com/de)

Digitale Hilfe im harten Sporteinsatz

Die Maschine ist für ein WLAN-Modul und die X-Link App vorbereitet. Damit lassen sich Riding Modes anpassen und Fahrzeugdaten sowie Wartungsintervalle abrufen. Verfügbar ist das System nur in Ländern, in denen es angeboten wird.

Service, Ausstattung und Einordnung

Zur Serienausstattung gehören Schaltautomat, Lithium-Ionen-Batterie, Betriebsstundenzähler und Power Launch. Das Getriebe ist als 5-Gang-Einheit ausgeführt, die Kupplung wird hydraulisch betätigt. Öl- und Ölfilterservice sind alle 15 Stunden vorgesehen, die Ventilspielkontrolle alle 45 Stunden, der Kolbenwechsel nach 45 bis 60 Stunden und die Motorwartung nach 90 bis 120 Stunden. Die Garantie beträgt 3 Monate oder 20 Betriebsstunden.

Bilder: Hersteller

FAQ

Für wen ist die Ducati Desmo250 MX überhaupt die richtige Wahl?

Die Desmo250 MX richtet sich an Fahrer, die sportlich orientiert sind und Performance-Potenzial suchen. Sie ist keine Freizeitmaschine für gelegentliche Waldwege, sondern eine auf Motocross ausgerichtete Maschine. Das zeigen Leistung, Gewicht, Fahrwerkskomponenten, die enge Serviceplanung und die renntaugliche Ausstattung. Für Einsteiger ohne Offroad-Erfahrung kann sie fordernd sein.

Was macht den Motor der Desmo250 MX so besonders im Vergleich zur Konkurrenz?

Der größte technische Unterschied liegt in der desmodromischen Ventilsteuerung. Dadurch sind hohe Drehzahlen möglich. In der Praxis können Gänge länger gehalten werden. Die Leistungsentfaltung soll über das gesamte Drehzahlband kontrollierbar bleiben.

Ist die viele Technik ein Vorteil oder eher ein Risiko im harten Motocross-Alltag?

Riding Modes, Traktionskontrolle, Engine Brake Control und digitale Wartungshilfen können auf wechselnden Untergründen oder bei intensivem Training helfen, das Motorrad an Bedingungen und Fahrstil anzupassen. Wie zuverlässig diese Systeme im Dauereinsatz funktionieren, wird sich zeigen. Auf dem Papier steigern sie Kontrolle und Effizienz.