Mit der RR X-PRO 2T 250/300 Modelljahr 2026 schiebt Beta seine Enduro-Baureihe weiter in Richtung Hard-Enduro und anspruchsvolles Geläuf. Die Baureihe wurde 2025 zum 20-jährigen RR-Jubiläum eingeführt, 2026 folgt eine umfassend überarbeitete Version. Im Fokus stehen ein neu konstruiertes Fahrwerk, ein fein abgestimmter Zweitaktmotor und Details, die im Enduro-Alltag oft den Unterschied machen. Die X-PRO richtet sich an alle, die zwischen verwurzelten Aufstiegen, Steinfeldern und Sonderprüfungen zu Hause sind – egal ob Hobbyfahrer oder ambitionierter Hard-Enduro-Pilot.
Neuer Rahmen und Fahrwerkslayout für das Gelände
Die RR X-PRO 2T 250/300 2026 baut auf einem neu gestalteten Rahmen auf. Der CrMo-Stahl-Doppelschleifenrahmen reicht bis zur Höhe des Auslasskanals und bildet das Rückgrat des Motorrads. Mit einem Radstand von 1482 mm und einer Gesamtbreite von 830 mm folgt die Geometrie Enduro-Prinzipien: stabil bei höherem Tempo auf Schotter und wendig im engen Singletrail. Die Gesamtlänge liegt bei 2175 mm (250) beziehungsweise 2172 mm (300), die Bauhöhe bei 1270 mm – Werte, die auf ausgewogene Ergonomie für unterschiedliche Körpergrößen setzen.

Ein zentrales Element ist die X-PRO-Mono-Hinterradfederung. Das zentrale Federbein ist auf Traktion im technischen Gelände ausgelegt und bietet neutrales Fahrzeugverhalten. Fahrer, die zwischen Wurzelpassagen, Bachbetten und schnellen Transferetappen wechseln, profitieren von dem breiten Einsatzbereich. Die Abstimmung passt sowohl für Freizeit-Enduristen als auch für Hard-Enduro-Fahrer mit höheren Geschwindigkeiten und großen Hindernissen.

SHC-Gabel und mehr Komfort für lange Etappen
Vorn arbeitet eine Gabel mit SHC-Technik (Separate Hydraulic Chamber), bei der die Hydraulik asymmetrisch ausgelegt ist. Diese Konstruktion optimiert den Ölfluss und reduziert das Gewicht der Gabelkomponenten um rund 250 g. Im Enduro-Alltag zählt diese Einsparung bei schnellen Richtungswechseln und langen Fahrtagen, da die Front sensibler auf kleine Schläge reagiert – spürbar in zerfahrenen Auffahrten oder bremswelligen Abfahrten.

Für mehr Langstreckenkomfort sorgen Silentblöcke im Bereich des Lenkers. Die Gummilager dämpfen Vibrationen, bevor sie an die Hände des Fahrers weitergegeben werden. Bei einem hochdrehenden Einzylinder-Zweitakter reduziert das Kribbeln in den Händen, was mehr Gefühl für das Vorderrad und weniger Ermüdung bedeutet, besonders bei ausgedehnten Touren.
Faszinierendes Detail: Kühlmittelausdehnungsgefäß
Eine Besonderheit der RR X-PRO 2T 250/300 2026 ist das etwa 200 cm³ fassende Kühlmittelausdehnungsgefäß am Kühler. Im Enduroeinsatz, speziell bei langsamen, technischen Passagen, bringt schleppende Fahrt und wenig Fahrtwind das Kühlsystem an die Grenze. Statt überlaufende Flüssigkeit zu verlieren, wird sie in diesem Behälter aufgefangen. Das minimiert Risiken wie Überhitzung und Kühlmittelverluste, was in Hard-Enduros hilfreich ist.
Auf mehrstündigen Touren in anspruchsvollem Gelände bietet diese Lösung mehr Reserve, etwa in langen Stufenauffahrten oder Trial-artigen Sektionen, und passt zum Fokus der X-PRO auf schwieriges Gelände.
Zweitaktmotor in zwei Hubräumen: 250 und 300

Im Rahmen arbeitet ein flüssigkeitsgekühlter Einzylinder-Zweitakter, wahlweise mit 249 cm³ (250) oder 292,6 cm³ (300). Beide Versionen teilen sich den Hub von 69,9 mm, unterscheiden sich aber im Bohrungsdurchmesser: 67,4 mm bei der 250er, 73 mm beim 300er. Damit ist die 250er drehfreudiger, während die 300er mit mehr Drehmoment aus dem Keller punktet. Die Verdichtung liegt bei 13,2:1 für die 250er und 11,63:1 für die 300er.
Für Endurofahrer bedeutet das eine Wahl: Die 250er belohnt aktives Fahren mit hoher Drehzahl und Kupplungsarbeit. Die 300er eignet sich für kontrollierbare Kraft mit weniger Schaltarbeit. Beide Triebwerke wurden für 2026 in Leistungsabgabe und Drehmomentverlauf verfeinert, für besser dosierbare Kraft über das Drehzahlband.
Elektronik, Bremsen und Ergonomie im Detail
Am Lenker sitzt ein Mappingschalter, der unter dem Pad verborgen ist. Damit kann der Fahrer die Motorcharakteristik an Untergrund und Ermüdung anpassen. Im Rennen oder bei langen Ausfahrten ist ein sanfteres Mapping nützlich, wenn der Boden rutschig wird oder Kräfte schwinden.

Beim Vorderrad verzögert eine Nissin-Bremsanlage, die von den MX-Modellen übernommen wurde. Der neue Bremssattel ist kompakter, leichter und leistungsstärker. Wichtig ist die bessere Dosierbarkeit am Limit, etwa in steilen Abfahrten oder vor engen Kurven auf Wurzeln und Steinen, für berechenbares Bremsgefühl.
Design, Praxisdetails und Zielgruppe der RR X-PRO
Optisch setzt die RR X-PRO 2T 250/300 2026 auf rote Verkleidungsteile mit schwarzen Grafiken. Der Look ist modern und passt zu sportlichen Enduros. Praktisch ist der vordere Bergegurt mit Markenemblem, hilfreich beim Ziehen aus Bachbetten, Versetzen des Vorderrads oder Heben über Hindernisse.
Mit neuem Rahmen, SHC-Gabel, X-PRO-Monofederbein, überarbeitetem Zweitaktmotor und Details wie Kühlausdehnungsgefäß, Mappingschalter, Silentblöcken und Bergegurt adressiert die Beta RR X-PRO 2T 250/300 2026 Enduro- und Hard-Enduro-Fahrer. Sie eignet sich für Fortgeschrittene und ambitionierte Hobbyfahrer, die ein Motorrad für schwieriges Gelände suchen.
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Welche Version passt besser: 250 oder 300 – und für wen?
Die 250er ist drehfreudiger und belohnt aktives Fahren mit sauberem Gangwechsel und Kupplungsarbeit, ideal für flowige Trails. Die 300er bietet mehr Drehmoment aus niedrigen Drehzahlen, für runde Bewegungen in steilen Auffahrten oder Steinfeldern mit weniger Schaltvorgängen. Wer Kraft sparen will, greift zur 300.
2) Was bringen SHC-Gabel und Silentblöcke im echten Enduro-Alltag?
Die SHC-Gabel optimiert den Ölfluss und spart Gewicht, für sensibleres Ansprechen auf kleine Schläge wie Wurzeln oder Steine, was auf langen Tagen Kraft spart. Die Silentblöcke dämpfen Vibrationen, reduzieren Ermüdung und verbessern das Gefühl fürs Vorderrad in ruppigem Gelände.
3) Warum ist das Kühlmittelausdehnungsgefäß im Hard-Enduro so wichtig?
Im langsamen Gelände fehlt Fahrtwind, was das Risiko von Überhitzung und Kühlmittelverlust erhöht. Das Gefäß fängt überlaufende Flüssigkeit auf, bietet Reserve in technischen Passagen oder Trainings und minimiert Stress für den Fahrer.


