Husqvarna FE 350 2027 Seitenansicht, Enduro-Motorrad in Weiß mit blauem Sitz, gelber Gabel und Offroad-Bereifung.
Die neue Husqvarna FE 350 Enduro mit moderner Ausstattung und optimiertem Fahrwerk. (Foto: husqvarna-motorcycles.com)

Husqvarna FE 350 2027 trifft ins Enduro-Herz

Die Husqvarna FE 350 des Modelljahrs 2027 ist eine Enduro, die genau den schmalen Grat trifft, den viele Geländefahrer seit Jahren suchen: genug Leistung für schnelle Sonderprüfungen, genug Gutmütigkeit für lange Tage im Sattel und ein Fahrverhalten, das vom ersten Meter an Vertrauen aufbaut. Husqvarna positioniert dieses Motorrad als vielseitige Mittelklasse-Maschine. Sie richtet sich nicht nur an erfahrene Racer, sondern ebenso an ambitionierte Fahrer, die eine moderne Sportenduro mit kontrollierbarer Kraftentfaltung suchen.

Im Zentrum steht ein 349,7-cm³-Einzylinder-Viertaktmotor, der bei nur 28,8 kg Motorgewicht kompakt ausfällt. Die Position im Rahmen dient der Massenzentralisierung, dazu kommen nahe am Schwerpunkt angeordnete Hauptbauteile und Wellen. Das reduziert die Rotationsträgheit und macht die FE 350 in der Praxis zu einer Maschine, die sich willig umlegen, präzise platzieren und auf engen Enduro-Linien leicht korrigieren lässt.

Husqvarna FE 350 2027 Seitenansicht, Enduro-Motorrad in Weiß mit blauem Sitz, gelber Gabel und Offroad-Bereifung.
Die neue Husqvarna FE 350 Enduro mit moderner Ausstattung und optimiertem Fahrwerk. (Foto: husqvarna-motorcycles.com)

Ein Motor, der Kraft und Ruhe vereint

Kontrolle statt Kraftmeierei

Gerade im Enduro-Sport ist rohe Leistung selten der Schlüssel zum Tempo. Viel wichtiger ist, wie sauber sich Leistung abrufen lässt, wenn Untergrund, Grip und Rhythmus im Sekundentakt wechseln. Die FE 350 setzt genau hier an. Der DOHC-Zylinderkopf mit DLC-beschichteten Schlepphebeln, 36,3-mm-Titan-Einlassventilen und 29,1-mm-Auslassventilen ist auf Enduro-Performance ausgelegt. Dazu kommen eine Bohrung von 88 mm, ein Hub von 57,5 mm sowie eine Verdichtung von 13,7:1. Das Ergebnis ist eine Leistungsentfaltung, die über das gesamte Drehzahlband stark, aber ruhig wirkt.

Die 42-mm-Keihin-Drosselklappe arbeitet mit präziser Einspritzung, der Gasbowdenzug wird ohne Umlenkung montiert, und das Einspritzventil sitzt so, dass der Luft-Kraftstoff-Fluss möglichst effizient in den Brennraum gelangt. Im Gelände heißt das: spontane Reaktion auf Lastwechsel, sauberes Herausbeschleunigen aus Spurrinnen und genug Reserven, wenn eine Auffahrt plötzlich steiler wird.

Keihin 42-mm-Drosselklappeneinheit der Husqvarna FE 350 im Detail
Die präzise Einspritzanlage der Husqvarna FE 350: Keihin 42-mm-Drosselklappe (Foto: husqvarna-motorcycles.com)

Warum das Chassis so viel Vertrauen aufbaut

Leicht, steif, berechenbar

Ein gutes Enduro-Fahrwerk muss zwei Dinge gleichzeitig können: präzise führen und trotzdem Fehler verzeihen. Die FE 350 setzt dafür auf einen Doppelschleifen-Zentralrohrrahmen aus 25CrMo4-Stahl mit optimierter Materialverteilung rund um Lenkkopf und obere Stoßdämpferaufnahme. Genau dort entscheidet sich, ob ein Motorrad in schnellen Kurven stabil bleibt und beim Einlenken Ruhe ausstrahlt. Die metallisch weiße Pulverbeschichtung bringt den typischen Husqvarna-Look, Rahmenschützer bewahren den Lack und liefern zusätzlich Grip für die Stiefel.

Hinzu kommt ein leichter Hybrid-Heckrahmen. Er besteht zu 60 % aus Polyamid und zu 40 % aus Aluminium, wiegt nur 1,8 kg und kombiniert Aluminiumguss im unteren Bereich mit spritzgegossenem Polyamid im oberen Teil. Zusammen mit der druckgegossenen Schwinge und der 22-mm-Hinterradachse entsteht ein Heck, das Traktion nicht dem Zufall überlässt. Bei tief ausgefahrenen Kurven hilft das integrierte Kettengleitstück, den Vortrieb konstant zu halten.

Die faszinierende Stärke steckt im Fahrwerk

WP XACT macht den Unterschied

Vorn arbeitet eine WP XACT Cartridge-Gabel mit 48 mm Durchmesser und 300 mm Federweg, hinten ein WP XACT-Federbein mit Umlenkung und ebenfalls 300 mm Federweg. Die Cartridge-Gabel wurde für harten Enduro-Einsatz entwickelt. Leichte, polierte Federn verbessern das Ansprechverhalten, mittig positionierte Kolben optimieren den Ölfluss und reduzieren Schaumbildung. Besonders interessant ist der einteilige Hydrostop, der in den letzten 68 mm Federweg wirkt. Gerade bei harten Landungen oder unerwarteten Kanten sorgt das für mehr Reserve.

Hinten setzt Husqvarna auf einen per numerischer Strömungsmechanik optimierten Hauptkolben. Druck- und Zugstufe an der Gabel lassen sich werkzeuglos verstellen, am Federbein können Zugstufe sowie Highspeed- und Lowspeed-Druckstufe von Hand angepasst werden.

Ergonomie, Technik und Ausstattung mit Sinn

Gebaut für lange Tage im Gelände

Mit 109,2 kg ohne Kraftstoff, 952 mm Sitzhöhe, 343 mm Bodenfreiheit und 1489 mm Radstand bringt die FE 350 die Maße mit, die man in dieser Klasse erwartet. Das Bodywork wurde unter harten Bedingungen entwickelt, die Kontaktflächen im Fahrerdreieck erlauben sicheren Knieschluss und reduzieren die Ermüdung. Die hohe, breite Sitzbank schafft Bewegungsfreiheit, während der griffige Bezug auch bei harter Beschleunigung Halt gibt. Der 8,0-l-Tank integriert sich sauber in die Linie des Motorrads.

Fahrer mit Husqvarna FE 350 fährt durch anspruchsvolles Waldgelände.
Die Husqvarna FE 350 des Modelljahrs 2027 im harten Enduro-Einsatz im Wald. (Foto: husqvarna-motorcycles.com)

Auch die übrige Ausstattung zeigt, dass hier an den Einsatz gedacht wurde: Brembo-Bremsen mit 260-mm-Scheibe vorn und 220-mm-Scheibe hinten, eine hydraulische Brembo-Kupplung, Michelin-Reifen auf Speichenrädern mit schwarz eloxierten Leichtmetallfelgen, ProTaper-Lenker sowie CNC-gefräste, schwarz eloxierte Gabelbrücken mit 22 mm Versatz. Dazu kommen LED-Scheinwerfer, ein werkzeuglos zugänglicher Luftfilter und ein Mapping-Auswahlschalter, der zwei EFI-Kennfelder, Traktionskontrolle und Quickshifter verwaltet. Der Quickshifter arbeitet ab dem zweiten Gang und erlaubt kupplungslose Hochschaltvorgänge selbst unter Last.

Die FE 350 bleibt eine der spannendsten Optionen

Die FE 350 steht in einer langen Entwicklungslinie, die in den vergangenen Jahren konsequent verfeinert wurde. Die neue Enduro-Plattform mit kompakteren Motoren, neuem Rahmen, neuem Heckrahmen, überarbeiteter WP-Federung, frischem Bodywork und moderner Elektronik bildet eine starke Basis für das 2027er Modell. Das Motorrad wirkt dadurch nicht wie ein Kompromiss, sondern wie eine bewusst austarierte Antwort auf die Frage, was eine moderne Sportenduro heute können muss.

Für Fahrer, die im Gelände keine brachiale Machtdemonstration suchen, sondern Präzision, Traktion und ein ehrliches Gefühl fürs Vorderrad, ist diese Husqvarna interessant. Die FE 350 überzeugt dort, wo Enduros ihren Charakter offenbaren: in ruppigen Auffahrten, in ausgefahrenen Kehren, auf rutschigem Waldboden und immer dann, wenn ein Motorrad nicht nur schnell, sondern auch berechenbar sein muss.

Bilder: Hersteller