KTM 390 Adventure R 2026: Kleine Reiseenduro mit Rally-Genen

KTM 390 Adventure R 2026 in Orange und Weiß, Seitenansicht vor weißem Hintergrund
Die neue KTM 390 Adventure R 2026 setzt Maßstäbe im Adventure-Mittelklassesegment für Offroad-Fans. (Foto: ktm.com)

Die Mittelklasse im Adventure-Segment ist hart umkämpft, doch mit der KTM 390 Adventure R des Modelljahres 2026 schiebt sich ein Motorrad nach vorne, das sich klar an Offroad-Fans richtet. Die neue Generation baut auf der überarbeiteten 390er-Plattform auf und will vor allem eines sein: eine echte Reiseenduro für Fahrerinnen und Fahrer, die lieber auf Schotter als auf der Stadtautobahn unterwegs sind. Optisch knüpft die 390 Adventure R an die großen Rally-Vorbilder an, technisch steckt deutlich mehr Offroad-Fokus in ihr als beim straßenorientierten Schwestermodell.

LC4c-Single mit 45 PS und Euro-5.2-Freifahrtschein

Herzstück der KTM 390 Adventure R 2026 ist der neue LC4c-Einzylinder mit 398,7 cm³ Hubraum. Der flüssigkeitsgekühlte Viertakter leistet 45 PS (rund 33 kW) und bringt 39 Nm Drehmoment an die 520er-X-Ring-Kette. Für die A2-Klasse ist die Leistung ideal, und die überarbeitete Auslegung des Motors sorgt laut Daten für ein sanfteres, fein dosierbares Ansprechverhalten – ein Punkt, der im Gelände deutlich wichtiger ist als pure Spitzenleistung. Der Einzylinder erfüllt die aktuelle Euro-5.2-Abgasnorm, was ihn für die kommenden Jahre zukunftssicher macht und den Einsatz als Alltags- oder Pendlerbike erleichtert.

KTM 390 Adventure R 2026 in seitlicher Ansicht, orange-schwarzes Rally-Design
Die neue KTM 390 Adventure R des Modelljahres 2026 – Mittelklasse-Enduro mit starkem Offroad-Fokus (Foto: ktm.com)

Geschaltet wird über ein 6-Gang-Getriebe, das im Zuge der Modellpflege überarbeitet wurde. Der Fokus liegt auf präziseren Gangwechseln und einer harmonischeren Abstufung – wichtig, wenn auf losem Untergrund im Stehen gefahren wird. Mit einem vollgetankten Gewicht von 176 kg (165 kg fahrfertig ohne Sprit) bleibt die 390 Adventure R angenehm handlich, was gerade Einsteiger und kleinere Fahrer auf engen Trails zu schätzen wissen.

Querschnitt des KTM LC4c-Einzylindermotors der 390 Adventure R 2026 mit sichtbaren Zahnrädern und Ventiltrieb.
Der neue 398,7 cm³ LC4c-Motor der KTM 390 Adventure R im Querschnitt, offenbart innovative Technik und präzises Engineering. (Foto: ktm.com)

Fahrwerk und Räder: Voll auf Offroad getrimmt

Die wohl stärkste Waffe der KTM 390 Adventure R ist das Fahrwerk. Vorn arbeitet eine 43-mm-WP-APEX-Open-Cartridge-Gabel mit 230 mm Federweg, die sowohl in Zug- als auch in Druckstufe in jeweils 30 Klicks einstellbar ist. Hinten übernimmt ein WP-APEX-Federbein mit ebenfalls 230 mm Federweg die Arbeit, ausgestattet mit einstellbarer Federvorspannung (über Gewinderinge) und 20-fach verstellbarer Zugstufe. Diese Einstellvielfalt findet man in dieser Hubraumklasse selten und zeigt, dass die 390 Adventure R nicht nur gelegentliche Feldwege im Pflichtenheft hat, sondern ernstzunehmendes Offroad.

KTM 390 Adventure R 2026 fährt auf Schotterweg im Gelände, Motorradfahrer in voller Offroad-Ausrüstung.
Die neue KTM 390 Adventure R 2026 überzeugt als geländetaugliche Reiseenduro mit Rally-Optik. (Foto: ktm.com)

Ein weiterer Schlüssel zur Geländetauglichkeit ist das Radformat: vorn ein 21-Zoll-Speichenrad, hinten 18 Zoll, beide bestückt mit Mitas Enduro Trail E07+ Reifen. Die Kombination aus robusten Drahtspeichenrädern und grobstolligen Pneus ist auf Schotter, Geröll und nassen Waldwegen im Vorteil gegenüber Gussrädern mit Straßenbereifung. Dazu kommt eine Bodenfreiheit von 272 mm, die im Singletrack oder in tiefen Spurrillen entscheidende Zentimeter liefern kann. Mit einer Sitzhöhe von 870 mm bleibt die 390 Adventure R hochbeinig, bietet aber die für Enduros typische Übersicht und Bewegungsfreiheit.

Offroad-Modus, Traktionskontrolle und Kurven-ABS

KTM 390 Adventure R 2026 fährt offroad mit Fahrer im Gelände
Eine KTM 390 Adventure R 2026 bei einer dynamischen Fahrt auf losem Untergrund. (Foto: ktm.com)

Elektronisch zeigt sich die KTM 390 Adventure R auf der Höhe der Zeit. Serienmäßig an Bord sind eine schräglagenabhängige Traktionskontrolle (Motorcycle Traction Control) und ein Kurven-ABS. Für Geländeeinsätze steht ein spezieller Offroad-Fahrmodus bereit, der gezielten Hinterradschlupf zulässt und ein Offroad-ABS aktiviert. Dabei bleibt das Vorderrad weiter überwacht, während das Hinterrad bei Bedarf blockieren darf – ideal für kontrollierte Bremsdrifts auf losem Untergrund. Ein praxisrelevantes Detail: Die Offroad-Einstellungen bleiben auch nach dem Abstellen des Motors erhalten und müssen nicht nach jedem kurzen Stopp neu aktiviert werden.

KTM 390 Adventure R 2026 Offroad-Motorrad fährt auf einer matschigen Schotterstraße mit bewaldeten Bergen im Hintergrund.
Die neue KTM 390 Adventure R 2026 wird auf einer nassen Schotterstraße im Gebirge bewegt. (Foto: ktm.com)

Der niedrige Schwerpunkt in Kombination mit dem großen 21-Zoll-Vorderrad unterstützt ein stabiles, berechenbares Fahrverhalten, selbst wenn der Untergrund unübersichtlich wird. Das hauseigene Stabilitätssystem greift dezent ein, um in Schräglage auf Asphalt mehr Sicherheitsreserve zu bieten, ohne dem Fahrer das Gefühl zu nehmen, das Motorrad selbst zu kontrollieren. Für lange Etappen lässt sich über das PowerParts-Programm eine Tempomat-Funktion nachrüsten, die vor allem auf zähen Autobahnpassagen eine Entlastung bringen dürfte.

Fokus-Feature: Das Chassis als Offroad-Rückgrat

Besonders interessant ist bei der KTM 390 Adventure R das Chassis-Konzept. Der zweiteilige, geteilte Stahlrohrrahmen ist leicht und verwindungssteif ausgelegt, die angeschraubte Heckrahmenstruktur macht Reparaturen im Fall eines Sturzes einfacher. In dieser Hubraum- und Preisklasse ist das ein spannender Ansatz: Die Balance aus Flex und Steifigkeit zielt auf ein spielerisches Fahrgefühl, bei dem die Maschine sich eher nach großem Enduro-Spielzeug als nach verkleinerter Reisebüchse anfühlt.

KTM 390 Adventure R 2026 in Orange und Weiß, Seitenansicht vor weißem Hintergrund
Die neue KTM 390 Adventure R 2026 setzt Maßstäbe im Adventure-Mittelklassesegment für Offroad-Fans. (Foto: ktm.com)

Zentraler Baustein im Rahmenkonzept ist der 14-Liter-Tank. Er ist so gestaltet, dass er einerseits genügend Reichweite für lange Schottertage bietet und andererseits die Ergonomie nicht beeinträchtigt. Die schmal gehaltenen Flanken erlauben viel Bewegungsspielraum im Stehen, während die breiteren Seitenteile und hinteren Verkleidungselemente zusätzlichen Knieschluss und Halt vermitteln. Der Tank rückt den Fahrer körpernah ans Motorrad, was auf losem Untergrund mehr Gefühl fürs Vorderrad bringt und die kontrollierte Gewichtsverlagerung erleichtert.

Rally-Optik, Ergonomie und Alltagstauglichkeit

Optisch orientiert sich die KTM 390 Adventure R klar an den großen Rally-Geräten des Hauses. Die Verkleidung ist schmal, das Bodywork mit markanten Grafiken und robusten Kunststoffteilen gestaltet. Ein stabiler Motorschutz bewahrt Motor und Auspuffanlage vor Steinschlag und Bodenkontakt, wenn es im Gelände härter zur Sache geht. Die Fußrasten sind breit, robust und in zwei Positionen nutzbar, mit leicht entfernbaren Gummieinlagen für den Wechsel zwischen Straßeneinsatz und hartem Offroad-Betrieb.

KTM 390 Adventure R 2026 in seitlicher Ansicht, orange-schwarzes Rally-Design
Die neue KTM 390 Adventure R des Modelljahres 2026 – Mittelklasse-Enduro mit starkem Offroad-Fokus (Foto: ktm.com)

Die Sitzbank ist als einteiliges, abgestuftes Element ausgeführt – niedriger vorderer Bereich für die Fahrerin oder den Fahrer, höherer Abschnitt für den Sozius. Sie lässt sich schnell abnehmen und gibt dann Zugriff auf den Luftfilter und ein kleines Staufach. Wer mehr Langstreckenkomfort oder mehr Bewegungsfreiheit sucht, findet im Zubehörprogramm unterschiedliche Sitzvarianten. Das Windschild ist kompakt, aber effizient ausgelegt, um den Druck auf Brust und Helm bei Reisetempo zu reduzieren, ohne im Stehen an der Geländetauglichkeit zu kratzen.

Technik an Bord: TFT, LED-Licht und USB-C

Für den Blick auf alle relevanten Informationen sorgt ein 5-Zoll-TFT-Farbdisplay mit automatischer Helligkeitsanpassung. Ein eigener Schaltblitz-Indikator hilft dabei, den Einzylinder im optimalen Drehzahlbereich zu bewegen, ohne ständig auf den Drehzahlmesser starren zu müssen. Über die Bedienelemente am Lenker lassen sich Fahrinformationen und Einstellungen bequem durchschalten. Praktisch für den Reiseeinsatz: Eine USB-C-Ladebuchse ist serienmäßig verbaut und hält Smartphone oder Navigationsgerät mit Energie versorgt.

Die Beleuchtung übernimmt ein kompakter LED-Scheinwerfer im typischen Rally-Design, ergänzt durch Tagfahr- und Positionslicht. Die Lichtausbeute ist auf längere Fahrten in der Dunkelheit ausgelegt, sei es auf der Landstraße oder auf der letzten Schotterpassage zum Zeltplatz. Damit wird aus der kleinen Adventure nicht nur ein Wochenend-Spielgerät, sondern eine ernstzunehmende Reiseenduro für alle, die gerne leicht, direkt und abseits der großen Straßen unterwegs sind. Für diesen Anspruch wirkt die KTM 390 Adventure R 2026 in ihrer Gesamtheit stimmig – von der Motorcharakteristik über das Fahrwerk bis hin zum praxisnahen Detail wie der Offroad-ABS-Logik.

Die KTM 390 Adventure R des Modelljahres 2026 steht in Deutschland mit einem Listenpreis von 6.999,00 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer (zzgl. 495 Euro Überführung und Nebenkosten) im Programm.

Bilder: Hersteller