KTM 1390 Super Adventure S EVO: Reiseenduro der nächsten Stufe

Seitenansicht der KTM 1390 Super Adventure S EVO, Reiseenduro-Modell 2026 mit orange-schwarzem Design.
Die neue KTM 1390 Super Adventure S EVO gezeigt in markantem Orange-Schwarz, bereit für Abenteuer auf und abseits der Straße. (Foto: ktm.com)

Mehr Hubraum, mehr Technik, mehr Abenteuer

Mit der 2026 KTM 1390 Super Adventure S EVO schiebt der Hersteller das Kapitel Reiseenduro noch ein Stück weiter nach vorn. Der bekannte 75-Grad-V2 wächst auf 1.350 cm³, liefert nun 173 PS und satte 145 Nm Drehmoment und erfüllt dabei die Euro-5+-Norm. Das alles steckt in einem Motorrad, das klar auf lange Touren, schnelle Etappen auf der Autobahn und zügige Landstraßen ausgelegt ist – mit genug Reserven, um auch auf Schotterpassagen und leichten Offroad-Strecken nicht fehl am Platz zu wirken.

Entscheidend ist dabei weniger die nackte Leistung als die Art, wie sie nutzbar gemacht wird. Die variable Ventilsteuerung mit zwei Nockenprofilen sorgt für einen breiten, gut kontrollierbaren Leistungsbereich: kurze Ventilhübe bei niedrigen Drehzahlen für geschmeidigen Lauf und bessere Effizienz, größere Hübe bei höheren Drehzahlen für den vollen Punch. Damit spricht der V2 sanft an, wenn es gemütlich vorangehen soll, und hängt dennoch spontan am Gas, wenn aus der Reisegeschwindigkeit plötzlich Überholmodus wird.

Rückansicht einer orange-schwarzen KTM 1390 Super Adventure S EVO, Motorrad-Modell 2026, mit großer Enduro-Ausstattung.
Heckansicht der neuen KTM 1390 Super Adventure S EVO Modelljahr 2026 mit sichtbarem Auspuff und Windschild. (Foto: ktm.com)

Automatisches Getriebe als Gamechanger für die Reise

Ein Feature, das die 1390 Super Adventure S EVO klar von vielen Konkurrenzmodellen absetzt, ist das Automatic Manual Transmission (AMT). Es erlaubt die Wahl zwischen klassischem Schaltgefühl und vollautomatischem Modus. Wer lange Tagesetappen fährt, kennt den Moment, in dem der linke Fuß und die Kupplungshand einfach mal Pause haben dürfen. Hier übernimmt das System nahtlos die Gangwechsel und lässt den Kopf frei für Linienwahl, Verkehr und Landschaft.

Nahaufnahme des 6-Gang-Getriebes der KTM 1390 Super Adventure S EVO für Reiseenduros
Das innovative 6-Gang-Getriebe mit Automatic Manual Transmission der neuen KTM 1390 Super Adventure S EVO. (Foto: ktm.com)

Gleichzeitig bleibt die Möglichkeit, selbst einzugreifen, erhalten – etwa wenn vor der Passkehre der richtige Gang stehen soll oder auf Schotter ein bestimmter Gang gehalten werden muss. Für Reiseenduristen, die viel Kilometer abspulen und trotzdem sportlich fahren wollen, verbindet das AMT Komfort mit Kontrolle. Unterstützt wird das Ganze von einer 6-Gang-Box, die auf den breiten Leistungsbereich des Motors abgestimmt ist.

Motor der KTM 1390 Super Adventure S EVO mit sichtbarer Mechanik und Technik
Detailaufnahme des neuen V2-Motors der KTM 1390 Super Adventure S EVO mit variabler Ventilsteuerung und automatischem Getriebe (Foto: ktm.com)

Elektronikpaket auf Adventure-Niveau 2026

Passend zu diesem Antrieb steht ein umfangreiches Elektronikpaket bereit. Ride-by-Wire bildet die Basis für verschiedene Fahrmodi: RAIN, STREET, SPORT, OFFROAD und ein anpassbares CUSTOM-Setting stehen serienmäßig bereit, ein RALLY-Modus ist optional. Damit lässt sich das Motorrad vom sanften Regenbegleiter bis hin zur scharf gestellten Kurvenwaffe konfigurieren, inklusive angepasster Gasannahme und Traktionskontrolle.

Cockpit mit 8-Zoll-TFT-Display und Lenkerarmatur der KTM 1390 Super Adventure S EVO
Modernes Farb-TFT-Display mit Bedienelementen der KTM 1390 Super Adventure S EVO (Foto: ktm.com)

Herzstück der neuen „Cockpit-Erfahrung“ ist ein 8 Zoll großes, hochformatiges TFT-Display. Die Bedienung erfolgt über den Touchscreen und die Lenkerarmaturen und bietet den Zugang zu Fahrmodi, Fahrwerkseinstellungen, Konnektivitätsfunktionen und Navigation, sofern über KTM Connect integriert.

Radar, Assistenzsysteme und Keyless mit Sicherheitsplus

Besonders interessant für Vielfahrer ist das Front-Radarsystem, das serienmäßig verbaut ist. In Kombination mit Funktionen wie adaptiven Assistenzsystemen, je nach Ausstattungsumfang, unterstützt es beim entspannten Kilometerfressen auf der Autobahn. Ergänzt wird die Elektronik durch Traktionskontrolle, Kurven-ABS mit wähl- und anpassbaren Modi, Reifendruckkontrolle, Tempomat sowie das semi-aktive Fahrwerk.

Seitenansicht der KTM 1390 Super Adventure S EVO, Reiseenduro-Modell 2026 mit orange-schwarzem Design.
Die neue KTM 1390 Super Adventure S EVO gezeigt in markantem Orange-Schwarz, bereit für Abenteuer auf und abseits der Straße. (Foto: ktm.com)

Das Keyless-Go-System geht einen Schritt weiter als üblich: Mit Anti-Relay-Attack-Schutz wird der Missbrauch per Signalverlängerung erschwert, ein Thema, das bei modernen, schlüssellosen Systemen immer stärker in den Fokus rückt. Neben Zündung werden Tankdeckel und optionales, schlüsselloses Gepäck freigeschaltet – praktisch beim schnellen Tanken oder an der Mautstation, ohne ständig nach dem Schlüssel kramen zu müssen.

Fahrwerk, Bremsen und Reifen für Straße und Schotter

Im Fahrwerksbereich setzt die 1390 Super Adventure S EVO auf ein semi-aktives WP-System mit Through-Rod-Technologie. Vier Dämpfungsmodi – COMFORT, STREET, SPORT und RAIN – erlauben eine Anpassung an Fahrstil und Beladung, während das optionale Suspension PRO-Paket zusätzliche Feinabstufungen eröffnet. Wer mit Sozius und Gepäck unterwegs ist oder zwischen sportlicher Landstraßenfahrt und Autobahnpassage wechselt, profitiert von der schnellen, elektronischen Verstellung statt Schrauberei in der Garage.

KTM 1390 Super Adventure S EVO fährt auf Schotter und wirbelt Staub auf.
Die neue KTM 1390 Super Adventure S EVO bei einer sportlichen Fahrdemonstration auf losem Untergrund. (Foto: ktm.com)

Vorn arbeitet ein 19-Zoll-Rad mit 120/70 R 19, hinten ein 17-Zoll-Rad mit 170/60 R 17. Bestückt sind sie mit Dunlop Meridian Reifen mit „Eis-Axt“-Profil, die sowohl auf trockener Fahrbahn als auch auf Schotter für Traktion und Stabilität ausgelegt sind. Beim Verzögern helfen neue Brembo-Handbremszylinder und überarbeitete Beläge an der Front, die laut Hersteller für einen deutlich schärferen Biss sorgen sollen – ein wichtiger Punkt bei einem kräftigen, voll beladenen Reisegerät.

Langstreckenkomfort und Hitzemanagement im Fokus

Reisefahrer achten nicht nur auf Motor und Elektronik, sondern vor allem auf Komfort über viele Stunden. Die 1390 Super Adventure S EVO setzt hier an mehreren Stellen an. Der neue Windschild bietet bis zu 70 mm Verstellbereich und wurde im Windkanal auf geringere Geräuschentwicklung und besseren Wetterschutz ausgelegt. Dazu kommt ein neuer LED-Hauptscheinwerfer mit integrierten Kurvenlichtern für eine breite, der Schräglage folgende Ausleuchtung – entscheidend für Alpenpässe bei Nacht oder den frühen Arbeitsweg im Winter.

KTM 1390 Super Adventure S EVO fährt auf einer asphaltierten Strecke, Vorderrad in der Luft, Fahrer in orangefarbener Schutzkleidung
Fahrer auf einer KTM 1390 Super Adventure S EVO bei dynamischer Kurvenfahrt mit Wheelie (Foto: ktm.com)

Mehrere Kontaktpunkte lassen sich individuell einstellen: Brems- und Kupplungshebel, Schalthebel, Lenkerposition, Sitzhöhe (847 oder 867 mm) und die Scheibe selbst. Die Fußrastenhalter sitzen 8 mm tiefer und 10 mm weiter außen, was den Kniewinkel entspannt und den Stand im Offroad-Betrieb verbessert. Der breitere, gummigelagerte Aluminiumlenker in Kombination mit neu gestalteten Handprotektoren zielt auf weniger Vibrationen und besseren Schutz ab.

Technische Basis und Praxisdetails für Vielfahrer

Auch abseits der großen Schlagworte findet sich einiges, was Vielfahrer zu schätzen wissen. Das Kühlsystem wurde mit effizienteren Lüftern samt „Wings“ überarbeitet, dazu kommen neue Ventilsitzmaterialien und Legierungen für bessere Wärmeableitung. Seitliche Luftauslässe leiten heiße Luft von den Knien des Fahrers weg – besonders in südlichen Regionen oder im Sommerstau ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt.

Die PREMIUM-Herstellergarantie bietet bei Modellen, die ab dem 3. Februar 2025 verkauft werden, bis zu vier Jahre Schutz. Für einen technisch so umfangreichen Tourer ist das ein klares Signal an alle, die ihr Motorrad intensiv nutzen. Hinzu kommt ein ungewöhnlich langer Ventilspielkontroll-Intervall von 60.000 km, was die Wartungskosten und -aufwände über die Laufzeit deutlich reduziert und Vielreisenden längere Intervalle zwischen den Werkstattterminen ermöglicht.

Preis und Einordnung für Abenteuerreisende

Unter dem Strich richtet sich die KTM 1390 Super Adventure S EVO an Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer, die eine leistungsstarke, hochvernetzte und komfortable Reiseenduro für lange Distanzen suchen, die ebenso souverän Autobahn-Kilometer frisst wie sie kurvige Landstraßen und Schotterpassagen meistert. Das Zusammenspiel aus 1.350-cm³-V2, AMT-Getriebe, semi-aktivem Fahrwerk, umfangreicher Assistenz- und Konnektivitätstechnik sowie Detailarbeit bei Ergonomie und Hitzemanagement positioniert sie klar im oberen Segment moderner Adventure-Bikes.

Blick auf das digitale Cockpit und den Lenker einer KTM 1390 Super Adventure S EVO während der Fahrt.
Das 8-Zoll-TFT-Display der KTM 1390 Super Adventure S EVO während der Fahrt auf einer Teststrecke. (Foto: ktm.com)

Für dieses Paket aus Leistung, Elektronik und Langstreckenkomfort liegt der Listenpreis der 2026 KTM 1390 Super Adventure S EVO bei 22.999 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer zuzüglich 495 Euro für Transport und Gebühren.

Bilder: Hersteller