Rennsport-DNA seit 2002
Die Honda CRF450R ist seit ihrer Einführung 2002 eine feste Größe im Motocross. Damals fiel sie mit ihrem leichten Aluminium-Brückenrahmen und dem Unicam-Motor auf; heute verkörpert sie die kontinuierliche Weiterentwicklung eines reinen Rennwerkzeugs. Über zwei Jahrzehnte wurde die Baureihe mit dem HRC-Werksteam und MXGP-Piloten verfeinert, um auf anspruchsvollen Rennstrecken und lokalen Trainingsplätzen zu überzeugen.

Das aktuelle Modell profitiert von dieser Erfahrung. Die CRF450R ist als Referenz im 450er-MX-Segment konzipiert: agil, präzise und mit einer Leistungsentfaltung für ambitionierte Fahrer, die wissen, was sie von einer solchen Maschine erwarten. Die Technik, die Profis wie Tim Gajser in der WM einsetzen, ist fast unverändert in diesem Serienmodell verfügbar.




Aluminium-Brückenrahmen und Showa-Fahrwerk
Das Herzstück ist ein Aluminium-Twin-Spar-Rahmen, dessen Steifigkeit auf hohe Kurvengeschwindigkeiten und Stabilität bei hohem Tempo abgestimmt ist. Im Gelände fühlt er sich direkt an, ohne nervös zu wirken – ideal für wellige Abschnitte und Spurrillen. Dazu passt eine überarbeitete 49-mm-Showa-Upside-down-Gabel mit neuen Standrohren, Gabelbrücken und Achsklemmungen. Das Ziel: ein sensibleres Ansprechen vom ersten Millimeter an und zuverlässiges Feedback auf ruppigem Untergrund.

Am Heck sorgt ein abgestimmtes Showa-Monofederbein für gleichmäßige Dämpfung über den gesamten Weg. Es ist über eine 11 Prozent steifere Pro-Link-Umlenkung verbunden, was mehr Kontrolle beim Beschleunigen aus Löchern und bei harten Landungen bietet. Mit 310 mm Federweg vorn und hinten sowie 333 mm Bodenfreiheit ist die Maschine für harten Offroad-Einsatz ausgelegt.
449,7 cm³ Unicam-Motor mit Feinschliff
Der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder-Viertakter hat 449,7 cm³ Hubraum. Die Unicam-Steuerung mit einer oberen Nockenwelle und vier Ventilen ermöglicht eine drehfreudige Charakteristik bei kompaktem Zylinderkopf, was den zentralen Schwerpunkt unterstützt. Mit Bohrung-Hub-Verhältnis von 96,0 × 62,1 mm und Verdichtung von 13,5 : 1 ist der Motor auf Leistung und schnelle Gasannahme ausgelegt.



Der Fokus lag auf dem Ansprechverhalten am Kurvenausgang. Ein geradlinigerer Ansaugtrakt sorgt für spontane Reaktionen und anhaltende Leistung. Ein 100 mm längerer Krümmer verbessert Drehmoment und Kontrollierbarkeit im mittleren Bereich. In engen Kurven oder tiefen Spurrillen lässt sich die Kraft so feiner dosieren.
Elektronik für ambitionierte Piloten
Das Elektronikpaket hilft, die Motorleistung effektiv umzusetzen, ohne Überflüssiges. Über den Engine Mode Select Button (EMSB) gibt es drei Charakteristiken: Standard, sanft für rutschigen Boden und voller Kraft für tiefen Sand. So passt sich die Leistung an Strecke und Vorlieben an.

Für Starts gibt es ein dreistufiges HRC-Launch-Control-System mit Drehzahlen von 8.000, 8.500 oder 9.500 U/min, je nach Grip. Ergänzt wird es durch die Honda Selectable Torque Control (HSTC) mit drei Stufen plus Off, um Schlupf zu reduzieren, ohne das direkte Fahrgefühl zu beeinträchtigen.
Bremsen und Ergonomie im Renntrimm
Das Bremssystem passt zu modernen MXGP-Strecken. Vorn eine 260-mm-Scheibe mit zweikolbiger HRC-Zange, die steifer ist, hitzebeständiger und mit weniger Leerweg. Das ergibt eine dosierbare, konstante Bremswirkung. Hinten eine 240-mm-Scheibe für Stabilität ohne Unruhe.
Ergonomisch ist die CRF450R schlank mit zentraler Masse. Der schmale Kunststoff, 6,3-Liter-Titan-Tank und geformte Kühlerverkleidungen bieten mehr Bewegungsfreiheit. Das erleichtert schnelle Positionswechsel auf technischen Strecken. Die Grafik mit Honda-Wing-Logo betont den Renncharakter.
Varianten inklusive exklusiver CRF450RWE
Es gibt drei Modelle: die reine Motocross-CRF450R, eine Offroad-Variante für Enduro und Trails sowie die CRF450RWE Works Edition. Diese bringt Werksdetails serienmäßig für kompromisslose Rennfahrer.


Die CRF450RWE hat einen handbearbeiteten Ansaugkanal, Yoshimura-Auspuff mit TwinAir-Filter und spezieller Abstimmung. Dazu Hinson-Kupplung und hydraulische Betätigung für weniger Kraftaufwand. Beim Fahrwerk: Showa-Federbein mit Titan-beschichteter Stange und Gabel mit Kashima- und Titannitrid-Beschichtung für geringere Reibung. Optisch: roter Zylinderkopfdeckel, eloxierte Kappen und spezielles Sitzcover. Die Standard-CRF450R hat 21-/19-Zoll-Räder mit Dunlop-MX33-Reifen.
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Für wen ist die Honda CRF450R gedacht – und ist sie auch für Hobbyfahrer sinnvoll?
Die CRF450R ist ein reines Motocross-Bike: leicht, präzise und leistungsstark. Sie richtet sich an ambitionierte Fahrer auf Renn- oder Trainingsstrecken. Für Hobbyfahrer eignet sie sich, wenn Fahrkönnen passt und Einstellungen angepasst werden. Wer Gutmütigkeit oder Straßentauglichkeit sucht, findet hier keinen Kompromiss.
2) Was bringt das neue Showa-Fahrwerk im Alltag auf einer ausgefahrenen Strecke wirklich?
Das überarbeitete Setup bietet sensibleres Ansprechen und berechenbares Feedback auf ruppigem Gelände. In Wellen und Spurrillen bleibt es stabil, das steifere Heck unterstützt Beschleunigung und Landungen. Das bedeutet mehr Kontrolle und konstante Zeiten.
3) Welche Rolle spielen die Elektronik-Modi (EMSB, Launch Control, HSTC) – und lohnt sich das Einstellen wirklich?
Die Modi machen die Leistung nutzbar: EMSB passt zu Grip, Launch Control hilft beim Start, HSTC reduziert Schlupf. Für regelmäßige Fahrer lohnt die Anpassung.

