In einer Zeit, in der viele Hersteller ihre kleinen Zweitakter leise vom Hof rollen lassen, setzt die GASGAS MC 125 2027 ein deutliches Zeichen. Dieses Motorrad richtet sich an alle, die das direkte Ansprechverhalten eines 125er‑Motors schätzen, aber keine Lust mehr auf zickige Vergaserabstimmung und launische Powerbands haben. Der klassische 2‑Takt bleibt, doch unter dem roten Kunststoffkleid arbeitet moderne Technik, die den Alltag auf der Cross‑ oder Enduro‑Strecke erleichtern soll.

GASGAS MC 125 2027: Moderne Technik im kleinen 2‑Takter
Herzstück der MC 125 2027 ist der 124,8 cm³ große Einzylinder‑Zweitaktmotor mit elektronischer Benzineinspritzung. Das Keihin‑EFI‑System mit 39 mm Drosselklappe übernimmt die Gemischaufbereitung. Mit der Einführung der EFI wurde die klassische 2‑Takt‑Auslasssteuerung durch ein elektronisches Auslasssteuerungssystem ersetzt; seitliche Auslasskanäle öffnen etwas früher als der Hauptauslass. Auf der Strecke bedeutet das ein breiter nutzbares Drehzahlband bei gleichbleibendem Zweitakt‑Charakter.

Die sechs Gänge stammen von Pankl Racing Systems, samt Primärübersetzung 23:73 und Sekundärübersetzung 13:50. Die enge Abstufung und kurzen Schaltwege passen zum Einsatz im Motocross‑ und sportlichen Enduro‑Bereich. Die Flüssigkeitskühlung hält den Motor auch bei tiefem Sand und langen Motos stabil im Temperaturfenster.


Elektrischer Start und robuste Kupplung für lange Renntage
Die MC 125 2027 verfügt über einen E‑Starter. Ein 2,0 Ah Lithium‑Ionen‑Akku übernimmt die Versorgung und ist rund 1 kg leichter als ein herkömmlicher Bleiakku. Im Rennbetrieb oder beim Training auf technisch anspruchsvollen Strecken kann ein Knopfdruck den Unterschied machen – etwa nach einem Absteller in einer engen Kehre oder nach einem Umfaller.
Die Kraftübertragung übernimmt eine DS‑Mehrscheiben‑Nasskupplung mit Stahlmembran und hydraulischer Betätigung von Braktec. Der Kupplungskorb wird aus einem Block Stahl CNC‑gefräst. Die Stahlmembran ersetzt klassische Schraubenfedern und soll für einen gleichbleibenden Druckpunkt sorgen.
Elektronik, die nicht nervt – sondern hilft
GASGAS setzt auf ein kompaktes Motormanagement von Vitesco mit integriertem Neigungssensor. Stürzt der Fahrer, wird die Zündung abgeschaltet. Über einen Map‑Select‑Schalter am Lenker stehen zwei Kennfelder zur Wahl: Map 1 für harte, rutschige Hardpack‑Strecken mit wenig Traktion, Map 2 für tiefe Sandstrecken oder matschige Bedingungen.

Fahrwerk und Chassis: agil, aber nicht nervös
Vorne arbeitet eine 48 mm WP XACT USD‑Gabel mit AER‑Luftfederung, hinten ein WP XACT‑Monofederbein mit Umlenkung. In Verbindung mit dem zentralen Doppelrahmen aus 25CrMo4‑Stahl entsteht ein steifes Chassis. Mit einem Radstand von 1.493 mm (±10 mm) und einem Lenkkopfwinkel von 63,9° zielt das Motorrad auf Wendigkeit ab.

Mit 92,5 kg ohne Kraftstoff liegt die MC 125 im leichten Bereich ihrer Klasse. Die Bodenfreiheit von 354 mm und die Sitzhöhe von 956 mm entsprechen dem MX‑Ansatz. Wer kleiner gewachsen ist, wird sich mit der Höhe auseinandersetzen müssen.

Ergonomie: schmal, griffig und durchdacht
Die rot‑schwarze Verkleidung bietet große, ergonomisch geformte Kontaktflächen. Schlanke Verkleidungsteile erleichtern das Umsetzen auf der Geraden und das Vorverlagern vor Sprüngen. Die Grafiken werden per In‑Mold‑Label‑Technik aufgebracht, sodass sie weniger anfällig für Abnutzung sind.
Der schwarze Sitzbezug ist stark profiliert und bietet hohen Grip. Die Übergänge zu Tank und Seitenteilen bleiben glatt, um Hängenbleiben zu vermeiden.
Lenker, Fußrasten und Luftfilter – kleine Details mit großer Wirkung
Am Cockpit arbeitet ein schwarzer NEKEN‑Aluminiumlenker in verstärkten Lenkerböcken. ODI‑Lock‑On‑Griffe in mittlerer Gummimischung erleichtern den Wechsel. Die Fußrasten sind großflächig mit offener Struktur und Zähnen, die Schlamm gut abwerfen. Die linke Seitenverkleidung lässt sich werkzeuglos entfernen, der Filter sitzt dahinter im einteiligen Ansaugsystem.


Bremsen, Räder und Auspuff: Kontrolle und Bodenfreiheit
Vorne und hinten kommen Braktec‑Bremsen zum Einsatz. Eine 260 mm Scheibe vorne und 220 mm hinten liefern ausreichend Verzögerung. Der verstärkte hintere Bremshebel ist gegen Verbiegungen gewappnet. Die 21‑Zoll‑Vorderradfelge und das 19‑Zoll‑Hinterrad mit den Reifengrößen 80/100‑21 und 100/90‑19 unterstreichen den MX‑Ansatz.
Der schlanke Auspuffkrümmer schafft Bodenfreiheit, ohne die Leistungsentfaltung einzuschränken. Der Endschalldämpfer ist so ausgelegt, dass die Geräuschentwicklung reduziert wird.
Fokus‑Feature: Die neue EFI macht den Zweitakt erwachsener
Die elektronische Benzineinspritzung übernimmt die Gemischaufbereitung automatisch. Temperatur‑ und Höhenunterschiede werden vom System ausgeglichen, die Gasannahme bleibt präzise. Für ambitionierte Nachwuchsfahrer und engagierte Hobbyracer bedeutet das weniger Zeit für Abstimmungsarbeiten.
Die MC 125 2027 wird in Deutschland mit Listenpreis inklusive 19 % Mehrwertsteuer angeboten; hinzu kommen Überführungs‑ und Nebenkosten. Die genauen Beträge sind der deutschen GASGAS‑Modellseite zu entnehmen.
Bilder: Hersteller
FAQ
1) Was bringt die EFI der MC 125 2027 im Vergleich zum Vergaser wirklich?
Die elektronische Einspritzung (Keihin‑EFI) soll vor allem Konstanz bringen: Statt Düsen, Nadelstellung und Temperatur‑/Höhenkorrekturen per Hand übernimmt das System die Gemischaufbereitung automatisch. Das macht die Gasannahme präziser und reduziert typische „Launen“ eines 125er‑Zweitakters, wenn sich Wetter oder Streckenhöhe ändern.
2) Für wen ist die GASGAS MC 125 2027 besonders geeignet – und für wen eher nicht?
Die MC 125 2027 richtet sich an Fahrer, die ein leichtes, agiles Motocross‑Bike wollen und bereit sind, aktiv mit Drehzahl zu fahren. Die enge 6‑Gang‑Abstufung und das konsequente MX‑Layout passen zu Cross‑Strecken und sportlichem Enduro. Wer kleiner gewachsen ist, sollte die hohe Sitzhöhe (956 mm) einplanen.
3) Welche Features machen im Alltag auf der Strecke den größten Unterschied?
Drei Punkte stechen heraus: Erstens der E‑Starter. Nach einem Abwürgen oder Umfaller spart ein Knopfdruck Zeit und Kraft. Zweitens die hydraulisch betätigte DS‑Nasskupplung mit Stahlmembran: Sie soll einen gleichbleibenden Druckpunkt auch bei Hitze liefern. Drittens die Elektronik mit Map‑Select: Zwei Kennfelder helfen, das Bike schnell an unterschiedliche Böden anzupassen.


