Dakar 2026: Benavides gewinnt in letzter Sekunde

Die Dakar 2026 schrieb ein neues Kapitel Motorsport-Geschichte: Luciano Benavides gewann die Motorradwertung mit einem Vorsprung von nur zwei Sekunden – so knapp war ein Dakar-Sieg noch nie.

Dabei hatte das Rennen lange nach einem anderen Sieger ausgesehen. Daniel Sanders dominierte zunächst, während Tosha Schareina als einziger ernsthafter Herausforderer galt. Doch eine Zehn-Minuten-Strafe gegen den Spanier auf Etappe 5 und der spätere Sturz von Sanders mit Schulterverletzung brachten die Rangordnung durcheinander. Monster Energy Honda HRC setzte fortan auf Ricky Brabec – zweifacher Dakar-Sieger und in bestechender Form.

KTM setzt alles auf Benavides

Das ist die DAKAR, wie wir sie kennen: Sand, Sand und noch mehr Sand.

Bei Red Bull KTM Factory Racing rückte Luciano Benavides in den Fokus. Mit seinem dritten Tagessieg auf Etappe 8 übernahm der Argentinier erstmals die Gesamtführung. Doch der Vorsprung war minimal, der Druck enorm – vor allem, als Brabec mit einem taktischen Zeitverlust auf Etappe 11 eine perfekte Ausgangslage für den Schlusstag schuf.
Benavides startete als Führender in die finale Etappe – ein Nachteil im Navigationsspiel der Dakar. Brabec hingegen konnte attackieren und lag virtuell komfortabel vorne.

Der Fehler, der alles veränderte

98,4 Kilometer vor dem Ziel schien der Sieg für Brabec sicher. Nur noch sieben Kilometer trennten ihn vom Triumph – bis ein kleiner Navigationsfehler ihn in eine rund drei Kilometer lange Zusatzschleife zwang. Ein Moment, der Geschichte schrieb.
Benavides nutzte die Chance, erreichte das Ziel – und sah Brabec nur zwei Sekunden später einrollen. Der Argentinier war Dakar-Sieger.

Historisches Finish der Dakar 2026 – familiäre Parallele

Benavides feiert einen historischen Triumph

Damit übertraf Benavides sogar das legendäre Finale seines Bruders Kevin, der 2023 mit 43 Sekunden Vorsprung gewann. Der Name Benavides ist nun endgültig in der Dakar-Geschichte verewigt. Orange Dominanz am Roten Meer: KTM feierte nicht nur den 21. Dakar-Gesamtsieg, sondern auch den Triumph in der Rally2-Klasse: Der Slowene Toni Mulec drehte das Klassement auf den letzten Etappen und gewann mit 4:37 Minuten Vorsprung vor Preston Campbell, der sich mit dem Rookie-Titel trösten durfte.

Text: A.S.O.
Fotos: A.S.O. / Charly López / Aurélien Vialatte / J.Delfosse / F.Gooden / F.Le Floch/DPPI