Fantic XXF 450 MY26: neue Kraft im MXGP-Zeitalter

Motocross-Motorrad Fantic XXF 450 MY26 in Seitenansicht mit rotem, blauem und weißem Dekor.
Die Fantic XXF 450 MY26 überzeugt mit moderner Technik und markantem Design für den Renneinsatz. (Foto: fantic.com)

Die Fantic XXF 450 MY26 kommt mit einem klaren Anspruch auf die Strecke: Sie will in der Viertakt-­Oberklasse nicht einfach mitfahren, sondern das Tempo bestimmen. Die Erfahrungen aus der ersten kompletten WM‑Saison des Fantic Factory MXGP Teams, mit Holeshots, Podiumsplätzen und einem Laufsieg in der Königsklasse, sind direkt in dieses Serienmotorrad eingeflossen. Wer in der Startaufstellung einer MX- oder Cross-Country‑Veranstaltung steht, bekommt hier ein Motorrad, das auf den kompromisslosen Einsatz im Rennen zugeschnitten ist – und genau dort seine Stärken ausspielt.

Motor der Fantic XXF 450 MY26: Druck von unten bis oben

Herzstück der Fantic XXF 450 MY26 ist ein Einzylinder‑Viertaktmotor mit 450 cm³, Viertventil‑DOHC‑Kopf und Flüssigkühlung. Der überarbeitete Einlasskanal im Zylinderkopf optimiert die Strömung, sodass der Motor über das gesamte Drehzahlband effizient atmet. Das ergibt ein spontanes Ansprechen am Kurvenausgang und ein breites nutzbares Band, nützlich auf ausgefahrenen MX‑Strecken oder langen Enduro‑Prüfungen. Mit einem Bohrung/Hub‑Verhältnis von 97,0 x 60,8 mm und einer Verdichtung von 13,0:1 ist der Motor auf Leistung und Drehfreude ausgelegt, ohne die Fahrbarkeit zu vernachlässigen.

Nahaufnahme des Motors der Fantic XXF 450 MY26 mit sichtbarem Motorgehäuse und Abgasanlage
Detailaufnahme des Einzylinder-Viertaktmotors der Fantic XXF 450 MY26 mit Akrapovic-Abgasanlage (Foto: fantic.com)

Das neue Schwungrad mit höherer Masse baut die Leistung kontrolliert auf, was auf harten, rutschigen Böden oder in Spurrillen den Grip besser dosierbar macht. Ergänzt wird das durch eine überarbeitete Mehrscheiben-Ölbadkupplung mit hydraulischer Betätigung und Brembo‑Geberzylinder. Die Kupplungsfedern und die Druckplatte mit zusätzlichen Schmierbohrungen sorgen für Standfestigkeit bei vielen Starts und langen Motos.

Akrapovic‑Abgasanlage: Renntechnik ab Werk

Ab Werk ist eine Akrapovic‑Abgasanlage verbaut, mit Titan‑Endschalldämpfer und Edelstahlkrümmern. Diese ist auf den Motor abgestimmt und bringt mehr Leistung und Drehmoment über das gesamte Drehzahlband. Das spürt man beim Herausbeschleunigen nach dem Start, bei langen Auf- und Landungen oder beim Ziehen langer Gänge auf schnellen Sektionen.

Nahaufnahme des Akrapovic-Endschalldämpfers an der Fantic XXF 450 MY26 mit roter Sitzbank und grafischen Designelementen.
Detailansicht der werkseitig verbauten Akrapovic-Abgasanlage der Fantic XXF 450 MY26. (Foto: fantic.com)

Im Vergleich zu serienmäßigen Anlagen arbeitet sie freier, ohne den Motor nervös zu machen. Für ambitionierte Hobbyfahrer bietet sie eine Basis, die sonst oft nachgerüstet werden müsste. Wer am Mapping arbeitet, hat damit ein solides Fundament für Feintuning.

Fahrwerk und Rahmen: Aluminium und Kayaba‑Paket

Das Chassis setzt auf einen leichten Aluminium‑Perimeterrahmen aus Guss-, Strangpress- und Schmiedeteilen. Die vordere Rahmensektion wurde in der Steifigkeit angepasst, für direkteres Feedback vom Vorderrad. Zusammen mit dem Aluminium‑Heckrahmen und der Schwinge mit variablen Querschnitten entsteht ein Fahrwerk, das Stabilität bei Highspeed mit Agilität in engen Sektionen verbindet. Mit einem Radstand von 1.480 mm, Lenkkopfwinkel von 26,9° und 120 mm Nachlauf liegt es im Spektrum moderner MXGP‑450er, ohne nervös zu wirken.

Nahaufnahme der KYB-Upside-Down-Gabel an der Fantic XXF 450 MY26 mit XXF450-Schriftzug
Die Kayaba-Upside-Down-Gabel der Fantic XXF 450 MY26 im Detail (Foto: fantic.com)

Das Fahrwerk kommt vollständig von Kayaba: Vorn eine 48‑mm‑Upside‑Down‑Gabel mit SSS und 310 mm Federweg, hinten ein einstellbares Federbein mit 315 mm Federweg und Umlenkung. Es deckt ein breites Spektrum ab, von Sand über Hartboden bis zu wurzeligen Strecken. Mit 104 kg fahrfertigem Gewicht (vollgetankt) und 965 mm Sitzhöhe erfordert die XXF 450 einen fitten Fahrer, bietet aber Stabilität in Wellen und bei Landungen.

Elektronik mit Renn-DNA: Traktion und Launch Control

Die Elektronik ist rennorientiert: Traktionskontrolle und Launch Control werden über einen Lenker-Schalter aktiviert. Launch Control zähmt die Leistung beim Start, um das Vorderrad am Boden zu halten und den Grip umzusetzen – hilfreich für Holeshots.

Lenkerschalter mit Mapping-Einstellung, Traktionskontrolle und Launch Control an der Fantic XXF 450 MY26
Detailaufnahme des Bedienelements für Launch Control und Traktionskontrolle der Fantic XXF 450 MY26 (Foto: fantic.com)

Gesteuert wird alles über ein ST39 Athena‑GET‑Steuergerät mit zwei Mappings: „Hard“ für griffige Bedingungen, „Soft“ für rutschige Strecken. Beide lassen sich per WiGET‑App anpassen. Das macht die Maschine flexibel für Motocross- oder Cross‑Country-Einsätze.

Ergonomie, Bremsen und Details für den Renneinsatz

Die Ergonomie wurde mit Werksfahrern entwickelt. Schlanke Verkleidungsteile geben Bewegungsfreiheit, die 825 mm Baubreite macht das Motorrad kompakt. Übergänge zwischen Tank (6,2 l), Sitz und Seitenteilen erleichtern Gewichtsverlagerungen.

Nahaufnahme der Hydraulikkupplung und des Lenkers der Fantic XXF 450 MY26
Detailaufnahme des rechten Lenkers mit Hydraulik-Kupplung der Fantic XXF 450 MY26 (Foto: fantic.com)

Bremsen: 270‑mm‑Scheibe vorn und 240 mm hinten, mit Hydraulik. Mit Serienreifen (80/100‑21 vorn, 110/90‑19 hinten) bietet es Reserven auf MX‑Strecken. Die Basis ist neutral und dosierbar; Anpassungen an Belägen, Reifen und Übersetzung sind üblich für Rennen.

Design und Charakter der Fantic XXF 450 MY26

Optisch ist die XXF 450 unverkennbar Fantic. Die neue Grafik in Rot-Blau wirkt modern und aggressiv, mit verchromten Elementen. Auf der Strecke hebt sie sich ab, was im nationalen oder Hobby-Bereich seinen Reiz hat. Insgesamt kombiniert sie moderne Technik mit eigenständigem Auftritt und Fokus auf den 450er-Renneinsatz.

Fantic XXF 450 MY26 Viertakt-Motocross-Motorrad mit Kayaba-Fahrwerk und Akrapovic-Abgasanlage, abgestellt auf einer Wiese.
Die neue Fantic XXF 450 MY26 präsentiert sich startklar für den Renneinsatz. (Foto: fantic.com)

Bilder: Hersteller

FAQ

1) Für wen ist die Fantic XXF 450 MY26 am sinnvollsten – Profi, Hobby oder Cross‑Country?

Sie passt am besten zu rennorientierten Fahrern, die eine 450er aktiv bewegen können. Das Setup mit Kayaba-Fahrwerk und Alu-Rahmen ist auf Tempo und Präzision ausgelegt. Das Schwungrad und die dosierbare Leistung machen sie auch für ambitionierte Hobbyfahrer handhabbar, besonders auf rutschigem Untergrund. Für Cross‑Country bieten die Mappings eine gute Basis, mit Anpassungen an Fahrwerk und Übersetzung je nach Strecke.

2) Welche technischen Features bringen im Rennen den größten Vorteil (Start, Traktion, Konstanz)?

Launch Control kontrolliert die Leistung beim Start für besseren Grip. Traktionskontrolle hilft auf ausgefahrenen oder schmierigen Strecken. Schwungrad und Ölbadkupplung sorgen für kontrollierten Kraftaufbau und Standfestigkeit in langen Motos.

3) Was sollte man an der Serien‑XXF 450 MY26 typischerweise als Erstes einstellen oder anpassen?

Zuerst das Setup: Sag und Abstimmung von Gabel und Federbein auf Gewicht und Stil anpassen. Dann Mapping per App wählen – „Soft“ für rutschige Böden, „Hard“ für Griffiges. Reifenmischung, Druck und Übersetzung sind nächste Schritte. Die Akrapovic-Anlage ist bereits solide; Verbesserungen kommen eher durch Fahrbarkeit.