Carta Rallye Etappe 6: Wüstendruck und Podiumsglanz

Fokus-Schlüsselphrase: Yamaha Ténéré 700 Rally

Die 6. Etappe der Carta Rallye 2026 in Marokko hatte alles, was Rallye-Fans lieben – und wovor selbst erfahrene Piloten Respekt haben: endlose Distanzen, hartes Terrain, komplizierte Navigation und dieses gnadenlose Wüstenlicht, das jede Unachtsamkeit gnadenlos bestraft. Zwischen Icht und M’Hamid standen 318 km Wertungsprüfung, 23 km Verbindungsstrecke und 152 km Transfer auf dem Programm – in Summe 494 km, die Mensch und Maschine bis an die Grenze forderten. Genau in diesem Umfeld zeigte das Ténéré Yamaha Rally Team, was mit einer großseriennahen Reiseenduro wie der Yamaha Ténéré 700 Rally im Rallye-Raid möglich ist.

Paulin Gautier, Etappe 6der Carta Rallye 2026

Paulin, Gallas, Botturi: Konstanz als Waffe in der Wüste

Gautier Paulin war auf der 6. Etappe der auffälligste Name im Team. In 5 Stunden, 48 Minuten und 8 Sekunden stellte er seine Ténéré 700 Rally auf Platz drei der Tageswertung – nur 3 Minuten und 40 Sekunden hinter der Bestzeit. Nach seinen Siegen auf den Etappen 2 und 4 ist dieser Podiumsplatz mehr als nur eine Momentaufnahme: Er bestätigt, dass die parallel-twin-befeuerte Ténéré nicht nur mitfährt, sondern den Prototypen mit 450-cm³-Einzylindern ernsthaft Druck macht. Paulin bleibt damit Dritter im Gesamtklassement, mit 29 Minuten und 55 Sekunden Rückstand auf den Führenden – und noch einer Etappe in der Hinterhand.

Emotion auf Sand: Wenn Minuten über Stunden entscheiden

Auch Kevin Gallas zeigte auf der Distanz von knapp 500 km, wie wichtig Nervenstärke ist. 5 Stunden, 49 Minuten und 57 Sekunden bedeuteten Rang fünf auf der Etappe, eingebettet in eine eindrucksvolle Serie: Sieg auf der 3. Etappe, Podium auf der 4. und Platz zwei auf der 5. Etappe. Mit diesem konstant hohen Level geht der Deutsche als Gesamtzweiter in den letzten Tag, 20 Minuten und 59 Sekunden hinter dem Spitzenreiter. Ein Abstand, der in der Rallye-Welt groß klingt – aber auf einer einzigen Etappe in der Wüste durchaus noch Bewegung zulässt, wenn Navigation, Risiko und Technik perfekt zusammenspielen.

Kevin Gallas, Etappe 6der Carta Rallye 2026

Alessandro Botturi und die lange Sicht der Entwickler

Alessandro Botturi, der erfahrene Italiener im Team, landete auf der 6. Etappe mit 5 Stunden, 50 Minuten und 32 Sekunden auf Rang sechs. Nach frühen Strafzeiten richtet sich sein Fokus weniger auf das nackte Ergebnis als auf das, was Rallye-Raids für Hersteller so wertvoll macht: echte Entwicklungsarbeit unter härtesten Bedingungen. Mit Platz vier im Gesamtklassement, 50 Minuten und 58 Sekunden hinter dem Führenden, spielt er dennoch weiterhin eine Rolle im Spitzenfeld – und liefert gleichzeitig Daten und Feedback, die unmittelbar in die Weiterentwicklung der Ténéré 700 Rally einfließen.

Über-450er-Klasse: Wenn die Twin-Enduro das Podium blockiert

In der Klasse über 450 cm³ zeigt sich besonders deutlich, wie gut das Paket aus Motorrad und Fahrern funktioniert. Auf jeder der ersten sechs Etappen belegte das Ténéré Yamaha Rally Team in dieser Kategorie das komplette Podium. Eine solche Dominanz spricht weniger von Glück als von einem technisch ausgereiften Bike und einem Setup, das auf unterschiedlichem Untergrund funktioniert – von weicheren Dünenfeldern bis hin zu schnellen, ruppigen Pisten. Für Fans von großen Enduros ist das ein starkes Signal: Eine gut abgestimmte Reiseenduro kann in der Rallye-Welt mehr sein als nur ein Exot neben den klassischen 450er-Rallye-Prototypen.

Die Carta Rallye: Prüfstand für Mensch, Maschine und Konzept

Seit 2014 hat sich die Carta Rallye in Marokko zu einem festen Termin im Rallye-Raid-Kalender entwickelt. Die 2026er-Ausgabe markiert die zehnte Auflage und bleibt ihrem Ruf treu: sieben Tage, Dünen, technische Tracks, lange Distanzen und ein Sicherheitskonzept, das mit elektronischen Roadbooks und Helikopterunterstützung modernen Standards entspricht. Gerade für Motorräder wie die Yamaha Ténéré 700 Rally ist dieses Format ideal, um zu zeigen, wie sich ein seriennahes Konzept über eine ganze Woche behauptet. Denn nicht nur Spitzenzeiten zählen, sondern vor allem die Mischung aus Tempo, Haltbarkeit und dem Vertrauen, das ein Bike seinen Fahrerinnen und Fahrern vermittelt.

Kevin Gallas, Etappe 6der Carta Rallye 2026

Die 7. und letzte Etappe der Carta Rallye 2026 bleibt rund um M’Hamid und umfasst 107 km Wertungsprüfung plus 14 km Verbindung – 121 km, auf denen sich entscheiden wird, ob die starke Ausgangslage des Ténéré Yamaha Rally Teams in der Gesamtwertung in Zählbares umgemünzt wird. Eines steht schon jetzt fest: Die Kombination aus erfahrenen Piloten und der Yamaha Ténéré 700 Rally hat eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in einer durchdachten Großenduro steckt, wenn sie mit Rallye-DNA und dem nötigen Feinschliff auf die Wüste losgelassen wird.

Ergebnisse der 6. Etappe der Carta Rallye

Gesamtwertung der Carta Rallye nach der 6. Etappe

Bilder: Yamaha Racing