FIM-Junioren-Motocross-Weltmeisterschaft richtet Ride Green Cup in Jinin aus

Der Ride Green Cup 2026 – Junior Motocross findet am Wochenende vom 3. bis 5. Juli statt und wird parallel zur FIM-Junior-Motocross-Weltmeisterschaft 2026 in Jinin (Tschechische Republik) ausgetragen.

Der erstmals 2015 ausgetragene Ride Green Cup ist Teil des umfassenderen „Ride Green“-Programms der Internationalen Nachhaltigkeitskommission (CID) der FIM. Dieses Programm verfolgt seit seiner Gründung im Jahr 1992 das Ziel, eine weltweite Kultur der Nachhaltigkeit im Motorradsport zu etablieren.

Das fortwährende Bestreben, den Motorradsport mit der Umwelt in Einklang zu bringen – durch die Minimierung des ökologischen Fußabdrucks, die Förderung nachhaltiger Mobilität und die Ermutigung der weltweiten Rennsport-Community zu nachhaltigem Handeln –, erfordert ein durchdachtes und umfassendes Bildungsprogramm; der Ride Green Cup ist ein wesentlicher Bestandteil dieses Prozesses.

Der Ride Green Cup ist mehr als nur ein Wettbewerb. Es geht nicht um Perfektion, sondern darum, eine neue Generation von Fahrern dazu zu ermutigen, mit Leidenschaft, Respekt und Bewusstsein anzutreten. Dabei sollen sie sich ihrer Verantwortung für einen nachhaltigen Rennsport bewusst sein, einen Beitrag zur Gesellschaft leisten und überall dort, wo sie an den Start gehen, positive Veränderungen anstoßen.

Durch die Betonung der Bedeutung von Nachhaltigkeit für Nationalmannschaften, Nachwuchsfahrer und deren Familien sowie durch die Förderung eines bewussten Umgangs mit den gesellschaftlichen Auswirkungen des Sports sollen die Teilnehmer dazu bewegt und motiviert werden, die „Ride Green“-Werte im Motocross-Wettbewerb praktisch umzusetzen. Gleichzeitig soll frühzeitig ein lebenslanges Bewusstsein für Umweltschutz und die eigene Verantwortung geschaffen werden.

Für die diesjährige Ausgabe haben erfreulicherweise acht Nationen – Österreich, Kolumbien, Estland, Norwegen, Rumänien, Serbien, Spanien, die Schweiz und Venezuela – Projekte eingereicht. Die Projekte müssen Planung, Zielsetzung, Schlüssigkeit und eine echte Einbindung des Teams erkennen lassen. Sie basieren auf vier miteinander verknüpften Säulen, die gemeinsam bewertet werden: der Anwendung des FIM-Umweltkodex, sozialen und gesellschaftlichen Initiativen, Kommunikation und Bewusstseinsbildung sowie einer verantwortungsvollen Haltung während der Veranstaltung. Auf diese Weise entwickelt sich der „Ride Green Cup“ zu einem aktiven Projekt, das über die bloße Beobachtung des Verhaltens während des Wettbewerbs hinausgeht.

Alle teilnehmenden Nationen müssen darlegen, wie sie den FIM-Umweltkodex (FIM Environmental Code) in Bezug auf Rennstrecke und Fahrerlager, Mechaniker- und Signalbereiche, Abfallmanagement und Recycling, Motorradwaschplätze, sanitäre Anlagen sowie Wasser- und Energieverbrauch umsetzen.

Soziales Engagement und Aktivitäten im Gemeinwesen – dazu gehören unter anderem das Einsammeln von Müll an der Rennstrecke, Vorträge an örtlichen Schulen oder die Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen – sind ein wesentlicher Bestandteil der Bewertung. Sie sollen jungen Fahrern vermitteln, dass der Motorsport einen positiven und greifbaren Einfluss auf die Gesellschaft haben kann. Die teilnehmenden Nationen müssen Ziele und die angestrebten Auswirkungen benennen sowie weitere Faktoren dokumentieren, wie etwa die Einbindung von Fahrern und deren Familien und die Art der Projektkommunikation, wobei insbesondere kreative, originelle oder innovative Ideen hervorgehoben werden sollen.

Alle Nationen, die Projekte eingereicht haben, wurden gebeten, ihre „Ride Green“-Vision und ihr diesbezügliches Engagement zu skizzieren; die daraus resultierenden Rückmeldungen sind hier zusammengefasst.

Ride Green Cup Podium 2025 Junior Motocross World Championship, France © MXGP

Österreich
Projekt: Jinin Track Walk & Müllsammelaktion „‚Ride Green‘ bedeutet, dass echte Champions die Umwelt schützen. Wir wollen andere durch unser Handeln inspirieren und gehen mit gutem Beispiel voran, um zu zeigen, dass Nachhaltigkeit und Spitzensport im Motorsport zusammengehören. Unsere Nachwuchsfahrer treiben unser soziales Projekt aktiv voran; sie machen ökologisches Verantwortungsbewusstsein für Fans und Gleichaltrige attraktiv und beweisen, dass die nächste Generation im Motocross sauber, respektvoll und zukunftsorientiert agiert.“

Kolumbien
Projekt: Recuperando la Huella (Den ökologischen Fußabdruck ausgleichen) „Es ist wichtig, dass man erkennt, wie notwendig es ist, den eigenen CO₂-Fußabdruck zu verringern – etwa durch Investitionen in Wiederaufforstung, Recycling und die Wiederverwendung von Gegenständen sowie durch Wassersparen. Vor allem aber gilt es zu verstehen, dass Sport ein Mittel sein kann, um Menschen zu erreichen, das Bewusstsein zu schärfen, Umweltbildung zu vermitteln und die Gemeinschaft einzubinden. Jede noch so kleine Handlung zählt.“

Estland
Projekt: Öko-Tour der Jinin-Team-Boxengasse „Für unser Team ist Umweltverantwortung keine bloße Checkliste, die man kurzzeitig abarbeitet – sie ist fester Bestandteil unseres Rennalltags. Wir halten uns bei Rennen in Estland sowie in allen anderen Ländern, in denen unsere Athleten antreten, an den Umweltkodex der FIM. Unsere Vision ist es zu zeigen, dass ein sauberes Fahrerlager und eine saubere Rennstrecke direkt die Professionalität, den Fokus und die hohe Disziplin unserer Nachwuchsathleten widerspiegeln.“

Norwegen
Projekt: Berechnung des CO2-Fußabdrucks des Jinin-Teams „Der Fahrer und sein Betreuerteam verpflichten sich, die Grundsätze des FIM-Umweltkodex während der gesamten Anreise [nach Jinin] und der Teilnahme an der Veranstaltung zu befolgen. Fahrer und Betreuerteam werden die mit der Teilnahme verbundenen Treibhausgasemissionen berechnen und erfassen, um einen vollständigen CO2-Fußabdruck zu ermitteln und Möglichkeiten für künftige Einsparungen aufzuzeigen.“

Rumänien
Projekt: Sicher fahren. Umweltbewusst fahren. Die Zukunft schützen. „Motocross lehrt uns Mut, Disziplin und Respekt – und wir sind der Überzeugung, dass diese Werte auch unseren Umgang mit der Umwelt, unseren Gemeinschaften und unseren Mitmenschen prägen sollten. Unser Ziel ist es, nicht nur um Podiumsplätze zu kämpfen, sondern überall dort, wo wir Rennen fahren, einen positiven Beitrag zu leisten. Wir möchten, dass auch künftige Generationen von Fahrern jene Wälder, Strecken und Naturräume genießen können, die uns heute inspirieren.“

Serbien
Projekt: Initiative „Sauberes Fahrerlager“ „Das Team Serbien setzt sich dafür ein, Umweltbewusstsein und nachhaltige Praktiken im Motocross-Sport zu fördern. ‚Ride Green‘ bedeutet, die Natur zu respektieren, verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen und jungen Fahrern als positives Vorbild zu dienen. Mit unserem Engagement während der Veranstaltung möchten wir Fahrer, Familien und Fans dazu inspirieren, zu einer saubereren und verantwortungsbewussteren Motocross-Gemeinschaft beizutragen.“

Spanien
Projekt: RFME Junior Green Pit School – „Hinterlasse deine Spuren auf der Strecke, nicht auf dem Planeten“ „‚Ride Green‘ bedeutet zu lernen, dass Leistung und Verantwortung Hand in Hand gehen müssen. Ziel ist es nicht, eine einmalige Aktion durchzuführen, um eine Auszeichnung zu erhalten, sondern das RFME-Junior-Motocross-Team zu einem Vorbild für verantwortungsvolles Verhalten zu machen. Wir möchten, dass die Fahrer schon früh verstehen, dass die Zugehörigkeit zu einem Nationalteam bedeutet, sowohl auf der Strecke gute Leistungen zu zeigen als auch sich abseits davon vorbildlich zu verhalten.“

Schweiz
Projekt: Swiss Moto Junior Clean Track Action „Junge Fahrer lernen, dass Motocross auf hohem Niveau auch Respekt vor der Strecke, dem Fahrerlager, der Gemeinschaft und der Umwelt erfordert. Unsere Fahrer werden bei der Veranstaltung klare Umweltregeln befolgen und als positives Vorbild vorangehen. Ziel ist es nicht, ein perfektes Nachhaltigkeitsprogramm zu präsentieren, sondern junge Fahrer, Familien und Mechaniker durch einfache, sichtbare und glaubwürdige Maßnahmen zu sensibilisieren.“

Venezuela
Projekt: Protect Our Tracks – Clean Paddock Challenge „‚Ride Green‘ bedeutet, Rennen mit Disziplin, Respekt und Verantwortungsbewusstsein zu fahren. Als junge Sportler, die unser Land vertreten, wollen wir zeigen, dass Motocross spannend sein und gleichzeitig die Orte schützen kann, an denen wir trainieren und Wettkämpfe bestreiten. Wir wollen andere inspirieren, indem wir einfache, sichtbare und konsequente Verhaltensweisen vorleben und beweisen, dass sich zukünftige Champions ebenso sehr um den Planeten kümmern müssen wie um ihre sportliche Leistung.“

Ride Green Cup Podium 2024 Junior Motocross World Championship, The Netherlands © MXGP

Die Bewertungskriterien berücksichtigen die Anwendung des FIM-Umweltkodex (30 Prozent), Kreativität und Innovation (25 Prozent), Kommunikation und Bewusstseinsbildung (20 Prozent), soziales Engagement (15 Prozent) sowie die Einbindung von Fahrern und Familien (10 Prozent).

Über die Gewinner des Ride Green Cup 2026 entscheidet eine Jury; die erfolgreiche Nation erhält eine Ehrung auf dem Podium sowie eine offizielle Anerkennung im Rahmen der Veranstaltung und eine internationale Bewerbung des Siegerprojekts.

Antonio Alia, Direktor der FIM-Motocross-Kommission, sagte: „Aufklärung – insbesondere bei jüngeren Fahrern – ist der Schlüssel zu einer nachhaltigen Zukunft des Motocross-Sports. Daher gibt es keine bessere Veranstaltung als die FIM-Junior-Motocross-Weltmeisterschaft, um den ‚Ride Green Cup‘ begleitend auszutragen. Mit der Wahl des weltweit bedeutendsten Events im Rennkalender für Nachwuchsfahrer ist die Botschaft klar: Ganz gleich, wer man ist oder wie schnell man fährt – Nachhaltigkeit liegt in der Verantwortung von uns allen.“

Patricia Maskarova, General Managerin der FIM-Junior-Motocross-Weltmeisterschaft beim Serienveranstalter Infront Moto Racing, erklärte: „Wir freuen uns sehr, den ‚Ride Green Cup‘ als festen Bestandteil der FIM-Junior-Motocross-Weltmeisterschaft auszurichten. Nachhaltiges Handeln ist entscheidend, um die Zukunft des Sports zu sichern, den wir alle lieben; wir bei Infront Moto Racing begrüßen es daher sehr, Teil dieses Aufklärungsprozesses zu sein.“

Kattia Juàrez Dubón, Direktorin der FIM-Nachhaltigkeitskommission (CID), fügte hinzu: „Das ‚Ride Green‘-Programm ist ein Eckpfeiler der Zukunftsvision der FIM. Die Gelegenheit, die Botschaft der Nachhaltigkeit an die nächste Generation von Motocross-Rennfahrern zu vermitteln – und ihnen zu zeigen, wie man verantwortungsbewusst Rennen fährt, der Gesellschaft etwas zurückgibt und überall dort, wo man antritt, positive Veränderungen anstößt –, ist eine Chance, die wir uns nicht entgehen lassen dürfen.“

Bilder: FIM