AQ-Honda XL 750R: Wenn die Transalp Rallye-Atem holt

Seitenansicht der AQ-Honda XL 750R Transalp Rallye mit speziellem Fahrwerk und Rallye-Verkleidung im Freien.
Die Rallye-Version der Honda XL 750R Transalp mit umfangreichen Offroad-Umbauten, vorgestellt auf der IMOT 2024. (Foto: africanqueens.de)

Die AQ-Honda XL 750R Transalp zeigt, wie weit sich ein modernes Reiseenduro-Konzept in Richtung Rallye- und Enduro-Tauglichkeit verschieben lässt. Basis ist die Transalp mit Reihenzweizylinder und 755 ccm Hubraum, die hier auf Geländeeinsatz, Bodenfreiheit und Gewichtsersparnis ausgelegt wurde. Der Umbau schärft gezielt Eigenschaften, die Offroad-Fahrer an einem robusten, langstreckentauglichen Motorrad suchen.

Vorgestellt wurde die Rallye-Version auf der IMOT 2024. Erfahrungen aus Sport-Einsätzen mit der Africa Twin flossen in das Projekt ein. Die AQ-Honda XL 750R Transalp richtet sich an Fahrer, die in losem Untergrund, auf langen Schotteretappen und bei anspruchsvollen Offroad-Passagen mehr als Serienkomfort erwarten.

Nahaufnahme der AQ-Honda XL 750R Transalp mit auffälligem Rallye-Verkleidungskit und dekorativen Grafiken
Ausschnitt der Frontverkleidung und des Tanks der AQ-Honda XL 750R Transalp mit Rallye-Kit (Foto: africanqueens.de)

Gebaut für Gelände, nicht nur für den Auftritt

Die Eingriffe betreffen Fahrwerk, Bodenfreiheit, Räder und Schutzkomponenten. Vorne arbeitet eine SHOWA „Raca Works“ Upside-Down-Gabel mit 48 mm Standrohrdurchmesser, voll einstellbarer Dämpfung und 300 mm Federweg. Hinten sitzt ein voll einstellbares ÖHLINS-Federbein mit 250 mm Federweg. Der Federweg liegt auf einem Niveau, das im schweren Gelände Reserven schafft.

Mehr Luft unterm Motor

Die modifizierte Ölwanne erhöht die Bodenfreiheit auf 325 mm. Ergänzt wird das durch einen Kevlar-Motorschutz sowie PE-Motorabdeckungen.

Das Fahrwerk ist der eigentliche Kern

Im Gelände entscheidet das Fahrwerk über Charakter und Können. Das ÖHLINS-Federbein hinten und die Showa-Gabel vorne liefern mehr Reserven sowie bessere Rückmeldung und Stabilität. Zusammen mit dem Radstand von 1560 mm plus/minus 10 mm entsteht ein Paket, das auf Spurtreue und Beherrschbarkeit ausgelegt ist.

Dazu passen die Speichenräder mit Excel-Felgen. Vorn rollt die Maschine auf einer 21 x 1.85-Felge mit 90/90-21-Bereifung, hinten auf einer 18 x MT 2.50-Felge mit 140/80 (90)-18-Reifen. Diese Kombination eröffnet den Zugang zu gängigen Enduroreifen in 21 und 18 Zoll.

Detailaufnahme der AQ-Honda XL 750R Transalp mit Titan-Auspuffanlage und Rallye-Markierungen.
Ausschnitt mit Titan/Edelstahl-Komplettauspuff und ‚750R‘-Dekor der AQ-Honda XL 750R Transalp. (Foto: africanqueens.de)

Bremsen mit klarem Offroad-Fokus

Vorn verzögert eine 300-mm-Einzelscheibe mit Zweikolben-Brembo-Bremszange und Stahlflex-Bremsleitung, hinten eine 256-mm-Einzelscheibe mit Nissin-Einkolbenzange, ebenfalls mit Stahlflex-Leitung.

Rallye-Cockpit mit klarer Botschaft

Das AQ-„RALLY“-Verkleidungs-Kit aus Fiberglas- und Carbon-Komposit schafft Platz für typische Rallye-Instrumente und die originale Multifunktionsanzeige. Die originale Scheinwerfereinheit bleibt erhalten.

Cockpit einer AQ-Honda XL 750R Transalp mit Rallye-Instrumenten, Roadbook und speziellem Lenker.
Detailaufnahme des Rallye-Cockpits der AQ-Honda XL 750R Transalp mit Navigations- und Roadbook-Halter. (Foto: africanqueens.de)

Zum Cockpit gehören ein Carbon-Instrumententräger, zwei RNS GFX Tripmaster, ein Roadbookhalter sowie ein konischer Aluminium-Lenker. Handprotektoren mit Aluminium-Verstärkung runden den Arbeitsplatz ab.

Leichtbau mit Funktion

Mehrere Carbon-Komponenten sind verbaut: der vordere Carbon-Kotflügel, Carbon-Rahmenabdeckungen, eine einteilige AQ-Spezialsitzbank, CNC-gefräste „Sport“-Fußrasten, einstellbare CNC-Handbrems- und Kupplungshebel sowie eine geschlossene hintere Kettenführung.

Der Motor bleibt kultiviert, der Einsatz wird härter

Der Zweizylinder-Reihenmotor leistet 93 PS bei 10.000 U/min und entwickelt 77 Nm bei 7500 U/min. Die Verdichtung liegt bei 11:1, geschaltet wird über ein 6-Gang-Getriebe. Dazu kommt eine neu entwickelte Titan/Edelstahl-Komplettauspuffanlage. In Verbindung mit der Übersetzung von 16 x 45 und dem #520 doppelt verstärkten XW-Ring-Kettenantrieb liegt der Fokus auf nutzbarer Kraft im unteren Drehzahlbereich.

Eine Rallye-Transalp für sehr klare Ansprüche

Mit rund 190 kg fahrfertig, 16,9 Litern Tankinhalt und 90 cm Sitzhöhe bildet der Stahl-Brückenrahmen mit verschweißtem Heck und mittragendem Motor die Basis. Der Umbau besteht aus mehreren Teile-Kits und kann für unterschiedliche Einsatzzwecke angepasst werden.

Das Konzept verschiebt die Transalp bewusst in Richtung Rallye und ernsthaften Offroad-Einsatz. Bodenfreiheit, Fahrwerk und Radformat sind auf diesen Zweck abgestimmt.

Bilder: Hersteller

FAQ

Für wen ist die AQ-Honda XL 750R Transalp eigentlich gedacht?

Die Rallye-Transalp richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer, die mit einer Reiseenduro nicht nur Straße und leichte Schotterwege fahren wollen. Sie ist für Menschen gedacht, die ernsthafte Offroad-Ambitionen haben und ein Motorrad mit mehr Reserven auf langen Schotteretappen und anspruchsvollem Untergrund suchen. Das Konzept verlangt Erfahrung. Wer Komforttouring sucht, ist nicht die Hauptzielgruppe.

Was macht diesen Umbau technisch besonders im Vergleich zu einer normalen Transalp?

Der größte Unterschied liegt in den Änderungen an den entscheidenden Offroad-Baustellen: das lange, voll einstellbare Fahrwerk, die erhöhte Bodenfreiheit, die 21-/18-Zoll-Radkombination und die Schutzkomponenten. Diese Punkte verändern das Fahrverhalten im Gelände spürbar und erweitern die Freiheit bei der Reifenwahl. Das Rallye-Cockpit und die Leichtbau-Komponenten unterstreichen den funktionalen Anspruch.

Ist die AQ-Honda XL 750R Transalp ein Allround-Bike oder eher ein Spezialist?

Im Kern ist dieses Motorrad eher Spezialist als Allrounder. Der Umbau verschiebt den Charakter deutlich in Richtung Rallye und ernsthafter Offroad-Nutzung. Das bringt Vorteile im Gelände, kann im Alltag aber auch Kompromisse bedeuten, etwa bei Zugänglichkeit oder Sitzhöhe. Das Projekt setzt bewusst auf klare Fähigkeiten dort, wo klassische Reiseenduros oft an ihre Grenzen kommen.