TM EN 125 ES Fi 2T 2026: Kleine Enduro, große Technik

Seitenansicht einer TM EN 125 ES Fi 2T Enduro mit Aluminiumrahmen und sportlicher Ausstattung, Modell 2026
Die neue TM EN 125 ES Fi 2T mit modernem Einspritzsystem und Aluminium-Perimeterrahmen für das Modelljahr 2026 (Foto: tm-moto.it)

Eine 125er, die das Kapitel Einspritz-Enduro aufschlägt

Wer bei 125er-Zweitaktern an einfache Technik, Vergaser-Schrauberei und eher klassische Konzepte denkt, bekommt mit der TM EN 125 ES Fi 2T für 2026 einen Dämpfer – im positiven Sinne. Diese Enduro ist die erste 125er-Zweitakt-Enduro der Welt mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung und setzt damit ein deutliches Ausrufezeichen im kleinen Hubraumsegment. Gleichzeitig erfüllt sie als Einachtelliter-Enduro die Euro-5-Abgasnorm und zeigt, dass klassische Zweitakt-Charakteristik und moderne Emissionsstandards sich nicht ausschließen müssen.

Seitenansicht der TM EN 125 ES Fi 2T, einer modernen 125er Enduro mit Aluminiumrahmen und Einspritzmotor.
Die neue TM EN 125 ES Fi 2T mit elektronischer Einspritzung für 2026. (Foto: tm-moto.it)

Die TM EN 125 ES Fi 2T steht außerdem stellvertretend für eine umfassende Modellüberarbeitung: Bereits zur Modellgeneration 2023 hat der Hersteller seine Palette grundlegend neu aufgestellt – vom Design bis zur Technik. So kommt hier eine in vielen Bereichen neu gedachte Sportenduro, die vor allem Fahrer anspricht, die ein leichtes, präzise zu fahrendes Motorrad für verwinkelte Endurotests und enge Singletrails suchen.

Aluminium-Perimeterrahmen und sportliche Ergonomie

Herzstück des Fahrwerks ist der selbstvergütende Aluminiumrahmen in Deltabox-Bauweise. Er kombiniert extrudierte und geschmiedete Teile und bildet einen stabilen, aber leichten Perimeterrahmen. Im Enduro-Alltag bedeutet das: hohe Verwindungssteifigkeit für präzises Einlenken und Spurtreue, ohne dass das Motorrad in harten Sonderprüfungen nervös wird. Das Trockengewicht liegt bei lediglich 93 kg, was für eine vollwertige, homologierte Enduro mit Einspritztechnik äußerst beachtlich ist und sich in engen Kehren und technischen Aufwärtspassagen sofort bemerkbar macht.

Der Lenkkopfwinkel von 63° zielt klar auf Agilität und schnelles Einlenken ab. Unterstützt wird das von einer Sitzhöhe von 99 cm, die ein konsequent sportliches Layout vorgibt: Die Fahrerposition ist stehend wie sitzend eher vorderradorientiert, ideal für aktives Fahren zwischen Wurzeln, Steinen und tiefen Spurrillen. Die Bodenfreiheit von 36 cm verschafft Reserven im schweren Gelände, sei es beim Überqueren von Baumstämmen oder in ausgewaschenen Bachbetten.

Fahrwerk mit Kayaba-Gabel und TM-Monoshock

An der Front arbeitet eine 48-mm-Upside-Down-Gabel von Kayaba. Die japanische Gabel ist im Offroad-Bereich eine feste Größe und bekannt für ein gutes Ansprechverhalten bei gleichzeitig hoher Durchschlagsreserve. Mit einem Federweg von 310 mm deckt sie sowohl klassisches Enduro-Gelände als auch schneller gefahrene Pisten souverän ab. Am Heck übernimmt ein Monofederbein aus eigenem Hause die Arbeit. Das TM-Monoshock-Fahrwerk bringt 300 mm Federweg mit und fügt sich in das auf Sport getrimmte Gesamtpaket ein.

In der Praxis bieten diese Werte ausreichend Reserven für ambitionierte Hobbyfahrer und Club-Sportler, ohne die 125er unnötig hart wirken zu lassen. Gerade in Kombination mit dem leichten Chassis entsteht ein Motorrad, das schnelle Richtungswechsel liebt und bei sauberer Fahrtechnik ein sehr hohes Kurventempo erlaubt. Wer technisches Gelände bevorzugt, wird die Kombination aus geringem Gewicht, viel Bodenfreiheit und fein ansprechendem Fahrwerk zu schätzen wissen.

Der Motor: moderner Zweitakt mit eMoticom-ECU

Der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder bringt es auf 124,8 cm³ Hubraum, erreicht über eine Bohrung von 54 mm und einen Hub von 54,5 mm. Typisch 125er-Zweitakt also, aber mit einer entscheidenden Besonderheit: Die Gemischaufbereitung übernimmt ein elektronisches Einspritzsystem. Die Steuerung läuft über eine eMoticom-Steuereinheit, während ein eigenes TM-Racing-Drosselklappengehäuse die Luftführung übernimmt. Damit verabschiedet sich diese Enduro vom klassischen Vergaser-Layout, das in dieser Hubraumklasse bislang dominierte.

Für den Enduro-Fahrer bringt das mehrere Vorteile: Die Einspritzung sorgt für eine präzisere Dosierbarkeit des Gases, was vor allem auf rutschigen, verblockten Anstiegen und in engen Kehren spürbar wird. Kaltstarts gelingen zuverlässiger, und das Mapping kann auf Euro-5-Anforderungen hin optimiert werden, ohne den für Zweitakter typischen Punch vollständig zu kastrieren. In Verbindung mit dem 6-Gang-Getriebe lässt sich der Motor so von zügigem Transferstück bis hin zum tiefen Singletrail sauber nutzen.

Getrennte Ölschmierung und alltagstaugliche Details

Wie die gesamte Zweitaktpalette des Herstellers arbeitet auch die TM EN 125 ES Fi 2T mit einem separaten Ölbehälter für die Schmierung. Das bedeutet: Kein Vormischen von Benzin und Öl an der Tankstelle, was im Alltag wie beim Training auf fremden Strecken ein echter Praxisgewinn ist. Der integrierte Öltank versorgt den Motor automatisch mit der benötigten Menge Schmierstoff – ein Komfortmerkmal, das in dieser Hubraumklasse noch längst nicht selbstverständlich ist.

Gestartet wird ausschließlich elektrisch. Auf einen Kickstarter verzichtet die TM bewusst. Das passt zur modernen Ausrichtung des Motorrads und macht das Handling im schwierigen Gelände leichter, da kein zusätzlicher Hebel im Weg ist und das erneute Anwerfen in Hanglagen spürbar stressfreier abläuft. Wer viele enge, technisch fordernde Sektionen fährt, wird den E-Start in Kombination mit dem geringen Gewicht zu schätzen wissen, wenn der Motor doch einmal ausgeht.

Bremsen, Tank und Reichweite der TM EN 125 ES Fi 2T

Bei der Bremsanlage setzt die Enduro auf bewährte Komponenten: Vorn verzögert eine 270-mm-Bremsscheibe, gebissen von einem Brembo-Bremssattel. Hinten arbeitet eine 240-mm-Scheibe mit Nissin-Sattel. Diese Kombination steht für gute Dosierbarkeit und ausreichend Biss, um auch auf langen Abfahrten sicher und kontrolliert zu verzögern. Gerade im Enduro-Betrieb, in dem Traktion und Feingefühl wichtiger sind als brutale Verzögerungswerte, ist eine harmonische Abstimmung der Bremsanlage entscheidend.

Der Kraftstofftank fasst 8,5 l; optional ist ein 12-l-Tank erhältlich. Gerade in Verbindung mit der Einspritzung, die den Kraftstoff effizienter nutzt als ein klassischer Vergaser, eröffnet das eine praxisgerechte Reichweite für Trainingsrunden, Endurotouren im Mittelgebirge oder ländliche Ausfahrten. Der Antrieb der Sekundärkette erfolgt über eine RK 520 MXU-Kette – ein Detail, das zeigt, dass bei der Ausstattung nicht gespart wurde und die TM auf solide Komponenten setzt.

Für wen eignet sich die TM EN 125 ES Fi 2T 2026?

Die TM EN 125 ES Fi 2T 2026 richtet sich an Enduristen, die ein extrem handliches, technisch modernes Sportgerät suchen, ohne in große Hubräume zu wechseln. Junge Fahrer mit A1-Führerschein, aber auch erfahrene Geländefahrer, die ein leichtes Trainingsmotorrad wollen, finden hier ein Werkzeug, das klassische Zweitakt-Dynamik mit aktueller Einspritz- und Abgastechnik verbindet. Das moderne Fahrwerk, die hochwertige Bremsanlage und der Aluminium-Perimeterrahmen machen aus der kleinen Enduro ein ernst zu nehmendes Sportgerät, das nicht nur optisch, sondern vor allem fahrdynamisch weit über den typischen 125er-Standard hinausgeht.

FAQ

1) Was bringt die Einspritzung (Fi) gegenüber einem Vergaser bei einer 125er-Zweitakt-Enduro wirklich?

Die elektronische Einspritzung verändert vor allem die Alltagstauglichkeit und die Kontrollierbarkeit im Gelände. Statt Düsen, Nadelposition und Temperatur-/Höhenanpassungen per Hand übernimmt das System die Gemischaufbereitung automatisch und deutlich präziser. Das hilft beim Kaltstart, reduziert typische „Launen“ eines Vergasers und sorgt dafür, dass die Gasannahme in rutschigen Passagen feiner dosierbar bleibt. Gleichzeitig lässt sich das Mapping so abstimmen, dass Euro-5-Anforderungen erfüllt werden, ohne den typischen Zweitakt-Charakter komplett zu verlieren. Für Fahrer bedeutet das: weniger Schrauben, mehr Fahren – und oft konstantere Leistung.

2) Ist eine Sitzhöhe von 99 cm und die sportliche Geometrie nicht zu extrem für Hobbyfahrer?

99 cm Sitzhöhe klingt zunächst hoch, ist im Enduro-Segment aber nicht ungewöhnlich, weil Federweg (310/300 mm) und Bodenfreiheit (36 cm) Platz brauchen. Entscheidend ist, dass die TM mit nur 93 kg Trockengewicht sehr leicht wirkt: In engen Kehren, beim Umsetzen und in technischen Auffahrten lässt sie sich oft leichter kontrollieren als schwerere Motorräder mit niedrigerer Sitzbank. Die sportliche Ausrichtung (agiler Lenkkopfwinkel, vorderradorientierte Position) belohnt aktive Fahrtechnik, kann Einsteiger aber fordern. Hobbyfahrer profitieren am meisten, wenn sie Fahrwerk/Sag sauber einstellen und die Ergonomie (Lenker, Hebel) anpassen.

3) Wie alltagstauglich ist die TM EN 125 ES Fi 2T für Training, Touren und Wettkampf?

Für eine sportliche 125er ist sie erstaunlich „praktisch“: Getrenntschmierung nimmt das Vormischen an der Tankstelle ab, und der E-Starter erleichtert das Wiederanlassen in Hanglagen oder nach einem Abwürgen im technischen Gelände. Die hochwertigen Komponenten (Kayaba-Gabel, starke Bremsen mit Brembo/Nissin) sind nicht nur für Rennen da, sondern erhöhen Sicherheit und Kontrolle im Training. Der 8,5-Liter-Tank wirkt auf dem Papier klein, ist im Enduro-Kontext aber oft ausreichend für Trainingsrunden und viele Touren – besonders wenn die Einspritzung effizienter arbeitet als ein Vergaser. Für lange Tagesetappen kann ein Zusatzkanister sinnvoll sein.

Bilder: Hersteller