Suzuki V-Strom 1050: Reise-Enduro für große Distanzen

Seitenansicht der Suzuki V-Strom 1050 in Grau mit roten Felgen, prominent gezeigt vor weißem Hintergrund.
Die Suzuki V-Strom 1050 präsentiert sich als vielseitige Reise-Enduro mit moderner Technik und komfortabler Ergonomie. (Foto: motorrad.suzuki.de)

Die Suzuki V-Strom 1050 zielt auf Fahrerinnen und Fahrer, die große Ziele im Kopf und viele Kilometer vor sich haben. Diese Reise-Enduro ist auf lange Distanzen mit Gepäck und Sozius ausgelegt und knüpft an das Dakar-Erbe der legendären DR-Z-Modelle an. Über zwei Jahrzehnte hinweg hat sich die V-Strom-Baureihe zu einer festen Größe im Adventure-Segment entwickelt, 2023 gab es eine umfassende Überarbeitung mit der aktuellen V-Strom 1050 und der geländefokussierten 1050DE. Die hier vorgestellte Version versteht sich als straßenorientierte Reise-Enduro mit klarer Allround-Ausrichtung.

Suzuki V-Strom 1050 in grau mit roten Felgen, geparkt vor Wasser und Felsenlandschaft.
Die Suzuki V-Strom 1050 präsentiert sich als vielseitige Reise-Enduro am Ufer eines Sees. (Foto: motorrad.suzuki.de)

V-Strom 1050: V2-Triebwerk für Alltag und Abenteuer

Herzstück der Suzuki V-Strom 1050 ist ein flüssigkeitsgekühlter 90-Grad-V2 mit 1.037 cm³ Hubraum. Das Aggregat leistet 78 kW (106 PS) bei 8.500/min und stellt 100 Nm Drehmoment bei 6.000/min bereit. Damit bewegt sich die Leistung im soliden Mittelfeld der Reise-Enduros und zielt weniger auf nackte Spitzenwerte als auf nutzbaren Schub im Alltag und auf Tour. Der kräftige V2 schiebt im mittleren Drehzahlbereich souverän an – ideal für Überholvorgänge auf Landstraßen, lange Autobahnetappen samt Gepäck oder kurvige Pässe mit Sozius. Mit einer angegebenen Höchstgeschwindigkeit von 205 km/h bleiben auch schnelle Etappen auf der Autobahn realistisch.

Suzuki V-Strom 1050 mit Fahrer und Sozius samt Koffern und Topcase auf der Straße.
Die Suzuki V-Strom 1050 in Fahrt mit zwei Personen und Gepäck auf einer Landstraße. (Foto: motorrad.suzuki.de)

Für Vielfahrer wichtiger als die Endgeschwindigkeit ist der Verbrauch. Suzuki gibt nach WMTC-Norm 5,2 l/100 km an. In Kombination mit dem 20-Liter-Tank sind Reichweiten jenseits der 350-Kilometer-Marke möglich, bevor der nächste Stopp an der Zapfsäule ansteht. Das passt zur Rolle als Langstrecken-Reise-Enduro. Ein zweistufiger Katalysator in der Auspuffanlage mit Edelstahlkrümmern hält die Emissionen im Zaum, der Standgeräuschwert liegt bei moderaten 87 dB(A).

Elektronikpaket mit Fokus auf Kontrolle und Komfort

Die V-Strom 1050 bringt ein umfangreiches Elektronikpaket mit, das sowohl Sicherheit als auch Komfort auf Reisen erhöht. Zentraler Baustein ist das Suzuki Intelligent Ride System (SIRS), zu dem eine Traktionskontrolle mit drei wählbaren Stufen und Abschaltfunktion gehört. Wer auf losem Untergrund mehr Schlupf wünscht, reduziert die Eingriffsstufe oder deaktiviert das System, auf nasser Landstraße oder kaltem Asphalt bieten die Assistenzfunktionen dagegen zusätzlichen Puffer. Ergänzt wird das Ganze durch Kurven-ABS, das als Teil des kombinierten Bremssystems arbeitet und in Schräglage Stabilität sichern soll.

Ein weiteres Komfort-Highlight ist der serienmäßige Tempomat. Gerade auf langen Autobahnetappen entlastet er Hand und Unterarm und hilft dabei, das Tempo konstant zu halten. Die elektronische Drosselklappe (Ride-by-Wire) bildet die Basis für diese Systeme und sorgt zugleich für eine feinfühlige Gasannahme. Angezeigt werden alle relevanten Informationen auf einem 5-Zoll-TFT-Farbdisplay, das automatisch zwischen Tag- (weiß) und Nachtmodus (schwarz) wechselt. Geschwindigkeit, Ganganzeige, Verbrauchsdaten, gewählter Traktionskontrollmodus und weitere Infos lassen sich klar ablesen – wichtig, wenn stundenlang bei wechselnden Lichtverhältnissen gefahren wird.

Faszinierendes Detail: der bidirektionale Quickshifter

Ein Technikdetail sticht im Alltag besonders hervor: der serienmäßige bidirektionale Quickshifter. Er ermöglicht Schaltvorgänge hoch und runter, ohne die Kupplung zu betätigen. Im Adventure-Segment ist das längst kein Standard, gerade bei einem Tourenfokus. Auf kurvigen Landstraßen steigert der Quickshifter den Fahrfluss, da Gangwechsel schneller und ohne Unterbrechung der Linie möglich sind. Beim Zurückschalten vor der Kehre unterstützt das System, ohne dass erst die Kupplung gezogen werden muss – ein Plus, wenn konzentriert Blickführung und Linienwahl im Vordergrund stehen.

Im Stadtverkehr oder auf langen Etappen reduziert der Quickshifter die körperliche Belastung, da wiederholtes Kuppeln entfällt. In Kombination mit der hydraulisch betätigten Mehrscheiben-Ölbadkupplung und dem Suzuki Clutch Assist System (SCAS), das als Anti-Hopping-Servo fungiert, ergibt sich ein insgesamt harmonischer Antriebsstrang. Gerade bei abrupten Verzögerungen bergab verhindert das System ein Stempeln des Hinterrads, was spürbar zur Stabilität beiträgt. So verbindet die V-Strom 1050 ein klassisches V2-Fahrerlebnis mit moderner Antriebselektronik, ohne den Charakter des Motors zu verwässern.

Fahrwerk und Ergonomie für lange Tage im Sattel

Das Fahrwerk der Suzuki V-Strom 1050 setzt auf einen Aluminium-Brückenrahmen, wie er in dieser Klasse üblich ist. Vorn arbeitet eine 43-mm-Upside-Down-Gabel mit Cartridge-System, hinten eine Alu-Kastenschwinge mit zentralem Federbein. Sowohl vorn als auch hinten stehen 160 mm Federweg zur Verfügung – genug für schlechte Straßen, Schotterpassagen und Schlaglöcher, ohne die V-Strom zu stark in Richtung reiner Offroad-Enduro zu verschieben. Die Gabel ist in Vorspannung, Zug- und Druckstufe voll einstellbar, das hintere Federbein bietet verstellbare Zugstufe und eine bequem per Handrad justierbare Federvorspannung. Wer häufig mit Sozius und Gepäck unterwegs ist, passt die Balance damit in wenigen Handgriffen an.

Die Fahrwerksgeometrie mit einem Lenkkopfwinkel von 64,5 Grad und einem Nachlauf von 109 mm zielt klar auf Stabilität und Neutralität. Der Radstand von 1.555 mm unterstreicht den Tourencharakter, ohne die Agilität völlig zu opfern. 160 mm Bodenfreiheit reichen für Feldwege, Schlechtwege oder leichte Offroad-Abstecher, wobei der Fokus der V-Strom 1050 im Vergleich zur 1050DE eher auf Straße und Reise liegt. Mit einem fahrfertigen Gewicht von 242 kg inklusive vollem 20-Liter-Tank gehört sie nicht zu den Leichtgewichten, bietet dafür aber eine Nutzlast von 198 kg. Zusammen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 440 kg ist sie damit klar auf Gepäcksysteme und Soziusbetrieb ausgelegt.

Bremsen, Räder und Alltagsnutzen

Bei den Bremsen setzt Suzuki vorn auf zwei 310-mm-Bremsscheiben mit radial verschraubten Vierkolben-Sätteln, hinten auf eine 260-mm-Scheibe mit Einkolbensattel. Das kombinierte ABS-Bremssystem verteilt die Bremskraft zwischen Vorder- und Hinterrad und arbeitet in Verbindung mit der Kurven-ABS-Funktion. Für Fahrerinnen und Fahrer, die viel bei wechselnden Witterungsbedingungen unterwegs sind, erhöht diese Kombination die Sicherheitsreserven deutlich. Der Wendekreis von 5,8 m bleibt für eine großvolumige Reise-Enduro alltagstauglich, auch Rangieren oder Wenden auf engen Wegen ist damit machbar.

Die V-Strom 1050 rollt vorn auf einem 19-Zoll-Rad mit 110/80R19-Bereifung und hinten auf einem 17-Zoll-Rad mit 150/70R17. Diese Rad-Tire-Kombination ist ein bewährter Kompromiss aus Straßenstabilität und leichtem Offroad-Einsatz. Asphaltorientierte Tourenreifen kommen perfekt zur Geltung, während grobstolligere Profile leichten Offroad-Ausflügen den nötigen Grip verleihen. Das durchgehend verbaute LED-Licht – vom Hauptscheinwerfer über die Blinker bis zum Rücklicht – verbessert Sicht und Sichtbarkeit und trägt zu einem modernen Auftritt bei.

Komfort, Design und Preis der Suzuki V-Strom 1050

Die Ergonomie der V-Strom 1050 ist klar auf lange Strecken ausgelegt. Der zweiteilige Sitz bietet eine ausgewogene Polsterhärte, der Fahrerplatz lässt sich um 20 mm in der Höhe verstellen. Mit Zubehörsitz sind Sitzhöhen von 820 bis 870 mm realisierbar, was die Maschine für unterschiedlich große Personen interessant macht. Der breite, ergonomisch geformte Aluminiumlenker sorgt für eine aufrechte, entspannte Sitzposition – wichtig, wenn ein ganzer Fahrtag ansteht. Die Verkleidungsscheibe ist aerodynamisch gestaltet und lässt sich per Schnellverstellung um 50 mm in der Höhe variieren. So kann der Luftstrom je nach Körpergröße und Einsatz – etwa Stadtverkehr, Landstraße oder Autobahn – angepasst werden.

Seitenansicht der Suzuki V-Strom 1050 in Grau mit roten Felgen, prominent gezeigt vor weißem Hintergrund.
Die Suzuki V-Strom 1050 präsentiert sich als vielseitige Reise-Enduro mit moderner Technik und komfortabler Ergonomie. (Foto: motorrad.suzuki.de)

Das Design folgt einem funktionalen Ansatz: Jedes Bauteil soll eine klare Aufgabe erfüllen, von der leicht verstellbaren Scheibe bis hin zur praxistauglichen Beleuchtung. Gleichzeitig bleibt die V-Strom 1050 optisch ihrer Linie treu und knüpft an den typischen Adventure-Look der Baureihe an. Für Fahrerinnen und Fahrer, die eine robuste, langstreckentaugliche Reise-Enduro mit umfassender Elektronik suchen, stellt sie ein stimmiges Gesamtpaket dar. In Deutschland beginnt der Preis für die Suzuki V-Strom 1050 bei 14.990 Euro.

Bilder: Hersteller

FAQ

1) Für wen ist die Suzuki V-Strom 1050 besonders geeignet?
Die V-Strom 1050 passt vor allem zu Fahrerinnen und Fahrern, die regelmäßig lange Strecken fahren und dabei Komfort, Stabilität und ausreichend Reserven für Gepäck oder Sozius brauchen. Sie ist keine kompromisslose Offroad-Enduro, sondern eine straßenorientierte Reise-Enduro mit Allround-Charakter. Der 90-Grad-V2 liefert kräftigen, gut nutzbaren Schub im Alltag und auf Tour, während Fahrwerk, Sitzposition und verstellbare Scheibe lange Etappen entspannter machen. Wer häufig Autobahn, Landstraße und Pässe kombiniert, findet hier ein stimmiges Gesamtpaket.

2) Welche Rolle spielt die Elektronik (SIRS, Kurven-ABS, Tempomat) auf Tour?
Die Elektronik ist bei der V-Strom 1050 nicht nur „Nice to have“, sondern spürbar tourenrelevant. Traktionskontrolle mit mehreren Stufen hilft, Gripverluste bei Regen, kaltem Asphalt oder wechselnden Straßenbelägen abzufedern, und kann bei Bedarf reduziert oder ausgeschaltet werden. Kurven-ABS erhöht die Stabilität beim Bremsen in Schräglage und unterstützt damit besonders auf unbekannten Strecken oder in kritischen Situationen. Der Tempomat entlastet auf langen Autobahnetappen die rechte Hand, erleichtert gleichmäßiges Tempo und reduziert Ermüdung über viele Stunden.

3) Was bringt der bidirektionale Quickshifter im Alltag wirklich?
Der serienmäßige Quickshifter verbessert den Fahrfluss, weil Gangwechsel hoch und runter ohne Kupplung möglich sind. Das merkt man besonders auf kurvigen Landstraßen: Man bleibt ruhiger in der Linie, schaltet schneller und muss weniger „arbeiten“, wenn Kurven und Kehren dicht aufeinander folgen. Beim Zurückschalten unterstützt das System vor dem Einlenken, sodass man sich stärker auf Blickführung und Brems- bzw. Einlenkpunkt konzentrieren kann. Im Stadtverkehr und auf langen Touren reduziert er zudem die körperliche Belastung, weil das häufige Kuppeln im Stop-and-go oder über Stunden entfällt.