Die KTM 1390 Super Adventure R des Modelljahres 2026 zielt auf Fahrer, die große Distanzen mit ernsthaftem Offroad-Einsatz kombinieren wollen. Statt sich im Reiseenduro-Mainstream zu verlieren, bleibt sie ihrer radikaleren Linie treu: 21-Zoll-Vorderrad, 18-Zoll-Hinterrad, voll einstellbares Offroad-Fahrwerk und ein Antriebsstrang, der eher an ein Rallye-Bike als an einen komfortorientierten Tourer erinnert. Die Maschine positioniert sich damit als Adventure-Bike für alle, die Schotter, Pisten und anspruchsvolle Tracks nicht nur als gelegentliche Abwechslung sehen.

Kraftpaket mit 1.350 cm³ und Fokus auf Langstrecke
Herzstück der KTM 1390 Super Adventure R ist der auf 1.350 cm³ vergrößerte V2-Motor, der 173 PS und 145 Nm Drehmoment liefert. Für eine Reiseenduro mit Offroad-Ausrichtung sind das beeindruckende Werte, die vor allem beim Herausbeschleunigen aus Kurven oder beim Fahren mit Gepäck und Sozius spürbar werden. Der Motor erfüllt die Euro-5+-Norm, was für einen modernen Antrieb mit Fokus auf Effizienz und Emissionsreduktion spricht. Ein praktischer Aspekt für Vielfahrer: Die Ventilspielkontrolle ist erst nach 60.000 km fällig, was Wartungsintervalle streckt und Langstreckenfahrer entlastet.

Auf der Straße zeigt der Motor mit den Fahrmodi RAIN, STREET und SPORT unterschiedliche Charaktere – von zurückhaltend und sicherheitsorientiert bis hin zur sportlich-direkten Gasannahme. Für den Einsatz jenseits des Asphalts stehen OFFROAD und ein anpassbarer CUSTOM-Modus bereit, während der optionale RALLY-Modus die Regelung des Hinterradschlupfs in bis zu neun Stufen erlaubt. Gerade auf losem Untergrund ist diese feine Dosierbarkeit entscheidend, um das Vorderrad stabil zu halten und gleichzeitig das Hinterrad kontrolliert arbeiten zu lassen.
Fahrwerk und Bremsen: Auf Schotter zu Hause

Die 1390 Super Adventure R setzt auf ein geländetaugliches Set-up. Die Bereifung in 90/90-21 vorn und 150/70-18 hinten, hier mit Bridgestone AT41, unterstreicht den Offroad-Anspruch. Das große Vorderrad sorgt für Stabilität in Spurrillen und über Kanten, während der schmale Hinterreifen das Handling im Gelände erleichtert und die Traktion auf wechselnden Untergründen unterstützt. In Verbindung mit der High-Performance-WP-XPLOR-Federung, bestehend aus einer 48-mm-Gabel und PDS-Monofederbein, ergibt sich ein Paket, das auf groben Pisten mehr Reserven bietet als klassische Straßenreiseenduros.
Die Federelemente sind extern in Vorspannung, Zug- und Druckstufe einstellbar. Das erlaubt eine Anpassung an Fahrstil, Beladung und Terrain, sei es die schnelle Schotterautobahn, verwurzelte Waldpassage oder das alpine Geröllfeld. Neu sind die Brembo-Bremszylinder vorne, die eine verbesserte Bremsperformance liefern sollen. In Verbindung mit den anpassbaren ABS-Modi und Offroad-ABS – das blockierbare Hinterrad und das Anheben des Vorderrads zulässt – wird deutlich, dass hier nicht nur auf pure Bremskraft, sondern auch auf feinfühlige Regelung im Gelände Wert gelegt wurde.
Ergonomie und Fahrgefühl: Stehend wie sitzend durchdacht
Die Ergonomie ist auf aktives Fahren abgestimmt. Die Fußrastenhalter sitzen 8 mm tiefer und 10 mm weiter außen. Das ergibt einen größeren Kniewinkel, was auf langen Etappen den Komfort erhöht, und verbessert gleichzeitig die Kontrolle im Stehen, weil der Fahrer mehr Raum über den Rasten hat. Der breite, konisch gefertigte Aluminiumlenker ist in der Position verstellbar und sitzt in gummigedämpften Halterungen, die Vibrationen reduzieren, ohne das Feedback komplett zu filtern. Ein neuer, stabilerer Handschutz schützt Hände und Hebel bei Offroad-Stürzen und Steinschlag.


Hinzu kommen vielfältige Einstellmöglichkeiten: Brems- und Kupplungshebel, Schalthebel, Lenkerposition und Windschild lassen sich an Fahrergröße und Einsatzzweck anpassen. Das Windschild bietet mehrere Positionen für bessere Windabweiserung auf der Autobahn oder mehr Bewegungsfreiheit im Offroad-Betrieb. Serienmäßig mit an Bord ist ein WP-Lenkungsdämpfer, der vor allem auf schnellen, welligen Pisten und bei tiefen Spurrillen für mehr Ruhe im Vorderrad sorgt. Damit richtet sich die KTM 1390 Super Adventure R an Fahrer, die gern im Stehen fahren und das Bike körperlich aktiv bewegen.
Design, Licht und Elektronik: Moderne Adventure-Zentrale
Optisch zeigt sich die 1390 Super Adventure R mit überarbeitetem Front-Bodywork kompakter und muskulöser. Der neue LED-Scheinwerfer bildet das Zentrum der Front und fällt durch sein unverkennbares Design und die Kurvenlicht-Funktion auf. Ein breiterer Lichtkegel und die Ausleuchtung der Innenkurve verbessern die Sicht in der Nacht oder bei schlechten Sichtverhältnissen auf unbeleuchteten Passstraßen oder Pisten. Seitliche Luftauslässe und effizientere Winglet-Lüfter verbessern parallel die Kühlung, unterstützt von robusterem Ventilsitzmaterial, was vor allem bei langsamer, heißer Offroad-Fahrt von Bedeutung ist.

Im Cockpit dominiert ein 8-Zoll-TFT-Farbdisplay im Hochformat. Die entspiegelte, optisch gebondete Glasoberfläche mit Antireflex-Beschichtung soll die Ablesbarkeit auch bei direkter Sonneneinstrahlung verbessern. Hier laufen Fahrmodi, Reifendruckkontrollsystem, Tempomat, KTMconnect, Traktions- und Fahrstabilitätskontrolle zusammen. Besonders hervorzuheben ist das schlüssellose KTM RACE ON-System mit Anti-Relay-Attack-Funktion, das nicht nur das Starten ermöglicht, sondern auch Tankdeckel und KTM-Koffer entriegelt. Diese Kombination aus Komfort und gesteigerter Sicherheit zeigt, wie stark die Elektronik in den Alltag eines Adventure-Bikes eingebunden ist.

Faszination Frontradar und Assistenzsysteme
Als besonderes Feature sticht das optional erhältliche Frontradarsystem heraus. Für eine Reiseenduro, die häufig im dichten Verkehr, auf langen Autobahnpassagen oder in wechselnden Tempobereichen bewegt wird, kann ein solches System einen Fortschritt in Sachen Sicherheit und Entlastung des Fahrers darstellen. In Kombination mit adaptivem Bremslicht, Quickshifter+, Hill-Hold-Control und den umfangreichen Fahrassistenzsystemen entsteht ein elektronischer Schutzschirm, der den Fahrer in kritischen Situationen unterstützen soll. Gerade bei langen Tagesetappen, wenn Konzentration und Reaktionsfähigkeit nachlassen, können solche Helfer den Unterschied machen.
Gleichzeitig bleibt die KTM 1390 Super Adventure R ihren Wurzeln treu und überlässt zentrale Entscheidungen dem Fahrer. Der RALLY-Fahrmodus mit den neun Schlupf-Stufen und das Offroad-ABS zeigen, dass der Fahrer die Kontrolle behalten und die Elektronik nur dort eingreifen soll, wo sie sinnvoll unterstützt. Diese Balance aus Hightech und direktem Fahrerlebnis dürfte vor allem jene ansprechen, die eine moderne, leistungsstarke Reiseenduro mit Offroad-DNA suchen und bereit sind, die Möglichkeiten des Systems auszureizen.

Abgerundet wird das Gesamtpaket durch eine Premium-Herstellergarantie von bis zu vier Jahren. Gültig für vorrätige Motorräder, die ab dem 3. Februar 2025 verkauft werden. Für eine Maschine, die auf lange Reisen und harte Einsätze ausgelegt ist, ist das ein starkes Argument. Der Listenpreis der KTM 1390 Super Adventure R für das Modelljahr 2026 liegt bei 21.399,00 EUR inklusive 19 % MwSt. zuzüglich 495,00 EUR Überführungs- und Nebenkosten.
Bilder: Hersteller

