Die Honda XL750 Transalp kehrt nach einer langen Pause zurück und positioniert sich in der Mitte der Adventure-Klasse. Mit ihrem 755 cm³ Parallel-Twin und 91,8 PS richtet sie sich an Fahrer, die ein alltagstaugliches Reise-Enduro-Bike wollen, das auf Landstraßen und Schotterpassagen gleichermaßen funktioniert. Der Charakter ist ausgewogen: genug Leistung für Autobahnetappen, handliches Fahrverhalten für kurvige Bergstraßen und leichte Offroad-Ausflüge. Honda hat die Technik konsequent auf realistische Abenteuer und Touren abgestimmt, ohne unnötigen Ballast.
Motor, Charakter und A2-Option der XL750 Transalp
Das Herzstück ist ein 755 cm³ Parallel-Twin mit 8 Ventilen, der 67,5 kW (91,8 PS) und 75 Nm Drehmoment bietet. Die 270-Grad-Kurbelwelle gibt ihm einen pulsierenden, V2-ähnlichen Charakter, der zur Adventure-Ausrichtung passt. Die Luftwirbelansaugtechnologie verbessert das Ansprechverhalten im unteren und mittleren Drehzahlbereich, was für Alltag und enge Offroad-Passagen entscheidend ist: sauberes Anfahren und gute Traktion. Eine Ni-SiC-Zylinderbeschichtung reduziert Reibung und sorgt für stabile Performance bei höheren Drehzahlen. Für Einsteiger: Der Motor kann auf 35 kW (48 PS) gedrosselt werden und ist A2-konform; später kann die volle Leistung freigeschaltet werden.

Fahrmodi, Elektronik und die Rolle der Honda E-Kupplung
Die Transalp ist technisch auf der Höhe der Zeit. Vier Fahrmodi – Gravel, Sport, Standard und Rain – passen Motorleistung, Motorbremse, Traktionskontrolle, Wheelie Control und ABS an. „Sport“ für direkteres Ansprechen auf Hausstrecken, „Rain“ für sanftere Gasannahme auf rutschigem Asphalt. Im User-Modus können Parameter individuell eingestellt werden, inklusive Deaktivierung des hinteren ABS fürs Gelände. Bedienung über 5-Zoll-TFT-Monitor und Kippschalter am Lenker, auch mit Handschuhen. Das ESS-System aktiviert bei Vollbremsungen die Blinker-Warnfunktion.

Faszinierendes Feature: Hondas E-Kupplung im Adventure-Alltag
Die optionale Honda E-Kupplung kombiniert klassisches Schalten mit Assistenz für schnellere Gangwechsel und sanftere Beschleunigung. Man kann ohne Kupplungshebel fahren, was im Stop-and-go-Verkehr oder auf technischen Offroad-Passagen entlastet. Das Gefühl eines Schaltbikes bleibt erhalten, da der Fahrer die Gänge wählt und nur die Kupplung elektronisch übernommen wird. Für Touren mit Gepäck oder Sozius bedeutet das weniger Ermüdung und mehr Fokus auf die Fahrt. So wird die Transalp zu einem Kompromiss zwischen klassischem Feeling und Komfort.
Design, Ergonomie und Materialwahl für Reise und Alltag

Das Design ist klar und robust, ohne überflüssige Teile. Die schlanke Mittelsektion erleichtert das Umsetzen im Stehen und bietet Bewegungsfreiheit. Die Verkleidung schützt vor Wind, ohne klobig zu wirken. LED-Doppelscheinwerfer prägen die Front und erinnern an die Africa Twin. Grafiken und Lackierungen unterstreichen die Adventure-Ausrichtung. Die Durabio-Scheibe ist kratzfest und leitet Luft gezielt, für bessere Sicht und weniger Verwirbelungen.
Fahrwerk, Fahrkomfort und Offroad-Tauglichkeit
Mit 216 kg vollgetankt und 850 mm Sitzhöhe liegt die Transalp im Mittelklasse-Bereich. Sie ist ab Schrittgeschwindigkeit beherrschbar, ideal für Wechsel zwischen Stadt, Landstraße und Offroad. Die aufrechte Position sorgt für entspannte Ergonomie und gute Sicht. Das Showa-Fahrwerk hat vorne eine 43-mm-Upside-Down-Gabel mit 200 mm Federweg, hinten einen Monoshock mit 190 mm und einstellbarer Federbasis. Mit 210 mm Bodenfreiheit meistert es Schlaglöcher und Schotter, bleibt auf der Straße agil. Der kompakte Stahlrahmen wiegt 18,3 kg und fördert Einlenken.

Bremsen, Räder und Reifenauswahl für gemischtes Terrain
Vorne zwei 310-mm-Wave-Bremsscheiben mit Nissin-Sätteln, hinten eine 256-mm-Scheibe. Die Wave-Form sorgt für Wärmeabfuhr und präzises Ansprechen, nützlich auf Pässen oder beladen. Räder: 21 Zoll vorne (90/90-21), 18 Zoll hinten (150/70-18). Ab Werk Metzeler Karoo Street oder Dunlop Mixtour für Grip auf Straße und leichten Enduro-Einsatz. Die Verkleidung unterstützt agiles Handling in Kurven.
Zubehörpakete für Urban, Touring, Adventure und Rallye
Es gibt Pakete für verschiedene Szenarien. Urban: 50-Liter-Topcase, höheres Windschild, Hauptständer. Adventure: Sturzbügel, Nebelscheinwerfer, Kühlergrill. Komfort: Windabweiser, Komfortsitzbank, Griffheizung, Tanktasche. Rallye: Quickshifter, Handschützer, Motorschutzbügel, Felgenaufkleber. Touring: Seitenkoffer, Trägersystem, Innentaschen, 12-V-Steckdose für lange Reisen.
FAQ
1) Für wen ist die Honda XL750 Transalp besonders geeignet – und wo liegen ihre Grenzen?
Sie eignet sich für Fahrer, die ein vielseitiges Motorrad wollen: Pendeln, Touren, Alpenpässe und Schotter. Ausgewogen in Leistung und Handling, nicht extrem offroad oder sportlich. Grenzen bei anspruchsvollem Gelände wie Sand oder harten Pisten; mit Gepäck wird sie schwer. Auf Asphalt ist sie unkompliziert.
2) Was bringen die Fahrmodi und die Elektronik im Alltag wirklich – und wie nutzt man sie sinnvoll?
Die Modi passen das Bike an Bedingungen an. „Sport“ für Kurven, „Rain“ für Nässe, „Gravel“ für lose Untergründe. User-Modus für persönliche Einstellungen wie deaktiviertes ABS. So bleibt es planbar bei wechselndem Untergrund.
3) Lohnt sich die optionale Honda E-Kupplung – oder ist klassisches Kuppeln besser?
Sie lohnt für Stop-and-go, lange Touren oder Gelände, da sie die Hand entlastet. Schaltgefühl bleibt, Kupplung wird elektronisch gehandhabt. Gut für Ermüdung mit Gepäck. Puristen bevorzugen den klassischen Hebel.
Bilder: Hersteller

