Yamaha YZ250: Zweitakt-Klassiker für harte MX-Einsätze

Yamaha YZ250, Zweitakt-Motocross-Motorrad in Blau, Seitenansicht, stehend auf weißem Hintergrund
Die aktuelle Yamaha YZ250 im typischen Icon Blue, vollausgestattet für den Offroad-Einsatz (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Zweitakt-Power im 250er-Motocross-Segment

Yamaha YZ250 wird von einem Fahrer auf einer sandigen Motocross-Strecke bewegt
Fahrer mit Yamaha YZ250 beim sportlichen Motocross-Einsatz im Gelände (Fotos: Anbieter, siehe unten)

In einer Zeit, in der Viertakter die Startgatter dominieren, hält die Yamaha YZ250 als klassische 250-ccm-Zweitakt-Motocross-Maschine die Fahne für puristische Offroad-Fans hoch. Als reinrassiges Wettbewerbsgerät positioniert, spielt sie ihre Stärken auf Cross-Strecken und in hartem Enduro-Cross-Gelände aus. Die aktuelle Ausführung kommt im typischen Icon Blue und bleibt damit eng an den Rennbikes der Werksteams orientiert.

Der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder-Zweitakt mit 249 cm³ Hubraum setzt auf ein Bohrung-Hub-Verhältnis von 66,4 mm x 72,0 mm. Die relativ lange Hubauslegung sorgt für satten Vortrieb aus der Kurve, während das Kompressionsverhältnis von 8,9 bis 10,6 : 1 dem Motor ein breites Einsatzspektrum verleiht – von tiefen Sandböden bis zu hartem Hartboden. Für Offroad-Fahrer bedeutet das: kräftiger Punch von unten heraus, ohne die drehfreudige Spitzenleistung zu opfern.

Motor, Getriebe und klassische Kickstart-Technik

Motocross-Fahrer auf einer Yamaha YZ250 in typischem Icon Blue beim Fahren auf einer schlammigen Strecke.
Die Yamaha YZ250 demonstriert ihre Offroad-Power in einer rasanten Kurve auf der Cross-Strecke. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Wie es sich für eine kompromisslose Sportmaschine gehört, setzt die YZ250 auf ein Gemischschmiersystem mit vorgemischtem Kraftstoff. Das spart Gewicht und Komplexität, verlangt aber vom Fahrer etwas mehr Sorgfalt beim Tanken – ein Detail, das viele Zweitakt-Fans bewusst in Kauf nehmen, um die direkte Gasannahme und das geringe Motorgewicht zu erhalten. Ein Nasskupplungspaket mit Mehrscheiben-Aufbau überträgt die Leistung an ein konstant-mesh geschaltetes Fünfganggetriebe, das die typische Spreizung für Motocross bietet: kurz genug für enge Sektionen, lang genug für Startgerade und schnelle Außenlinien.

Geblieben ist auch der klassische Kickstarter. Kein E-Start, kein zusätzlicher Kilo-Ballast, stattdessen ein direkter Tritt und der Zweitakt lebt. Gerade im Rennbetrieb schätzen viele Fahrer diese Einfachheit: weniger Teile, die ausfallen können, und ein klarer Fokus auf Funktion. Die Kraft gelangt über einen Kettenantrieb ans Hinterrad – Standard in der Klasse, aber im Fall der YZ250 eingebettet in ein Chassis, das aus dem Rennsport geboren wurde.

Faszination Fahrwerk: KYB-Komponenten mit großem Hub

Yamaha YZ250 Motocross-Motorrad in Aktion auf einer Cross-Strecke, Fahrer in voller Schutzkleidung
Fahrdynamik der Yamaha YZ250 Zweitakt auf der Motocross-Strecke (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Ein technisches Highlight der YZ250 ist ihr Fahrwerk. Vorn arbeitet eine KYB Upside-down-Gabel mit sogenannter Speed-Sensitive-Technik und beachtlichen 300 mm Federweg. Dahinter steckt das Konzept, die Dämpfung stärker an der Kolbengeschwindigkeit als nur an der Position auszurichten. Auf der Strecke bedeutet das: sensibles Ansprechen auf kleine Schläge und Wellen, gleichzeitig ausreichende Dämpfung für harte Landungen nach großen Sprüngen. Die Gabel ist voll einstellbar und erlaubt Anpassungen von Zug- und Druckstufe sowie Federvorspannung – ein Vorteil für ambitionierte Fahrer, die ihr Setup auf Strecke, Bodenverhältnisse und Fahrstil abstimmen wollen.

Am Heck verrichtet ein KYB-Monofederbein seinen Dienst, ebenfalls voll einstellbar und mit 315 mm Federweg. Die lange Federwege-Kombination vorn und hinten sorgt für hohe Reserven, wenn es in tiefe Bremswellen, schnelle Whoops-Sektionen oder verblockte Passagen geht. Die Wurzeln dieser Konstruktion reichen weit zurück: Die YZ250 war die erste Motocross-Maschine des Herstellers mit Einzelfederbein-Hinterbau, dem heute etablierten Monocross-Prinzip. Diese Historie spiegelt sich in einem heckseitigen Fahrwerk wider, das Stabilität beim Anbremsen und Traktion beim Herausbeschleunigen kombiniert.

Bremsen, Reifen und Handling auf der Cross-Strecke

Yamaha YZ250 Zweitakt-Motocross-Motorrad in Seitenansicht auf sandigem Untergrund vor blauem Himmel
Die aktuelle Yamaha YZ250 Zweitakt in Icon Blue auf einer Cross-Strecke unter freiem Himmel (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Die Verzögerung übernehmen hydraulische Scheibenbremsen mit 270 mm Durchmesser vorn und 240 mm hinten. Die vergrößerte Frontscheibe bringt insbesondere in tiefen Bremswellen Vorteile: Auch bei hohen Geschwindigkeiten lässt sich die YZ250 kontrolliert in die Kurve verzögern, ohne dass der Fahrer übermäßig viel Hebelkraft aufbringen muss. In Kombination mit dem geringen Nassgewicht von lediglich 103 kg bleibt das Motorrad in engen Anbremszonen gut kontrollierbar, was im Wettkampf entscheidende Zehntelsekunden bringen kann.

Ab Werk ist die YZ250 mit Dunlop Geomax MX33 bereift – vorn in 80/100-21, hinten in 110/90-19. Diese Reifenkombination ist klar auf Motocross ausgerichtet und harmoniert mit dem Fahrwerkslayout: das große 21-Zoll-Vorderrad für präzise Linienwahl und Spurstabilität, das 19-Zoll-Hinterrad für bestmögliche Traktion und schnelle Richtungswechsel im tiefen Boden. Für Fahrer, die die YZ in Richtung Enduro-Cross oder Hard-Enduro umbauen möchten, bietet die Basis genügend Reserven, um je nach Einsatzgebiet andere Reifenprofile zu wählen.

Ergonomie, Abmessungen und Alltag im Fahrerlager

Yamaha YZ250 Motocross-Motorrad aus der Vogelperspektive auf losem Untergrund
Top-Down-Ansicht der Yamaha YZ250 auf einer sandigen Motocross-Strecke (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Mit Abmessungen von 2,185 m Länge, 0,825 m Breite und 1,290 m Höhe ordnet sich die YZ250 klar in der MX-Mittelklasse ein. Die Sitzhöhe von 0,975 m ist sportlich und richtet sich an Fahrer mit ausreichender Körpergröße und Offroad-Erfahrung. Dafür belohnt das Motorrad mit viel Bewegungsfreiheit auf der Sitzbank und ausreichend Platz zum aktiven Fahren im Stehen. Der Radstand von 1,485 m, gepaart mit einem Lenkkopfwinkel von 27,7 Grad und einem Nachlauf von 122 mm, sorgt für eine Kombination aus Agilität in engen Kurven und Stabilität bei Highspeed-Passagen.

Die Bodenfreiheit von 0,360 m bleibt auch bei tiefen Spurrillen oder hohen Kanten großzügig. Der Tank fasst 7,0 l, was für typische Motocross-Heats und Trainingsessions ausreichend ist. Auf langen Enduro-Runden ist ein geplanter Boxenstopp Pflicht, aber das liegt im Charakter eines reinen Wettbewerbsbikes. Wer einen leichten, kompromisslosen Crosser für Trainings- und Rennbetrieb sucht, findet in der YZ250 einen Begleiter, der den Spagat zwischen klassischer Zweitakt-Faszination und moderner Fahrwerks- und Bremstechnik beherrscht.

Tradition, Moderne und der Reiz der Yamaha YZ250

Detailaufnahme einer Yamaha YZ250 im Icon Blue auf einer lehmigen Motocross-Strecke.
Die Yamaha YZ250 in typischem Icon Blue auf einer Motocross-Strecke, präsentiert als Wettbewerbsmaschine. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Seit ihrer Einführung 1974 gehört die YZ250 zu den prägenden Motorrädern in der Motocross-Geschichte. Vom luftgekühlten Urmodell bis zur heutigen flüssigkeitsgekühlten Version hat sich das Konzept kontinuierlich weiterentwickelt. Der Wechsel auf den Aluminiumrahmen Mitte der 2000er-Jahre und die Einführung moderner Wave-Bremsscheiben sowie einer größeren Vorderradbremse zeigen, dass hier ein Wettbewerbsgerät über Jahrzehnte hinweg an die Anforderungen moderner Strecken angepasst worden ist.

Wer nach einem leichten, ehrlichen Motocross-Motorrad sucht, das Zweitaktgefühl mit einem voll einstellbaren KYB-Fahrwerk und zeitgemäßer Bremsperformance verbindet, wird bei der Yamaha YZ250 fündig. Sie richtet sich an Fahrer, die bewusst auf Elektronikspielereien und komplexe Systeme verzichten und stattdessen ein direktes, ungefiltertes Feedback von Motor und Chassis wünschen – ein Konzept, das auf der Cross-Strecke bis heute seinen Reiz hat.

Preis: auf Anfrage beim Händler.

Bilder: Hersteller