Yamaha YZ125 70th Anniversary Edition im MX-Check

Jubiläums-Look mit Rennsport-Tradition

Anniversary Modell der Yamaha YZ125 in klasischem weiß-roten Design. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Mit der Yamaha YZ125 70th Anniversary Edition bekommt die 125er-Klasse ein Motorrad, das bewusst in die Vergangenheit schaut und gleichzeitig technisch auf dem Stand der aktuellen Motocross-Generation steht. Der Slogan „Respect the past. Own the future.“ beschreibt dabei genau, worum es geht: ein moderner 125-cm³-MX-Racer mit deutlichem Verweis auf Yamahas Zweitakt-Erbe. Die Sonderedition trägt eine weiß-rote Anniversary-Lackierung, wie man sie von früheren Werks- und Erfolgsmaschinen aus der Motocross-WM kennt. Dieser Look hebt die YZ125 klar von den Standardmodellen ab und spricht Fahrer an, die neben Performance auch Wert auf Stil und Historie legen.

Die YZ125 gilt seit ihrer Einführung 1974 als fester Bestandteil in Yamahas Offroad-Programm. Über Jahrzehnte hinweg war sie für viele junge Talente der Einstieg in den Rennsport, aber auch bei engagierten Hobby-Piloten blieb sie beliebt. Die 70th Anniversary Edition gehört zur Modellgeneration 2026 und knüpft direkt an diese Tradition an. Technisch basiert sie auf der zuletzt überarbeiteten Version, optisch ist sie dagegen ein bewusstes Statement: ein klassischer Racing-Auftritt in Anniversary White, wie geschaffen für Startgitter-Fotos und Erinnerungen an legendäre Zweitakt-Rennen.

Zweitakt-Motor mit aktueller Überarbeitung

Respect the past. Own the future. Yamaha YZ 125 70th Anniversary Edition, 2026. (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Herzstück der Yamaha YZ125 70th Anniversary Edition ist ein flüssigkeitsgekühlter Zweitakt-Einzylinder mit 125 cm³ Hubraum. Mit Bohrung und Hub von 54,0 × 54,5 mm ist der Motor als klassischer 125er-Racer ausgelegt. Die Verdichtung von 8,2–10,1 : 1 zeigt, dass hier ein leistungshungriges Triebwerk arbeitet, das auf Drehfreude und spontanes Ansprechverhalten abgestimmt ist. Die Schmierung erfolgt per Gemischschmierung, was im Rennalltag für viele Schrauber praktisch bleibt, da es die Technik einfach hält.

Yamaha hat den Zweitakter konsequent weiterentwickelt. Für das 2026er-Modell erhielt die YZ125 überarbeitete Vergaser- und CDI‑Abstimmung sowie ein aktualisiertes Ansaugsystem mit geänderter Airbox-/Ansaugstutzen-Gestaltung. Diese Änderungen sorgen für eine gleichmäßigere Leistungsabgabe – ein Vorteil für ambitionierte Nachwuchsfahrer. Genau diese Upgrades sind in der 70th Anniversary Edition enthalten, sodass hinter der Retro-Optik ein aktuelles Triebwerk steckt. 

Carb-Tuning statt Elektronik-Überladung

Yamaha YZ 125 70th Anniversary Edition, Modellgeneration 2026 (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Besonders interessant ist der Hitachi Astemo Keihin PWK38S-Vergaser. In Zeiten, in denen viele Motoren über Einspritzung und Elektronik geregelt werden, bleibt die YZ125 beim klassischen Vergaser. Für Motocross-Fans, die selbst Hand anlegen, bedeutet das: Abstimmen mit Düsen, Nadelposition und Luftschraube statt Laptop. In Kombination mit der überarbeiteten Auspuffanlage und den angepassten Zündkennfeldern per CDI-Zündung ergibt sich ein Motor, der im unteren und mittleren Drehzahlbereich kontrollierbarer ist, ohne den typischen Zweitakt-Kick im oberen Bereich zu verlieren.

Die CDI-Zündung sorgt für präzisen Zündzeitpunkt, was beim Herausbeschleunigen aus Rillen oder engen Anliegern hilft. Die Kraftübertragung übernimmt eine Mehrscheibenölbadkupplung, kombiniert mit einem 6-Gang-Getriebe. Die Übersetzung deckt enge, technisch anspruchsvolle Sektionen als auch schnelle Passagen ab. Die Krafteinleitung zum Hinterrad erfolgt über Kette – robust und rennstreckentauglich.

Fahrwerk mit langem Federweg und MX-Fokus

Das Chassis der Yamaha YZ125 70th Anniversary Edition basiert auf einem Aluminium-Doppelschleifenrahmen. Im Vergleich zu vielen Alurahmen bietet diese Konstruktion ein anderes Feedback, oft als „fühlbarer“ am Vorderrad beschrieben, besonders in Spurrillen. An der Front arbeitet eine 48-mm-KYB-Upside-down-Gabel mit Speed-Sensitive-Funktion und 300 mm Federweg. Die Dämpfung reagiert abhängig von der Einfedergeschwindigkeit, was bei Landungen und scharfen Kanten hilft. 

Hinten kommt ein KYB-Monofederbein mit Umlenkung und 315 mm Federweg zum Einsatz. Diese Kombination bietet feines Ansprechverhalten mit Reserven für Renneinsätze. Die Sitzhöhe von 980 mm zeigt, dass die YZ125 auf vollwertige MX-Ergonomie ausgelegt ist. Mit einem Radstand von 144,5 cm entsteht ein ausgewogener Kompromiss aus Spurtreue und Agilität.

Bremsen, Reifen und Gewicht im Renneinsatz

Motocross-Bike auf dem Track (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Die Bremsanlage umfasst vorn eine hydraulische Scheibe mit 270 mm Durchmesser, hinten eine 240-mm-Scheibe – typisch für ein Motocross-Motorrad in dieser Klasse. Das sorgt für dosierbare Verzögerung auf verschiedenen Böden.

Ab Werk rollt die YZ125 auf Bridgestone Battlecross X20: vorne in 80/100–21, hinten in 100/90–19. Diese Dimensionen bieten Balance aus Traktion und Stabilität. Das Gewicht beträgt mit vollgetankten 7,0 Litern Kraftstoff 96 kg. Diese Leichtigkeit macht sich bei Richtungswechseln und in engen Kursen bemerkbar. Mit 36,5 cm Bodenfreiheit bietet das Motorrad Reserven für harte Bedingungen.

Praktische Dimensionen für Training und Rennen

Yamaha YZ125 70th Anniversary Edition von vorne (Fotos: Anbieter, siehe unten)

Mit einer Gesamtlänge von 213,5 cm und einer Breite von 82,5 cm bleibt die YZ125 kompakt für enge Strecken. Die Gesamthöhe von 129,5 cm liegt im typischen Bereich moderner MX-Bikes. Der 7-Liter-Tank reicht für Trainingssessions oder Rennläufe und trägt zum niedrigen Gewicht bei.

Die YZ125 70th Anniversary Edition ist ein reines Motocross-Bike ohne straßenzulassungsorientierte Kompromisse. Wer sie auf Enduro-ähnlichen Strecken bewegt, profitiert von geringem Gewicht, reaktionsschnellem Motor und Federelementen. Für Zweitakt-Fans ist diese Sonderedition ein vollwertiges Sportgerät in der 125er-Klasse.

Bilder: Hersteller