TM MX 300 ES Fi 4T Corse 2026: Powerbike für Hartboden-Fans

Seitenansicht der TM MX 300 ES Fi 4T Corse 2026 Motocross-Maschine
Die neue TM MX 300 ES Fi 4T Corse 2026 präsentiert sich mit Deltabox-Alurahmen und sportlicher Ausstattung. (Foto: tm-moto.it)

Die TM MX 300 ES Fi 4T Corse 2026 bedient eine Nische, die größer ist, als viele glauben: Motocrosserinnen und Motocrosser, die sich zwischen der klassischen 250er und der 450er nicht so recht wiederfinden. Der 300er-Viertakter von TM schiebt sich genau in diese Lücke – mit reichlich Drehmoment, aber ohne die brachiale, oft ermüdende Gewalt einer 450er. Das Corse-Paket setzt dem noch eins drauf und macht aus dem ohnehin sportlichen Serienbike ein kompromissloses Rennwerkzeug für Fahrer, die eine handliche, aber trotzdem sehr kräftige MX suchen.

TM MX 300 ES Fi 4T Corse Edition 2026

300 cm³-Viertakter: Das Herz der TM MX 300 ES Fi 4T Corse

Kern der TM MX 300 ES Fi 4T Corse ist der flüssigkeitsgekühlte Einzylinder mit 299 cm³ Hubraum, 81 mm Bohrung und 58,1 mm Hub. Damit bleibt TM bei einer kurzhubigen Auslegung, die Drehfreude und Spontanität in den Vordergrund stellt, ohne auf Druck aus dem Keller zu verzichten. Die vier Ventile werden über einen doppelten obenliegenden Nockenwellenantrieb gesteuert, die Gemischaufbereitung übernimmt eine elektronische Einspritzanlage aus eigenem Haus. Das Ergebnis ist ein Motor, der nicht nur Spitzenleistung bietet, sondern vor allem über ein breites nutzbares Drehzahlband verfügt – ideal für enge, ausgefahrene MX-Strecken, auf denen ständiges Schalten Kraft und Konzentration kostet.

TM MX 300 ES Fi 4T Corse Edition 2026

Der E-Start gehört bei einer modernen MX in dieser Leistungsklasse inzwischen zum Pflichtprogramm, bei TM ist er inzwischen ausgereift und robust. Gekoppelt an ein manuelles 6-Gang-Getriebe und eine Mehrscheibenkupplung im Ölbad, verteilt der 300er seine Kraft sehr linear ans Hinterrad. Gerade Hobby- und Amateur-Racer profitieren davon, weil sich die Leistungsentfaltung gut dosieren lässt: Der Motor hängt direkt am Gas, aber nicht giftig, und verzeiht auch mal einen zu hohen Gang in einer tiefen Rille.

Deltabox-Alurahmen: Präzision statt Show-Effekt

TM bleibt bei der MX 300 ES Fi 4T Corse seiner Linie treu und setzt auf einen Deltabox-Rahmen aus wärmebehandeltem Aluminium. Anders als bei vielen Großserienherstellern merkt man hier schnell, dass der Rahmen nicht als Kompromiss für diverse Konzepte entwickelt wurde, sondern von Beginn an für kompromisslosen Offroad-Einsatz gedacht ist. Die hohe Torsionssteifigkeit sorgt für eine messerscharfe Linienführung, was vor allem in schnellen, welligen Passagen und tiefen Spurrillen auffällt. Das Motorrad bleibt ruhig, selbst wenn der Untergrund unruhig wird – genau das, was Fahrer schätzen, die lieber ans Limit gehen, statt das Motorrad zusammenzuhalten.

TM MX 300 ES Fi 4T Corse Edition 2026, millimetergenaue, gefräste Powerparts

Mit einem Trockengewicht von rund 99 kg (ohne Kraftstoff) spielt die TM MX 300 ES Fi 4T Corse in der Liga der leichten 4-Takt-MX-Bikes. In Verbindung mit dem kompakten Motor wirkt das Bike auf der Strecke deutlich leichter, als die Zahlen erahnen lassen. Wer von einer 250er kommt, wird sich beim Umstieg nicht erschlagen fühlen, bekommt aber sofort das kräftigere Drehmoment der 300er mit.

Fahrwerk und Bremsen: Renntauglich ab Werk

An der Front arbeitet eine voll einstellbare Kayaba-Upside-Down-Gabel mit 48 mm Standrohrdurchmesser und rund 310 mm Federweg. Hinten übernimmt ein TM Racing-Monofederbein mit etwa 300 mm Hub die Arbeit. Beide Komponenten lassen sich in Druck- und Zugstufe fein abstimmen, was gerade für ambitionierte Fahrer wichtig ist, die ihr Setting konsequent auf Strecke, Fahrstil und Bodenverhältnisse anpassen wollen. Die Corse-Version profitiert von den aktuellen Updates der 2026er-Baureihe: optimierte Dämpfungsabstimmungen und eine gute Balance zwischen Ansprechfreudigkeit im Kleinschlagbereich und Reserven bei harten Landungen.

TM MX 300 ES Fi 4T Corse Edition 2026, Quick Release Steckachse

Die Bremsanlage setzt vorne auf eine 270-mm-Scheibe, hinten auf 240 mm. In Kombination mit den hochwertigen Bremssätteln ergibt sich ein knackiger Druckpunkt, der gut dosierbar bleibt, auch wenn es in tiefe Bremswellen hinein geht. ABS ist – standesgemäß für ein reines Motocross-Bike – nicht an Bord. Die Laufräder mit Speichen, bereift mit 80/100-21 vorn und 110/90-19 hinten, bilden den klassischen MX-Standard und machen es leicht, passende Rennreifen und Mousse-Einsätze zu finden.

TM MX 300 ES Fi 4T Corse Edition 2026 Gabelbrücke aus einem Block gefräst.

Tank, Ergonomie und Alltag auf der Cross-Strecke

Der transparente Kraftstofftank fasst etwa 7,5 l Benzin – genug für Trainingssitzungen und Rennläufe, ohne das Gewicht unnötig nach oben zu treiben. Weil der Tank durchsichtig ist, lässt sich der Spritstand auf einen Blick kontrollieren, ein Detail, das auf langen Trainingstagen mehr wert ist, als es zunächst klingt. Die Sitzhöhe liegt bei rund 97 cm, Bodenfreiheit bei etwa 35,5 cm. Damit bewegt sich die TM auf klassischem MX-Niveau und richtet sich klar an Fahrerinnen und Fahrer mit etwas Körpergröße oder guter Technik beim Auf- und Absteigen.

TM MX 300 ES Fi 4T Corse Edition 2026

Die Ergonomie orientiert sich am Racing-Einsatz: schmaler Tank-Sitz-Übergang, griffige Sitzbank, relativ flacher Lenker – so lässt sich das Bike aktiv fahren, mit viel Bewegungsfreiheit, ob im Stehen durch Wellen und Bremslöcher oder beim Herausbeschleunigen im Sitzen. Der Deltabox-Aluminiumrahmen und der kompakte Motor erlauben eine schlanke Silhouette, was gerade im tiefen Sand und in engen Kehren spürbar hilft. Das Bike lädt dazu ein, vorderradorientiert zu fahren und die präzise Lenkung voll auszunutzen.

Für wen eignet sich die TM MX 300 ES Fi 4T Corse 2026?

Die TM MX 300 ES Fi 4T Corse 2026 richtet sich klar an sportlich orientierte Crosser, die sich von der Masse absetzen wollen. Wer von klein auf nur mit den „üblichen Verdächtigen“ unterwegs war, findet hier ein Motorrad, das spürbar anders abgestimmt ist: direkter, ehrlicher, näher am Rennsport. Die 300er-Klasse spielt ihre Stärken überall dort aus, wo weicher Untergrund, lange Auffahrten oder tiefe Spurrillen den Motor fordern. Statt wie bei einer 250er permanent am Begrenzer zu kleben, lässt sich die TM mit mehr Drehmoment aus der Kurve ziehen, ohne die ungestüme Gewalt einer 450er.

Seitenansicht der TM MX 300 ES Fi 4T Corse 2026 Motocross-Maschine
Die neue TM MX 300 ES Fi 4T Corse 2026 präsentiert sich mit Deltabox-Alurahmen und sportlicher Ausstattung. (Foto: tm-moto.it)

Gleichzeitig verlangt das Motorrad nach einem Fahrer, der bereit ist, sich mit Fahrwerk, Mapping und Übersetzung zu beschäftigen. Wer einfach nur draufsetzen und „irgendwie“ fahren will, ist mit einfacheren Konzepten besser bedient. Für alle anderen gilt: Die TM MX 300 ES Fi 4T Corse 2026 ist ein spannendes Werkzeug für ambitionierte Trainingstage und Rennwochenenden, das mit technischer Feinarbeit, hochwertiger Ausstattung und einem sehr eigenständigen Charakter überzeugt.

FAQ

1) Für wen ist die TM MX 300 ES Fi 4T Corse 2026 sinnvoll – und wann ist eine 250er oder 450er die bessere Wahl?
Die 300er ist ideal für Fahrer, die mehr Drehmoment als bei einer 250er wollen, aber die körperlich fordernde „Wucht“ einer 450er vermeiden möchten. Auf engen, ausgefahrenen Strecken hilft das breite Drehzahlband, weil man weniger schalten muss und Fehler (z. B. ein zu hoher Gang) eher verziehen werden. Eine 250er passt besser, wenn du maximale Leichtfüßigkeit und hohe Drehzahlen liebst oder noch am Grundtempo arbeitest. Eine 450er lohnt sich eher für sehr schnelle Fahrer oder offene Strecken mit viel Traktion und langen Geraden.

2) Was macht die Corse-Version im Alltag auf der Strecke konkret anders als ein „normales“ Serienbike?
Das Corse-Paket zielt auf kompromisslose Renntauglichkeit: Fahrwerk und Gesamtbalance sind so ausgelegt, dass das Bike bei hohem Tempo stabil bleibt und harte Landungen sowie Bremswellen souverän wegsteckt. Besonders relevant ist die feine Einstellbarkeit von Gabel und Federbein, weil du das Setup auf Hartboden, Spurrillen, Sprünge und deinen Fahrstil anpassen kannst. Dadurch fährt sich die Maschine präziser und gibt mehr Feedback, verlangt aber auch mehr Beschäftigung mit Settings wie Zug-/Druckstufe, ggf. Mapping und Übersetzung. Wer nur „draufsetzt und fährt“, schöpft das Potenzial weniger aus.

3) Reicht der 7,5-Liter-Tank für Training und Rennen – und worauf sollte man bei Ergonomie und Handling achten?
Mit etwa 7,5 Litern ist der Tank auf Motocross-Betrieb ausgelegt: Er bietet genug Reserve für typische Trainingsblöcke und Rennläufe, ohne unnötiges Gewicht nach oben zu bringen. Praktisch ist die transparente Ausführung, weil du den Füllstand sofort siehst und Tankstopps besser planst. Bei der Ergonomie solltest du die Sitzhöhe (ca. 97 cm) realistisch einordnen: Größere Fahrer profitieren, kleinere brauchen Technik beim Starten/Anhalten. Handling und Kurvenverhalten leben vom schmalen Übergang und der vorderradorientierten Fahrweise – ideal, wenn du aktiv arbeitest und die Präzision nutzen willst.

Bilder: Hersteller