Aktuelle Generation der KTM 125 SX im Detail

Mit der 2026er KTM 125 SX geht die aktuelle Zweitakt-Generation ins vierte Jahr. Seit ihrer Einführung 2023 hat sich die kleine SX als fester Bestandteil im Vollgas-Segment etabliert – genau dort, wo junge Racer und sportive Hobbyfahrer nach einem kompromisslosen, leichten Motocrosser suchen. Das Modelljahr 2026 wurde im Juli 2025 vorgestellt und steht seit August 2025 beim Händler, technisch behutsam weiterentwickelt, optisch deutlich auffälliger.
Die 125 SX gehört zur großen SX-Baureihe und tritt in der klassischen Vollcross-125er-Klasse an. Für 2026 erhält sie eine modernisierte Optik: orange Verkleidungsteile mit markanten violetten Akzenten, dazu ein schwarzer Rahmen und eine schwarze Sitzbank. Das Motto „FULL-SCREAM AHEAD“ bringt die Ausrichtung auf den Punkt: Hier geht es um typische Zweitakt-Schreie, Drehfreude und direkte Rückmeldung – aber eingebettet in ein zeitgemäßeres Technikpaket als bei den früheren Vergaser-125ern.

Zweitaktmotor mit moderner Einspritzung

Herzstück ist ein flüssigkeitsgekühlter Einzylinder-Zweitakt mit 124,8 cm³ Hubraum. Der kompakte Motor wiegt 17,86 kg und ist auf hohes Drehzahlniveau und geringes Gesamtgewicht ausgelegt – ein Vorteil für Fahrer, die in engen Kurven und beim Umsetzen über Sprünge Dynamik brauchen. KTM setzt auf eine elektronische Auslasssteuerung in Kombination mit elektronischer Kraftstoffeinspritzung. Das macht die Leistungsentfaltung kontrollierbarer und berechenbarer.

Die Keihin-Einspritzanlage mit 39-mm-Drosselklappe ersetzt den klassischen Vergaser. Für den Geländeeinsatz bedeutet das: stabile Abstimmung unabhängig von Höhe oder Temperatur und mehr Traktion, gerade wenn der Grip schwankt. Die 125 SX bleibt damit ein bissiger Zweitakter, lässt sich aber präziser dosieren – vor allem in tiefen Rillen oder beim Anbremsen auf hartem Untergrund.
Elektronik und Mapping für unterschiedliche Bedingungen

Ein praktischer Punkt für sportlich orientierte Fahrer ist das zweistufige Mapping. Über einen Schalter am Lenker lässt sich zwischen zwei Kennfeldern wählen: Map 1 („weiß“) liefert eine lineare Leistungsabgabe, ideal für harte, griffige Pisten. Map 2 („grün“) sorgt für ein fetteres Gemisch und passt besser zu losen, sandigen Böden. Gerade im Training auf wechselnden Streckenverhältnissen erspart das ständiges Schrauben und bringt spürbar andere Charakteristika.
Für das Modelljahr 2026 gibt es zudem eine neue Kraftstoffschutzkappe, die Anschlüsse und Bauteile zusätzlich vor Schmutz und versehentlichem Öffnen schützt. Optional ist das 125 Factory Performance Kit erhältlich, das mit überarbeiteten Motorteilen, spezieller Abstimmung und leichteren Abgaskomponenten die Performance spürbar anhebt.
Elektrischer Start und wartungsfreundliches Konzept

Ungewöhnlich für eine klassische 125er-Zweitakt-Crosser ist der serienmäßige E-Start. Unter der Sitzbank sitzt eine 12,8-V-Lithium-Ionen-Batterie (2 Ah), die in Kombination mit einem Anlasser schnelle Neustarts per Knopfdruck ermöglicht. Gerade nach einem Umfaller im tiefen Sand oder im Renngeschehen spart das Zeit und Kraft.
Bei der Wartung zeigt sich, dass die 125 SX auf Praxisalltag im Fahrerlager ausgelegt ist. Alle typischen Servicepunkte – von der Kettenspannung über Luftfilter und Kühlmittelzugang bis zu den Fahrwerkseinstellungen – sind gut erreichbar, viele Verstellungen sind werkzeuglos möglich. Für Fahrer ohne eigenen Mechaniker ist das hilfreich: Weniger Fummelei in der Box, mehr Zeit auf der Strecke. Durch die EFI entfällt zudem das Nachdüsen beim Tanken oder bei Wetterwechseln.
Rahmen, Fahrwerk und Bremsen für harte MX-Nutzung

Beim Chassis setzt KTM auf einen zentralen Doppelrohr-Stahlrahmen aus 25CrMo4. Für 2026 wurde der Bereich um die Stoßdämpferaufnahme schlanker gestaltet, was das Flexverhalten beeinflusst. Neue Motorhalterungen sowie optimierte Wandstärken und Aussparungen zielen auf mehr Rückmeldung und einen Mix aus Längs- und Torsionssteifigkeit. In der Praxis bedeutet das: Der Rahmen arbeitet mit und filtert Stöße etwas ab.

Vorne arbeitet eine WP XACT AER-Luftgabel mit 48-mm-Standrohren und 310 mm Federweg, hinten ein WP XACT-Federbein mit Umlenkung und 300 mm Federweg. Die Gabel kombiniert eine luftgefederte Kammer mit einem druckbeaufschlagten Ölraum und Mid-Valve-Dämpfung; alle relevanten Klicker sind von außen zugänglich. Ein Luftdruckprüfer liegt bei, sodass sich das Ansprechverhalten anpassen lässt. Hinten sorgen überarbeitete Umlenkhebel mit kleineren Bolzen und verbesserten Dichtungen für Gewichtseinsparung und sensiblere Reaktion, gleichzeitig wurde die Bodenfreiheit der Umlenkung erhöht – hilfreich bei tiefen Spurrillen oder harten Landungen.
Ergonomie, Reifen und Alltagsnutzen auf der Cross-Strecke
Mit einer Sitzhöhe von 958 mm und 359 mm Bodenfreiheit ist die KTM 125 SX als ausgewachsene Crosserin ausgelegt. Das schmale Bodywork mit neu geformten, zweikomponentigen Tankspoilerteilen ermöglicht engen Knieschluss und erleichtert den Wechsel zwischen sitzender und stehender Fahrposition. Der kleine, kompakte Kraftstofftank (ca. 7,2 l) drückt das Fahrer-Dreieck enger zusammen und verbessert so das Gefühl für das Vorderrad – ein Vorteil in technischen Sektionen.
Die Fußrasten sind als neu geformte, druckgegossene Teile ausgeführt und so gestaltet, dass sie Schlamm und Sand besser abschütteln. Dazu kommen eine Motocross-Lenkerarmatur mit Mapping-Schalter und eine DS-Mehrscheibenkupplung mit hydraulischer Betätigung, was die Dosierbarkeit verbessert. Dunlop Geomax MX34-Bereifung rundet das Paket ab; KTM spricht hier von bis zu 30 Prozent längerer Grip-Haltbarkeit gegenüber früheren Lösungen.
Gewicht, Einsatzbereich und Preis der KTM 125 SX 2026
Mit einem Trockengewicht von 92 kg ohne Kraftstoff bleibt die 125 SX eine der leichtfüßigen Vertreterinnen ihrer Klasse. Zusammen mit dem drehfreudigen 124,8-cm³-Zweitakter und der sechsgängigen Schaltbox entsteht ein Motorrad, das vor allem in engen, technischen MX-Sektionen seine Stärken ausspielt. Fahrer, die von einer 85er aufsteigen oder im Amateur-Rennsport unterwegs sind, bekommen ein Paket, das klassische Zweitakt-Charakteristik mit moderner Technik wie Einspritzung, E-Start und optionaler Performance-Aufrüstung verbindet.
Der in Deutschland angegebene Listenpreis liegt bei 9.649,00 € inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer, zuzüglich 495 € Überführungs- und Nebenkosten. Damit positioniert sich die KTM 125 SX 2026 als sportliches Werkzeug für Motocross-Puristen, die von ihrer 125er mehr erwarten als nur nostalgischen Zweitakt-Sound.
Bilder: Hersteller

