Husqvarna FC 350 2025: Motocross-Allrounder mit Biss

Seitenansicht der Husqvarna FC 350 2025, Motocross-Motorrad mit blauer Sitzbank und weiß-blau-gelbem Bodywork auf Stollenreifen.
Die neue Husqvarna FC 350 2025 vereint Agilität und starke Leistung im Motocross-Segment. (Foto: husqvarna-motorcycles.com)

Zwischen 250er Agilität und 450er Leistung

Die Husqvarna FC 350 des Modelljahres 2025 besetzt nach wie vor jene spannende Nische im Motocross-Segment, in der sich Leichtfüßigkeit und echte Oberklasse-Leistung begegnen. Sie kombiniert die Wendigkeit einer 250er mit einem Leistungsgewicht, das auf dem Niveau vieler 450er liegt. Für ambitionierte Hobbyfahrer ebenso wie für Rennpiloten, die ein spielerisches Handling ohne Verzicht auf Druck aus dem Drehzahlkeller suchen, bleibt dieses Konzept hochinteressant – und Husqvarna hat Motor, Fahrwerk und Rahmen für 2025 erneut spürbar überarbeitet.

Husqvarna FC 350 2025 Motocross-Motorrad in Seitenansicht auf weißem Hintergrund
Die neue Husqvarna FC 350 2025 überzeugt mit Leichtbau, starker Motorleistung und modernem Fahrwerk. (Foto: husqvarna-motorcycles.com)

Der 350 cm³ große Viertakt-Motor leistet 57 PS und bringt dabei nur 27,2 kg auf die Waage. In der Praxis bedeutet das: genug Punch, um aus tiefen Rillen oder weichen Sandpassagen heraus explosiv zu beschleunigen, aber ohne die brachiale, schnell ermüdende Charakteristik mancher 450er. Gerade auf verwinkelten Strecken, wo Linienwahl, Traktion und saubere Gasanahme über Rundenzeiten entscheiden, spielt dieses Leistungsprofil seine Stärken aus.

Husqvarna FC 350 2025 Motocross-Motorrad Seitenansicht
Die neue Husqvarna FC 350 Motocross-Maschine für 2025 in seitlicher Ansicht mit überarbeitetem Rahmen und Fahrwerk. (Foto: husqvarna-motorcycles.com)

Motor mit Renntechnik und langen Serviceintervallen

Im Zentrum steht ein hochdrehender DOHC-Zylinderkopf mit Schlepphebeln, deren DLC-Beschichtung die Reibung reduziert und die Standfestigkeit erhöht. Große Titanventile – 36,3 mm auf der Einlass- und 29,1 mm auf der Auslassseite – unterstützen ein breites nutzbares Drehzahlband bis in hohe Regionen. Der 88 mm Zylinder mit 57,5 mm Hub arbeitet mit einem High-Performance-CP-Kolben in Kasten-in-Kasten-Bauweise und einem Verdichtungsverhältnis von 14,6:1. Das Resultat ist eine drehfreudige, zugleich sehr direkte Leistungsentfaltung, wie sie im Motocross gefragt ist, wenn aus Kurven heraus oder vor Sprüngen spontan Reaktion am Gas gefordert ist.

Die Kurbelwelle läuft auf einem Gleitlager mit zwei Lagerschalen, was die Haltbarkeit erhöht und Serviceintervalle von bis zu 90 Stunden ermöglicht – für ein konkurrenzorientiertes Motocross-Triebwerk ein bemerkenswerter Wert. Die Kurbelgehäuse sind auf Massenzentralisierung optimiert, um den Schwerpunkt so tief und zentral wie möglich zu halten. Eine einteilige, CNC-gefräste DS-Kupplung aus Stahl mit dünnen Kupplungslamellen erlaubt eine insgesamt schlanke Motorkonstruktion und überträgt die Leistung an ein von Pankl Racing entwickeltes, sehr leichtes und haltbares 5-Gang-Getriebe mit motocross-orientierter Übersetzung von 24:72.

Geöffneter Motor der Husqvarna FC 350 mit sichtbar eingebauter CNC-gefräster DS-Kupplung und Zahnrädern
Detailaufnahme des Viertakt-Motors der Husqvarna FC 350 mit sichtbarer DS-Kupplung und Getriebe (Foto: husqvarna-motorcycles.com)

Rahmen, Fahrwerk und Schwinge im Detail überarbeitet

Der Rahmen der FC 350 wurde für 2025 im Bereich der Stoßdämpferaufnahme und des Steuerkopfs mit weniger Material ausgeführt, gleichzeitig sind die Wandstärken in hoch belasteten Zonen gezielt angepasst. Das senkt das Rahmengewicht um 0,3 kg und verbessert Kurvenverhalten, Feedback und Energieabsorption – Eigenschaften, die sich unmittelbar in mehr Vertrauen beim Anbremsen und in Spurrillen bemerkbar machen. Neue Motoraufhängungen mit Aussparungen erhöhen die Biegeeigenschaften, reduzieren Gewicht und steigern dennoch die Stabilität. Die blaue Metallic-Pulverbeschichtung des Rahmens und neu gestaltete Rahmenschützer sorgen für Schutz, Haltbarkeit und zusätzlichen Grip an den Stiefeln.

Der zweiteilige Heckrahmen besteht zu 60 % aus Polyamid und zu 40 % aus Aluminium und bringt nur 1,8 kg auf die Waage. Unten kommen Aluminiumguss-Holme und Rahmenaufnahmen für Robustheit zum Einsatz, während der obere Teil aus Polyamid-Spritzguss Flex und Gewichtsersparnis liefert. In Kombination mit der neu gestalteten CNC-gefrästen Gabelbrücke mit präziser Geometrie ergibt sich ein Fahrwerk, das Stabilität bei hohem Tempo mit der nötigen Flexibilität auf harten oder ausgefahrenen Böden vereint. Die Lenkerklemmbrücke bietet zwei Montageoptionen – gummigedämpft oder fest –, sodass Fahrer das Lenkgefühl ihrem Geschmack anpassen können.

WP XACT-Fahrwerk: Feinabstimmung für Rennstrecke und Training

An der Front arbeitet eine überarbeitete 48-mm-WP-XACT-Gabel mit Luftfederung. Für 2025 wurde sie leichter und flexibler abgestimmt. Eine Kapsel-Luftfeder und eine separate Druck-Ölkammer, ergänzt durch Bypass-Systeme für Öl und Luft sowie eine Mid-Valve-Dämpfung, sorgen für sensibles Ansprechverhalten und sauberes Durcharbeiten des Federwegs. Ein Hydrostop in den letzten 40 mm schützt vor hartem Durchschlagen bei groben Landungen. Der Luftdruck als Vorspannung wird über ein Ventil eingestellt, Zug- und Druckstufe lassen sich mit Klick-Einstellern werkzeuglos anpassen; eine passende Pumpe gehört zum Lieferumfang.

Am Heck übernimmt ein leichteres WP-XACT-Federbein, speziell auf den neuen Rahmen abgestimmt, mit 293 mm Federweg die Arbeit. Ein CFD-optimierter Hauptkolben bringt Komfort und Halt auch im Renntempo, das überarbeitete Umlenkungssystem mit neuen Dichtungen und einer leichteren Umlenkungsschraube verbessert Ansprechverhalten und Haltbarkeit. Sowohl Zugstufe als auch High- und Lowspeed-Druckstufe sind per Hand einstellbar, was es Fahrerinnen und Fahrern ermöglicht, sich auf wechselnde Streckenbedingungen rasch einzustellen. Die druckgegossene Schwinge mit neuer 22-mm-Hinterradachse, überarbeitetem Kettengleitstück und optimierter Kettenführung erhöht die Spurtreue und verhindert lästiges Hängenbleiben im Gelände.

Ergonomie, Bremsen und Räder für präzise Kontrolle

Das 2025er Bodywork der FC 350 wurde mit dem Ziel entwickelt, dem Fahrer längeren Komfort und bessere Bewegungsfreiheit zu geben. Vergrößerte Kontaktflächen erleichtern das Umsetzen in Anbremszonen und Anliegern, die höhere und breitere Sitzbank mit griffigem Bezug hilft, beim Beschleunigen sicher im Sattel zu bleiben. Der Luftfilterkasten ist einteilig und steif konstruiert, mit optimiertem Lufteinlass, um Luftverformungen zu minimieren; der Twin-Air-Filter lässt sich werkzeuglos über die linke Verkleidung wechseln – ein Pluspunkt für alle, die im Training häufige Filterwechsel kennen.

Hinteres Rahmensegment mit Auspuff einer Husqvarna FC Motocross 2025
Detailaufnahme von Hinterrad, Auspuff und Rahmensektion einer Husqvarna FC Motocrossmaschine, Modelljahr 2025 (Foto: husqvarna-motorcycles.com)

Hydraulisch vertraut Husqvarna vorne wie hinten auf High-Performance-Komponenten. Die Brembo-Hydraulikkupplung sorgt für gleichmäßigen Verschleiß und nahezu wartungsarmen Betrieb; ein automatisches Ausgleichssystem hält den Druckpunkt unabhängig von der Temperatur konstant. Die Bremsanlage mit einteiligen Aluminium-Bremssätteln bringt in Verbindung mit einer 260-mm-Scheibe vorn und 220 mm hinten hohe Bremsleistung bei geringem Gewicht. Eine überarbeitete 260-mm-Vorderradbremsscheibe verbessert die Schmutzableitung, und ein festeres Hinterradbremspedal für 2025 erhöht Haltbarkeit und Konstanz der Bremsleistung.

Elektronik, Räder und Kühlung im Motocross-Einsatz

Als eine der spannendsten Funktionen im Alltag auf der Strecke erweist sich der Map-Select-Schalter am Lenker. Darüber lassen sich Launch Control, Traktionskontrolle und Quickshifter aktivieren sowie zwischen zwei Motor-Mappings wählen. Map 1 (weiß) liefert eine lineare, gut kontrollierbare Leistungsentfaltung – ideal für harte und griffige Böden oder technisch enge Sektionen. Map 2 (grün) schärft die Zündkurve für spontaner ansprechende Gasannahme und stärkere Leistungsentfaltung, was insbesondere in tiefem Sand oder bei Starts Vorteile bringt. Der Quickshifter unterbricht bei Hochschaltvorgängen kurz die Zündung und ermöglicht ein sauberes Hochschalten ohne Kupplung ab dem zweiten Gang; bei aktivierter Launch Control wird er deaktiviert, um Fehlbedienungen am Gatter zu vermeiden.

Die Traktionskontrolle überwacht Gasgriffstellung und Motordrehzahl, erkennt Schlupf und reduziert bei Bedarf die Motorleistung – ein klares Plus bei nassen oder schlammigen Bedingungen, wenn saubere Traktion wichtiger ist als maximale Spitzenleistung. Ein Stundenzähler mit integrierter Kraftstoffstand-Kontrollleuchte weist rechtzeitig darauf hin, dass es Zeit zum Nachtanken ist, während eine kombinierte Start-/Abstelltaste rechts am Lenker den separaten Killschalter ersetzt und das Risiko reduziert, sich bei Stürzen Schäden einzuhandeln. Der Elektrostart mit 2,0-Ah-Li-Ionen-Batterie gehört zum Standard und erleichtert das Leben auf der Strecke deutlich, ohne das Gewicht unnötig in die Höhe zu treiben.

Reifen, Auspuff, Tank und Preis der Husqvarna FC 350

Die Räder setzen auf CNC-gefräste Naben, leichte Speichen und schwarz eloxierte D.I.D-Felgen – eine Kombination, die Stabilität bei minimaler ungefederter Masse liefert. Serienmäßig sind Dunlop Geomax MX34 mit Block-im-Block-Profil montiert, die auf unterschiedlichsten Untergründen einen zuverlässigen Grip bieten. Die Auspuffanlage besteht aus einem strömungsoptimierten Resonator und einem kompakten zweiteiligen Krümmer, der ohne Ausbau des Federbeins demontierbar ist. Ein kurzer Endschalldämpfer unterstützt die Gewichtszentralisierung, soll hohe Performance mit möglichst geringer Geräuschentwicklung verbinden und besitzt eine schwarze Farbgebung, was die hochwertige Anmutung unterstreicht.

Hochfeste Aluminiumkühler, per CFD-Analyse auf maximalen Luftstrom ausgelegt, und ein großes Mittelrohr durch den Rahmen sorgen für gleichmäßigen Kühlmittelfluss und verringerten Systemdruck; ein interner Thermostat steigert zusätzlich die Zuverlässigkeit unter Hitzestress. Der 7,2-Liter-Kraftstofftank fügt sich sauber ins Bodywork ein, Gummipolster unter dem Tank schützen den Rahmen. Eine einheitliche Kraftstoffpumpe mit integriertem Filter ermöglicht nahezu vollständiges Entleeren des Tanks für längere Fahrzeiten, während die externe Leitungsführung vor Beschädigungen schützt und die Haltbarkeit erhöht. Die Husqvarna FC 350 des Modelljahres 2025 wird zu einem Listenpreis von 11.899,00 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer angeboten, zuzüglich Überführungskosten in Höhe von 495,00 Euro.

Bilder: Hersteller

FAQ

1) Für wen lohnt sich die Husqvarna FC 350 (2025) im Vergleich zur 250er oder 450er?

Die FC 350 (2025) richtet sich an Fahrer, die das leichtfüßige Einlenken und die schnelle Richtungswechsel-Fähigkeit einer 250er mögen, aber beim Herausbeschleunigen mehr Drehmoment und Reserven wünschen. Im Text wird genau diese „Mitte“ beschrieben: genug Punch für tiefe Spurrillen, Sand und Starts, ohne die oft ermüdende, brachiale Art mancher 450er. Besonders auf verwinkelten Strecken profitieren ambitionierte Hobbyfahrer und Rennpiloten, weil man sauber fahren kann, aber trotzdem Druck aus dem Drehzahlkeller hat. Wer maximale Ruhe und Gewalt sucht, bleibt eher bei 450.

2) Was sind die wichtigsten Technik-Updates 2025, die man auf der Strecke wirklich merkt?

Spürbar sind vor allem die Überarbeitungen an Rahmen und Fahrwerk: Husqvarna hat am Rahmen Material reduziert, Wandstärken gezielt angepasst und dadurch Gewicht gesenkt (im Artikel: 0,3 kg) sowie Feedback und Energieabsorption verbessert. Dazu kommen neue Motoraufhängungen, die die Biegeeigenschaften beeinflussen, was sich beim Anbremsen, in Rillen und bei wechselndem Grip in mehr Vertrauen äußern kann. Beim WP-XACT-Fahrwerk wird die Gabel 2025 leichter und flexibler abgestimmt, mit Hydrostop gegen Durchschlagen. Hinten ist das Federbein auf den neuen Rahmen abgestimmt und die Umlenkung überarbeitet.

3) Wie „alltagstauglich“ ist die FC 350 im Trainingsbetrieb (Service, Einstellungen, Elektronik)?

Für eine reine Motocross-Rennmaschine wirkt die FC 350 im Trainingsalltag vergleichsweise unkompliziert. Der Artikel nennt Serviceintervalle von bis zu 90 Stunden dank der Kurbelwellenlagerung, was die Wartungsplanung erleichtert. Viele Setup-Anpassungen gehen schnell: Luftdruck der WP-XACT-Luftgabel wird über ein Ventil eingestellt, Klicks für Zug- und Druckstufe funktionieren werkzeuglos; eine Pumpe ist dabei. Elektronisch hilft der Map-Select-Schalter mit zwei Mappings sowie Launch Control, Traktionskontrolle und Quickshifter, um das Bike an Boden, Start und Grip anzupassen. Der werkzeuglose Luftfilterwechsel spart zusätzlich Zeit.